Haufen von WhatsApp, Instagram und Facebook-Logos
Facebook, WhatsApp und Instagram bald eins? (Bild: ink drop - stock.adobe.com)

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Werden Facebook, WhatsApp und Instagram bald eins?

Es ist schon merkwürdig, dass wir das gleichzeitige Bedienen einer Fülle an Funktionen als großen Vorteil ansehen und immer mehr damit erledigen wollen, dasselbe Prinzip bei Unternehmen aber ganz anders bewerten. Das hat sich besonders gezeigt, als Facebook im Jahr 2014 den Messengerdienst WhatsApp übernommen hat. In vielen Zeitungen wurde vor der Allmacht der Technikkonzerne und vor dem Verlust der eigenen Datenhoheit gewarnt. Auch Instagram gehört bereits zu Facebook, die Plattform wurde 2012 nur zwei Jahre nach der Gründung des lediglich zwölf Mitarbeiter großen Startups gekauft. In diesem Jahr könnte sich ein finaler Schritt in Richtung Fusion vollziehen. Laut der „New York Times“ plant Facebook, alle drei Plattformen zu kombinieren. Was ist dran an den Gerüchten und welche Folgen hätte dies für Ihre Datensicherheit?

Verschmelzen Facebook, WhatsApp und Instagram?

Wie steht es um die Vermutung, dass alle drei Netzwerke bald zu einer großen Plattform kombiniert werden könnten? Obwohl die Recherchen der „New York Times“ einen solchen Schritt nahe legen, hat Facebook diesen Verdacht bislang nicht bestätigt. Offiziell besteht kein Versuch, die drei sozialen Netzwerke miteinander zu verschmelzen. Das muss jedoch nicht heißen, dass dies in Zukunft nicht trotzdem passieren könnte. Zum einen hat Facebook mit keinem klaren „Nein“ geantwortet, sondern die Gerüchte einfach nicht bestätigt. Zum anderen machen große Tech-Konzerne ihre Produktstrategien ungerne früher öffentlich als nötig. In der Regel werden Pläne dieser Art so lange wie möglich geheim gehalten, um einen Vorteil auf dem Markt zu haben. Darüber hinaus ist es eine Tradition geworden, technische Neuigkeiten immer erst kurz vor Release bekannt zu geben. Dieses von Apple angestoßene Ritual hat mittlerweile auch auf andere Konzerne abgefärbt. Inzwischen ist es Normalität, dass Smartphones, aber auch neue Marktstrategien, relativ spontan der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es bleibt also abzuwarten, ob Facebook, WhatsApp und Instagram in naher Zukunft nicht vielleicht doch eins werden. Laut Insiderkreisen könnte dies durchaus in diesem oder im nächsten Jahr geschehen.

Welche Gründe gibt es für eine Fusion?

Natürlich gäbe es eine ganze Reihe an Motiven, weshalb das von Mark Zuckerberg gegründete Unternehmen Facebook, WhatsApp und Instagram miteinander verschmelzen will. Zum einen könnten zielgerichtete Werbeanzeigen plattformübergreifend geschaltet werden. In Teilen geschieht dies bereits jetzt. Auch wenn (noch) WhatsApp werbefrei ist, werden Ihre hinterlegten Daten dennoch für Facebook verwendet, um Ihnen personalisierte Werbung anzuzeigen. Ein Zusammenlegen von Facebook, WhatsApp und Instagram würde diesen Umstand weiter begünstigen. Zum anderen entspräche eine Fusion tatsächlich einem großen Userbedürfnis, zwischen den einzelnen Netzwerken kommunizieren zu können. Zwar sind alle drei Plattformen mit jeweils über einer Milliarde Nutzern äußerst beliebt, nicht jede Person auf Instagram verwendet jedoch beispielsweise auch Facebook und WhatsApp. Besonders unter jüngeren Usern ist Instagram weitaus verbreiteter als Facebook. Hinzu kommt, dass nicht jeder, der ein Smartphone besitzt, den Messenger von WhatsApp verwendet. Alternative Messenger wie Threema oder Telegram werden immer beliebter. Kurzum: Durch eine Fusion von Facebook, WhatsApp und Instagram bräuchten User nicht ihre Anwendungen wechseln, sondern könnten innerhalb der Apps miteinander chatten. Die chinesische Applikation WeChat ermöglicht diese Art der Kommunikation bereits, indem sie als Vermittler zwischen den einzelnen Anwendungen fungiert. Ob dies tatsächlich auch vom Facebook-Konzern forciert wird, bleibt zunächst abzuwarten.

Wie genau könnte ein Zusammenlegen der drei Plattformen aussehen?

Frau am Laptop mit Handy in einer Hand
(Bild: deagreez - stock.adobe.com)

Laut Recherchen der US-Zeitung werde zwar eine Fusion von Facebook, WhatsApp und Instagram geplant, jedoch nicht in Form einer einzigen Super-App. Die Idee bestehe vielmehr darin, die Kommunikation unter den einzelnen Apps zu erleichtern. Vor allem geht es darum, die sogenannte „Messaging-Struktur“ zu vereinheitlichen. Trotz der Tatsache, dass Facebook die Gerüchte um eine Verschmelzung von Facebook, WhatsApp und Instagram nicht bestätigt, klingen die veröffentlichten Pläne des Konzerns ziemlich eindeutig: Facebook versuche, dass die User seiner verschiedenen Plattformen bald zwischen den Apps miteinander in Kontakt treten können. Ein Facebook-Nutzer soll die Möglichkeit bekommen, mit einem WhatsApp Kontakt zu schreiben, ohne dabei die Anwendung verlassen zu müssen. Das klingt zumindest nach einer Teil-Fusion auf Messenger-Ebene. Die klassische Facebook App könnte damit von der Maßnahme ausgeschlossen werden zugunsten einer Einbeziehung des Facebook Messengers. Damit wäre es immer noch eine Fusion von Facebook, WhatsApp und Instagram, jedoch keine umfassende wie von vielen besorgten Usern befürchtet. Dass jedoch auch eine kleine Fusion zu Ängsten um die Datensicherheit führen kann, liegt auf der Hand. Schließlich steht Facebook seit vielen Jahren in der Kritik, dass es zu fahrlässig mit den Informationen seiner Nutzer umgehe.

Wie steht es bei der Fusion um die Datensicherheit?

Wie sieht es mit der Datensicherheit bei einem Verschmelzen von Facebook, WhatsApp und Instagram aus? Wenn davon ausgegangen wird, dass es vor allem um ein Zusammenlegen der Chatfunktionen geht, drängt sich neben dem Thema der personalisierten Werbung besonders eine Frage auf: Was geschieht mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp? Zur Erinnerung: Nachdem Messenger wie Telegram und Signal sichere Methoden zur Kommunikation eingeführt haben, hat 2016 auch WhatsApp nachgezogen. Telegram hat eine Server-Client-Verschlüsselung, bei geheimen Chats sogar eine Client-Client-Verschlüsselung. Darüber hinaus hat Telegram einen Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem die Person, die es schafft, Nachrichten zu entschlüsseln, 300.000 US-Dollar gewinnen kann.

Durch das Ende-zu-Ende-Verfahren von WhatsApp und einigen anderen Messengern werden versendete Nachrichten codiert und sind nur von den Gesprächsteilnehmern entschlüsselbar. Das Problem: Sowohl Instagram als auch der Facebook Messenger haben keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Aktuell ist WhatsApp das einzige Produkt aus dem Hause Facebook, das eine entsprechende Sicherheitsvorkehrung besitzt. Damit die Kommunikation innerhalb der drei Apps weiterhin geschützt geschehen kann, wäre es also notwendig, auch dem Facebook Messenger und Instagram eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zu geben. Laut Facebook werde tatsächlich daran gearbeitet, diese Methode der geschützten Kommunikation für alle hauseigenen Produkte zu entwickeln. Alles gut also? Nicht wirklich. Einerseits ist noch nicht klar, ob und wann es eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Instagram und den Facebook Messenger geben wird. Wie zuverlässig sich der sichere Verkehr zwischen den Apps vollzieht, wird sich zudem erst in der Praxis zeigen. Andererseits ist unklar, welche Auswirkungen ein Zusammenlegen von Facebook, WhatsApp und Instagram auf den Umgang mit der dort geschalteten Werbung haben wird. Ihre Nutzungsdaten könnten zwischen den einzelnen Apps noch stärker herangezogen werden als bisher. Darüber hinaus können neue Formen der Werbung entstehen, die es dem Facebook-Konzern erlauben, noch stärker personalisierte Anzeigen zu veröffentlichen als ohnehin schon. Einfach ausgedrückt: Auch im Bereich der Datensicherheit bleiben noch viele Fragen offen.