Illustration Iris-Scanner
Android Gesichtserkennung (Bild: stock.adobe.com)

Datensicherheit

Android Gesichtserkennung – alles, was Sie wissen müssen

Seit geraumer Zeit ist sie bei High-End-Modellen Standard: Die Gesichtserkennung im Smartphone. Mit nur einem Blick lässt sich der Bildschirm entsperren und hilft dabei, persönliche Inhalte vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Auch die meisten Android Smartphones bieten heute eine Gesichtserkennung. Sobald die Google Smart Lock Funktion aktiviert ist, ist für viele Handlungen kein Pin-Code mehr notwendig. Mittlerweile haben aber mehrere Verbraucherorganisationen die Sicherheit der Gesichtserkennung bei Android Geräten bemängelt. Laut Studien lässt sich die Google Gesichtserkennung relativ leicht überlisten. Deshalb soll mit Android 10 Q eine neue Gesichtserkennung erscheinen, die alles besser macht. Was allgemein bei der Android Gesichtserkennung bemängelt wird, welche Geräte betroffen sind und was sich dann bei der Android 10 Q Gesichtserkennung ändern soll, erfahren Sie hier.

Die gefährlichen Mängel der Google Gesichtserkennung

Obwohl die Google Gesichtserkennung dazu dienen sollte, das Smartphone vor Dritten zu schützen und das eigene Gesicht als Garant dafür gilt, dass es wirklich nur einmal verfügbar ist, weist die Gesichtserkennung von Android gefährliche Mängel auf. Der Grund hierfür sind die verschiedenen Methoden, die zur Gesichtserkennung angewendet werden. Viele Smartphone-Hersteller setzen lediglich auf die Selfie-Kamera, um das Gesicht zu überprüfen. Diese Hardware-Lösung ist so simpel, dass sie besonders leicht ausgetrickst werden kann. Es genügt also ein Foto des Smartphone-Besitzers, um die Gesichtserkennung zu überlisten. Somit kann jeder, der ein Selfie des Eigentümers besitzt, sich leicht Zugang zum Handy verschaffen. Oftmals genügt hierzu ein kurzer Besuch bei Instagram, Facebook und Co. und schon hat man ein passendes Porträt parat. Da sieht die Sicherheit bei iOS-Geräten schon ganz anders aus. Bei Apple Smartphones wird das gesamte Gesicht gescannt und es bedarf einer exakten Nachbildung, um die Gesichtserkennung zu täuschen.

Bei diesen Android Smartphones versagt Google Smart Lock

Erst kürzlich bestätigte eine niederländische Studie, dass sich von insgesamt 110 getesteten Android Smartphones ganze 42 Geräte mit einem simplen Foto täuschen lassen. Sechs weitere Geräte boten zwar ein komplizierteres Gesichtserkennungsverfahren, ließen sich aber letztendlich doch noch überwinden. Die meisten Google Smart Lock Systeme vergleichen lediglich ein Bild der Frontkamera mit den auf dem Gerät gespeicherten Dateien. Ob es sich dabei um ein echtes Selfie oder nur um ein abfotografiertes Bild handelt, wird nicht geprüft. Besonders schlecht schnitten viele Modelle von Samsung ab. Vor allem das Galaxy A8 war leicht zu überlisten. Nur Samsung Smartphones in einer besonders hochpreisigen Kategorie konnten wirklich überzeugen. Ebenso mangelhaft zeigten sich fast alle Nokia, Blackberry und Lenovo Geräte. Auch nahezu alle Sony Geräte konnten nicht überzeugen. Von günstigen Modellen von Xiaomi, Motorola, LG und Asus ganz zu schweigen. Ebenso überraschend: Selbst die gesamte P20-Serie von Huawei fiel gnadenlos durch. Als besonders unsicher eingestuft wurden vor allem das Huawei P20 Pro und das Sony Xperia ZZ3. Mit diesen Geräten sollten Sie sich also keinesfalls auf die Gesichtserkennung verlassen.

Die besten Alternativen zur Android Gesichtserkennung

Smartphone wird in rechter Hand gehalten
(Bild: stock.adobe.com)

Neben allen iPhones konnte vor allem die Huawei Mate 20-Serie, alle OnePlus-Versionen sowie hochpreisige Samsung Geräte überzeugen. Außerdem bestanden einige Vorzeige-Smartphones von HTC, Honor, Motorola und Oppo den Test. Wer eine besonders sichere Android Gesichtserkennung sucht, sollte also zu einem Spitzenmodell von Samsung greifen. Im Gegensatz zu den preisgünstigeren Geräten konnten beispielsweise das Galaxy S9 sowie das Note 9 nicht so simpel überlistet werden. Ebenso empfehlenswert ist das Huawei Mate 20. Das Besondere an diesen Modellen: Sie verfügen neben der regulären Gesichtserkennung über einen zusätzlichen Iris Scanner. Dies macht es deutlich schwerer, die Gesichtserkennung auszutricksen. Eine weitere Methode ist das Analysieren von winzigen Gesichtsbewegungen. Dadurch wird sichergestellt, dass kein Bild verwendet wird, sondern es sich tatsächlich um den echten Smartphone-Besitzer handelt. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme, die ihr treffen könnt, ist die Verwendung eines zusätzliches PINs. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte lieber auf den Fingerabdrucksensor zurückgreifen oder sich nur auf ein Gerät verlassen, das garantiert über einen Iris-Scanner verfügt.

Das bietet die neue Android 10 Q Gesichtserkennung

Bis jetzt kann es die Android Gesichtserkennung nicht mit Apples Face ID aufnehmen. Das soll sich mit dem Android 10 Q Release aber von Grund auf ändern. Laut Experten ist bei der kommenden Android 10 Q Gesichtserkennung die Hinterlegung eines Musters oder Passworts notwendig. Damit soll die Authentifizierung noch sicherer werden. Dadurch soll schon bald das Anmelden in Apps sowie das Bezahlen via Gesichtserkennung möglich sein. Außerdem wird gemunkelt, dass Googles neue Pixel-Generation sogar eine biometrische Gesichtserkennung möglich machen soll. Bis jetzt wurde dieses Gerücht aber noch nicht bestätigt. Aufgrund der großen Kritik fühlt sich Google stark unter Druck, mit Android 10 Q alles besser zu machen. Dem Konzern ist durchaus bewusst, dass die derzeitige Gesichtserkennung von Android absolut nicht sicher ist. Deshalb wird die Technik auch nicht in den hauseigenen Pixel-Smartphones verwendet. Die künftige Lösung wird also um einiges besser als die derzeitige. Wer jetzt schon sein Smartphone gut geschützt wissen möchte und über ein Modell mit mangelhaftem Gesichtsscanner verfügt, sollte aber vorerst auf den Fingerabdrucksensor zurückgreifen.