Drohne trägt Paket
Augen auf: Die Amazon Drohne kommt bald zum Einsatz (Bild: M.MPhoto - stock.adobe.com)

Technik News Amazon Drohne: Alle Infos zur Flug-Lieferung und Prime Air

Noch gar nicht lange ist es her, dass die Nachricht einer Flugdrohne, die Ihnen Einkäufe nach Hause bringt, Zukunftsmusik war. Eine verrückte Idee, die vielleicht irgendwann mal Realität wird. Auf der anderen Seite hat man das auch über Touchscreens, Videotelefonie und Künstliche Intelligenz gesagt. Insofern scheint es gar nicht so verwunderlich, dass auch die Flugdrohne schon bald Alltag wird. Der erste große Konzern, der daraufsetzt, ist Amazon. Klar, das macht irgendwie Sinn. Einerseits scheint der Onlinehandel mit gut 10 Millionen verschickten Paketen täglich wie geschaffen dafür, um Unterstützung aus der Luft zu bekommen. Gerade vorm Hintergrund prekärer Arbeitsverhältnisse. Zum anderen besitzt das Unternehmen genug Kapital (469,8 Milliarden US Dollar in 2022), um solch ein Vorhaben zu testen. Wie steht es also um die Amazon Drohne? Wann kommt sie und was müssen Sie außerdem wissen?

Amazon Drohne: Alles Gute kommt von oben, vielleicht

Die Amazon Drohe wird schon bald Realität. Irgendwie eine komische Vorstellung ein Paket per Luftpost zu erhalten, direkt vor die Haustür. Wie genau soll das funktionieren? Schließlich wohnt nicht jeder in einem freistehenden Haus. Wie sieht es mit der Sicherheit aus? Was ist, wenn eine Drohne plötzlich in dicht besiedeltes Gebiet fliegt? Sind die kleinen Flugzeuge überhaupt zuverlässig und wann können wir hierzulande mit dem Einsatz der Amazon Drohne rechnen? Viele Fragen auf einmal. Wir geben Ihnen die wichtigsten Antworten, nacheinander.

Wann liefert Amazon mit Drohnen?

Amazon will mit dem Liefern per Drohne noch dieses Jahr beginnen. Das ist die gute Nachricht. Die „schlechte“ Nachricht lautet, dass sich Kundinnen hierzulande noch etwas gedulden müssen. Zunächst bereitet das Unternehmen den Einsatz nämlich im US-Bundesstaat Kalifornien vor. Die Stadt Lockeford soll hier als Testballon dienen. Der Ort ist relativ klein, hat nur 3500 Einwohner und liegt ca. 160 Kilometer östlich von San Francisco. Später in diesem Jahr, so das Unternehmen, sollen sich Einwohner der Stadt für die kostenlose Lieferung per Drohne anmelden können. Noch kann der Praxistest nicht beginnen. Das Unternehmen wartet noch auf die endgültige Genehmigung durch die Behörden. Kundinnen und Kunden dieses ersten Durchlaufs sollen mit Tausenden Produkten das täglichen Bedarfs beliefert werden.

Das Ganze soll übrigens Prime Air heißen, in Anlehnung an Amazons Abo Modell Prime für bessere Lieferbedingungen (für Kunden) und Zugang zu Filmen und Serien.

Welche Drohne nutzt Amazon?

Drohne liefert Paket an Haustür
So könnten Lieferungen von Amazon bald aussehen. Deutsche Amazon-Fans müssen sich aber noch etwas gedulden. (Bild: Peter Heimpel - stock.adobe.com)

Aktuell ist nicht bekannt, welchen Bautyp Amazon für seine Drohne genau verwendet, wie sie im Detail aussieht und was ihre technischen Spezifika sind. Das Foto einer Mini Drohne mit vier Propellern wurde jedoch bereits veröffentlicht. Und über ein paar Details kann man auch schon berichten.

Feststeht, dass Amazons Drohnen Pakete bis zur Größe eines Schuhkartons ausliefern sollen. Damit fallen größere Produkte zunächst raus. Geplant ist daher, dass zu Beginn kleine Haushaltswaren transportiert werden. Das können z.B. Rasierer oder Zahnpasta sein. Das Maximalgewicht, dass eine Amazon Drohne transportieren kann, soll zunächst 2,5 Kilogramm betragen. Das ist wiederum gar nicht so wenig und dürfte bereits viele Produkte des täglichen Bedarfs miteinschließen. Die Reichweite wird sich zunächst auf 24 Kilometer belaufen. Das ist zwar kein sehr großer Radius. Abhängig davon, wo sich das Lager befindet bzw. wie viele Lager die Drohnen künftig mit Ware bestücken können, ließen sich jedoch große Teile der Bevölkerung beliefern. Die Drohnen sollen, so Amazon, in der Lage sein festen sowie beweglichen Hindernissen auszuweichen. Spezielle Sensoren würden dafür sorgen, dass die Drohnen sicher durchs Gelände fliegen. Besonders dieser Faktor wird bei der Frage der Sicherheit eine entscheidende Rolle spielen.

Amazons Idee, Drohnen einzusetzen, ist nicht neu. Bereits im Jahre 2013, also vor knapp einem Jahrzehnt schon, hat das Unternehmen erste Prototypen von Flugdrohnen präsentiert. Von dort an war es jedoch ein weiter Weg. Die erste Zustellung per Amazon Drohne erfolgte im Jahre 2016. Das war in England, geliefert wurde eine Fire TV Box (also ein Amazon Produkt) sowie eine Packung Popcorn. Damit die Fluggeräte auch tatsächlich zum Einsatz kommen konnten, mussten zahlreiche Genehmigungen durch Behörden eingeholt werden. Nun ist es soweit und die ersten Drohnen gehen Ende des Jahres in die Luft, um Amazon Kundinnen und Kunden zu beliefern.

Welche Firmen nutzen Drohnen?

Das erste Mal wurden Drohnen im 20. Jahrhundert und zu militärischen Zwecken eigesetzt. Eine der ersten kommerziellen Drohnennutzungen fand 2014 statt. Damals hat der Paket- und Brief Express Dienst DHL auf der Nordseeinsel Juist Medikamente an eine Apotheke geliefert.

Wenn über den (kommerziellen) Einsatz von Flugdrohen gesprochen wird, dann werden meist jedoch nicht DHL oder Apotheken genannt, sondern Amazon. Das US Unternehmen ist einer der größten Konzerne der Welt, dementsprechend bekommt er auch (egal ob gute oder schlechte Berichterstattung) die meiste Aufmerksamkeit. Das heißt jedoch nicht, dass auch nicht andere Firmen mit Flugdrohnen experimentieren. Es gibt viele weitere Unternehmen, die ebenfalls den Einsatz von Drohen testen. So plant auch der Einzelhandelskonzern Walmart, ebenfalls US amerikanisch, bis Ende des Jahres Flugdrohnen an insgesamt 34 Standorten einzusetzen. Die Orte verteilen sich zunächst auf sechs Bundesstaaten. Damit deckt Walmart ein weitaus größeres Gebiet ab als Amazon.

Ein weiterer Unterschied zu Amazon ist, dass Walmarts Service kostenpflichtig sein wird. Im Gegensatz zu Amazon, müssen Kundinnen und Kunden hier also extra zahlen, möchten sie ihre Ware durch die Luft und bis vor die Haustür geliefert bekommen. Dafür darf die Last der Walmart Pakete bis zu 4,5 Kilogramm betragen. Damit dürfen sie ganze zwei Kilogramm schwerer sein als Lieferungen per Amazon Air. Walmart kooperiert für seinen neuen Service mit dem Startup DroneUp. Das Unternehmen hat sich, wie der Name bereits vermuten lässt, auf die Konzeption und den Bau von Flugdrohnen spezialisiert. Ein anderer Konzern, der mit Drohnen experimentiert, ist das Kurier- und Logistikunternehmen FedEx. Die US Firma ist auf die Bereiche Transport und Logistik spezialisiert, insofern liegt die Erprobung von Flugdrohnen relativ nahe.

Was sollten Sie außerdem zu Amazon wissen?

Amazon wird gemeinhin als Onlinehandel bezeichnet. Das ist natürlich richtig. Bei dieser Beschreibung geht jedoch schnell einmal verloren, wie komplex das Angebot und der Service von Amazon eigentlich ist. Mit Amazon Prime erhalten Sie z.B. nicht nur eine bevorzugte Behandlung bei vielen Bestellungen, sondern auch Zugang zu vielen Filmen und Serien. Im Artikel Amazon Prime: Diese Serien sollten Sie nicht verpassen! erfahren Sie, welche Shows sich aktuell ganz besonders lohnen. Darüber hinaus lassen sich viele der Bücher auf Amazon (Sie mögen sich erinnern, so hat das Unternehmen einmal angefangen), gratis downloaden. Wie dies geht, erfahren Sie im Artikel Amazon Prime Bücher kostenlos herunterladen - so geht's.

Wenn es ein Produkt gibt, mit dem Amazon in den vergangenen Jahren ein echtes Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat, dann ist es Alexa. In Amazon Alexa – alle Infos auf einem Blick geben wir Ihnen einen Überblick über den mobilen Sprachassistenten und wie er sich am besten mit Amazon Echo verwenden lässt. Haben Sie überdies schon einmal von Anytime gehört? Das war Amazons Versuch in den Messenger Markt einzusteigen, mit mäßigem Erfolg. Der Plan war dennoch vielversprechend – in Amazon-Messenger Anytime: Konkurrenz für WhatsApp? erfahren Sie, was Amazon vorgehabt hat und was der Messenger konnte.