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Cinemascope

Kinosaal
(Bild: razihusin - stock.adobe.com)

Wer von Cinemascope redet, meint heute meist das Bildformat, in dem die meisten Kinofilme aufgenommen werden. Dieses hat ein Seitenverhältnis von etwa 2,35:1, was in etwa 21:9 entspricht. Das Bild bei Cinemascope ist also noch breiter als im sogenannten Breitbildformat 16:9. Das erklärt, warum Filme im Kino ganz anders wirken als zu Hause: Einerseits liegt dieser Eindruck natürlich an der wesentlich größeren Leinwand. Aber auch das Cinemascope Format sorgt für ein anderes Seherlebnis. Kinofilme nutzen es meistens für besondere Bildkompositionen. Vor allem Landschaftsaufnahmen, aber auch Actionszenen wirken im Superbreitbildformat wesentlich eindrücklicher und intensiver als in 16:9 oder gar 4:3.

Das ursprüngliche Cinemascope

Ursprünglich ist mit Cinemascope ein bestimmtes Verfahren zur Aufzeichnung und Projektion von Kinofilmen im Breitbildformat gemeint. Die von der Filmgesellschaft Twentieth Century Fox entwickelte Methode sollte Spielfilme noch fesselnder und realistischer darstellen. Es setzte sich in den 50er Jahren zuerst gegen Konkurrenten anderer Hersteller durch, weil die Umrüstung vergleichsweise günstig war. Das betraf sowohl die Produktion, die weiterhin auf 35-mm-Film stattfand, als auch die Darstellung in den Kinos. Bereits ab den 60ern entwickelten Filmstudios aber zunehmend nicht mehr ihre eigene Kameratechnik. Elektronikhersteller entwickelten ihre eigenen Techniken für das Cinemascope Format. Infolgedessen setzte sich das Seitenverhältnis für Kinofilme durch. Obwohl es sich strenggenommen zunehmend nicht mehr um Original-Cinemascope-Aufnahmen handelte, setzte sich die Bezeichnung als Synonym für das 21:9 Format durch.

Die Vor- und Nachteile von Cinemascope

Oft wird argumentiert, dass Cinemascope und andere Breitbildformate eher den natürlichen Sehgewohnheiten entsprechen würden. Tatsächlich hat das Gesichtsfeld beim Menschen ein Seitenverhältnis von etwa 3:2, während es bei Cinemascope eher ein Verhältnis von etwa 5:2 ist. Von den gängigen Formaten entspricht am ehesten 16:9 (3,5:2) dem gewohnten menschlichen Gesichtsfeld. Ein ausschließlich auf einen Punkt fixierter Blick ohne Kopf- und Augenbewegungen entspricht jedoch nicht dem natürlichen Sehverhalten. Es erscheint daher logisch, dass das Cinemascope Format, welches ein leichtes Bewegen des Kopfes benötigt, um das ganze Bild zu erfassen, für Menschen am natürlichsten wirkt. Zuschauer, die dieses Format nicht nur im Kino, sondern auch zu Hause nutzen wollen, sehen sich meist vor eine große Herausforderung gestellt. Nur wenige Hersteller experimentieren mit Fernsehern in diesem Format. Meist bleibt nur die Lösung über einen Beamer oder anderen Projektor auf eine Leinwand, wie es auch im Kino der Fall ist.