Person tippt mit beiden Händen auf iPhone 11
Das iPhone jailbreaken (Bild: Olga Yastremska, New Africa, Africa Studio - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Aufgepasst - So gelingt Ihnen ein iPhone Jailbreak

So ziemlich jeder von Ihnen dürfte den Begriff „Jailbreak“ schon einmal gehört haben. Mit „Gefängnisausbruch“ übersetzt, beschreibt ein Jailbreak das Umgehen bzw. „Brechen“ bestehender Geräteeinstellungen. Wenn vom Jailbreak gesprochen wird, sind meistens iPhones gemeint. Der Begriff „Rooten“ fällt eher bei Android Phones. In der Regel sind Android Geräte einfacher zu knacken als iPhones. Apple achtet für gewöhnlich stark darauf, dass seine Telefone nur mit den vorinstallierten Einstellungen und offiziellen Apps genutzt werden können. Durch eine neu entdeckte Sicherheitslücke ist es nun jedoch möglich, auch iOS Geräte zu jailbreaken. Zumindest vorübergehend, es ist nämlich davon auszugehen, dass Apple das Datenleck zeitnah schließt. Ein Jailbreak ist zweifelsohne mit Sicherheitsrisiken verbunden, kann aber auch viele Vorteile bringen. Wir verraten, wie Ihnen ein iPhone Jailbreak gelingt.

Der iPhone Jailbreak erklärt – so wird es gemacht

Wollen Sie auf Ihrem Telefon einen iPhone Jailbreak durchführen, müssen Sie zunächst die App unc0ver 5 installieren. Mit dieser Anwendung lässt sich Ihr iOS Gerät mühelos knacken – und das mit jedem iPhone-Modell bzw. jeder iOS-Version - sogar mit der aktuellen iOS 13.5.5. Da es sich bei unc0ver 5 natürlich um eine von Apple nicht autorisierte App handelt, können Sie die Anwendung nicht im regulären App Store finden. Stattdessen müssen Sie die App zunächst auf Ihren Laptop herunterladen. Die Anwendung finden Sie auf Websites von alternativen App Stores wie beispielsweise „AltStore“. Sie können auch Apples Entwicklerumgebung „Xcode“ verwenden. In jedem Fall ist ein alternativer App Store vonnöten. Schließlich will Apple nicht, dass sich Jailbreak-Apps im offiziellen App Store tummeln.

Damit die App von Ihrem Laptop aufs Handy kommt, müssen Sie im Anschluss WLAN-Sync verwenden. Sobald Sie iTunes öffnen bzw. Ihr Gerät per Kabel an Ihren Laptop anschließen, wird die Synchronisierung gestartet. Haben Sie die App unc0ver 5 auf Ihr iPhone gezogen, öffnen Sie die App und folgen den Anweisungen. In wenigen Schritten lässt sich so der iPhone Jailbreak ausführen. Wenn Sie Ihr Gerät aus- und wieder einschalten, müssen Sie den iPhone Jailbreak erneut ausführen – vorausgesetzt, Sie wollen weiter in den Genuss neuer Funktionen, Apps und Updates kommen.

Diese Vorteile kann Ihnen ein iPhone Jailbreak bringen

Dass das Umgehen der festgelegten Geräteeinstellungen mit Risiken verbunden sein kann, ist hinlänglich bekannt. Schließlich kann ein iPhone Jailbreak nicht nur die Tür zu neuen Funktionen und Programmen öffnen, sondern auch zu gefährlichen Viren oder Hackerangriffen (laut unc0ver 5, führe der aktuelle Hack jedoch nicht zu Sicherheitseinbußen).

Nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle kurz auf die Vorteile eingegangen, die ein iPhone Jailbreak mit sich bringen kann. Diese sind nämlich nicht zu verachten: Dazu zählen einerseits neue Funktionen, „Tweaks“ (zu Deutsch: „Optimierungen“) genannt. Der Name trifft es ziemlich gut. Durch das Aktivieren von Tweaks können Sie nämlich Optionen in Ihrem iOS Menü freischalten, die es sonst nicht gibt. Zudem lassen sich andererseits bereits installierte Apps verbessern, indem Sie sie mit neuen Features ausstatten.

Darüber hinaus ermöglicht ein iPhone Jailbreak die Nutzung von durch Apple nicht autorisierten App Stores auf dem iPhone. Auf diese Weise lassen sich Anwendungen direkt aufs Handy laden, die Sie im App Store nicht finden. Dazu zählen z.B. Emulatoren, mit denen Sie die Benutzeroberfläche von Spielekonsolen auf Ihrem Gerät nachbilden können.

„Zero-Day-Attack“ – so wurde der iPhone Jailbreak möglich

Smartphone liegt auf hölzernem Untergrund
iPhone Jailbreak richtig durchführen (Bild: Denis Rozhnovsky - stock.adobe.com)

Dass iPhones aktuell zu knacken sind, liegt an einer Schwachstelle im Betriebssystem iOS. Bei dem Datenleck handelt es sich um eine sogenannte „Zero-Day“-Datenlücke. Das sind Schwachstellen im IT-System eines Unternehmens (wie in diesem Fall Apple), die von Hackern entdeckt und noch am selben Tag ausgenutzt werden, um sich Zugang zum System zu verschaffen. Zero-Day (zu Deutsch: „Null-Tag“) steht dabei für die benötigte Zeitspanne, die für den Hack, vom Entdecken der Lücke bis zum eigentlichen Hack, benötigt wird. Der Hack wird „Zero-Day-Angriff“, „Zero Day Exploit“ oder auch „Zero Day Exploit Attack (ZETA)“ genannt. Es ist davon auszugehen, dass Apple die entdeckte Schwachstelle in seiner Sicherheitsarchitektur innerhalb der kommenden Wochen mit dem nächsten Update schließen wird.

iPhone Jailbreak vs. Root – das steckt hinter den Begriffen

Der Unterschied zwischen jailbreaken und rooten („root“ ist Englisch für „Wurzel“) ist weniger inhaltlicher und mehr begrifflicher Natur. iPhones werden gejailbreakt, Android Phones gerootet. Im Prinzip sagen beide Begriffe dasselbe aus: Während beim iPhone die bestehenden Einstellungen und Regeln (wie aus dem Gefängnis) befreit werden, wird beim Rooten von Android Telefonen an der Wurzel bzw. den Grundeinstellungen des Geräts gearbeitet. Unterm Strich geht es darum, die von Apple und Google festgelegten Regeln, nach denen Nutzer das Betriebssystem verwenden sollen, zu umgehen. Ein iPhone Jailbreak oder ein Root kann auf unterschiedlichen Wegen geschehen. Gemeinsam ist bei beiden Vorgängen, dass sie die Voreinstellungen des Systems auf dem Gerät selbst ändern. In der Folge lassen sich zusätzliche Features nutzen, neue Software-Updates installieren oder Apps aus nicht autorisierten App Stores herunterladen. Ein Root bzw. iPhone Jailbreak ist jedoch auch mit Risiken für Ihre Datensicherheit verbunden. Entscheiden Sie sich dazu, sollten Sie sicher sein, dass Sie wissen, was Sie tun.

Android rooten – diese Vorzüge erhalten Sie dadurch

Genauso wie ein iPhone Jailbreak für iOS Geräte kann auch das Rooten zahlreiche Vorteile für Android Phones bringen. Bei Android wird dabei von „erweiterten Zugriffsrechten“ gesprochen. Gemeint ist, dass Sie durchs Rooten mehr Einfluss auf das Betriebssystem haben. Dazu zählt z.B. das Installieren von Softwareupdates. Regelmäßige Aktualisierungen sind Standard und werden in der Regel automatisch ausgeführt. Ältere Geräte sind von dieser Regelung jedoch oft ausgeschlossen, da ihre Leistung zu schwach für neue Software ist. Zudem werden Sie so gezwungen, sich ein neues Gerät zuzulegen. Durch das Rooten Ihres Android Geräts lässt sich dieser Umstand umgehen. Auf diese Weise können Sie auch auf alten Handys neue System- und Softwareupdates installieren. Zu den Updates zählen auch wichtige Sicherheitspatches. Darüber hinaus können Sie durch das Rooten verhindern, dass Android Ihre Nutzerdaten an Google weiterleitet. Rooten Sie Ihr Handy, lässt sich die Verbindung zwischen Gerät und Google trennen. Somit können Sie Ihr Telefon „unter dem Radar“ verwenden.