Smartphone Telefonanwendung wird mit zwei Händen bedient
Wie nehme ich meine Rufnummer mit? (Bild: Denys Prykhodov - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks Rufnummer mitnehmen - Wir zeigen Ihnen, wie es geht

Von manchen Dingen kann man sich nur schwer trennen. Diese Weisheit gilt für viele Dinge im Leben – z.B. für Ihre Rufnummer. Sie kennen das: Ihr alter Vertrag läuft aus und Sie sind auf der Suche nach einem neuen, der bestmöglich zu Ihnen passt. Haben Sie sich durch alle Konditionen gekämpft, sämtliche Formulare ausgefüllt und jeden erforderlichen Button angeklickt, müssen Sie nur noch auf „Abschicken“ gehen und der Kauf ist unter Dach und Fach. Doch Moment - was ist mit Ihrer Handynummer? Ist es möglich, diese aus dem alten Vertrag mitzunehmen und wenn ja, wie können Sie dies tun? Schließlich ist es unheimlich praktisch, die Nummer, die Sie bereits seit Jahren verwenden, auch für Ihren neuen Vertrag zu nutzen. Doch geht dies wirklich so einfach? Gibt es Bedingungen, die daran geknüpft sind? Wir verraten Ihnen, wie Sie Ihre alte Rufnummer mitnehmen können.

Auf diese Weise lässt sich Ihre Rufnummer mitnehmen

Das eigentliche Rufnummer mitnehmen ist denkbar einfach. Im Zuge des Vertragsabschlusses wird Ihnen eine entsprechende Eingabemaske angezeigt. In der Regel handelt es sich dabei um ein Feld, in das Sie Ihre alte Rufnummer eintragen und eine Checkbox, die Sie mit einem Haken oder einem X versehen müssen. Der neue Anbieter setzt sich daraufhin mit dem alten in Verbindung und regelt die Mitnahme Ihrer Nummer. Um sicher zu gehen, dass der Transfer auch wirklich gelingt, empfiehlt es sich, Ihren alten Anbieter parallel per Mail zu informieren. Übrigens: Im Gegensatz zu Festnetznummern lassen sich Nummern von Smartphones bereits dann mitnehmen, wenn sich der alte und neue Vertrag überschneiden. Selbstverständlich müssen Sie in diesem Fall für die Kosten für beide Verträge (solange sie sich überschneiden) aufkommen. Apropos Kosten: Für die Portierung Ihrer Nummer darf Ihnen der neue Anbieter höchstens 6,82 Euro berechnen.

Rufnummer mitnehmen - Diese Einschränkung gibt es

Wollen Sie Ihre alte Rufnummer mitnehmen, steht Ihnen dies per Gesetz zu. Wie die Regelung genau formuliert ist und welche Konditionen dabei herrschen, erfahren Sie in den nächsten beiden Abschnitten. Nichtsdestotrotz gibt es hierbei einige Einschränkungen, die zu beachten sind. Erstens dürfen Sie Ihre Rufnummer nur dann mitnehmen, wenn Sie Ihren Vertrag und gleichzeitig auch den Anbieter wechseln. Schließen Sie hingegen einen neuen Vertrag beim vorherigen Anbieter ab, gilt die Regelung zum Rufnummer mitnehmen nicht. In diesem Fall sind Sie darauf angewiesen, dass sich der Anbieter kulant zeigt bzw. sich zur Mitnahme der Nummer bereiterklärt. Zweitens können Sie die Portierung Ihrer Rufnummer frühestens 123 Tage vor Vertragsende und spätestens 90 Tage danach beantragen. Achten Sie drittens darauf, dass Sie Ihren alten Vertrag fristgerecht (drei Monate vor Ablauf) kündigen. Viertens ist es wichtig, dass Ihre persönlichen Angaben (Name und Geburtsdatum) in beiden Verträgen übereinstimmen. In der Regel dauert die Portierung Ihrer Nummer zwischen drei und sieben Tagen.

Sie dürfen eine Nummer nutzen, sie aber nicht besitzen

Für alle, die sich fragen, wie das Rufnummer mitnehmen grundsätzlich geregelt ist, gibt es eine einfache Antwort: Sie haben das Recht darauf, eine Nummer zu nutzen. Soll heißen: Wenn Sie im Zuge eines Vertrags eine Telefonnummer zugewiesen bekommen, dann wird Ihnen damit das Recht zuteil, diese Rufnummer zu verwenden. Um die Sache etwas komplizierter zu machen: Das Recht auf die Nutzung einer Nummer ist nicht gleichzusetzen mit dem Recht auf Besitz. Sie sind also berechtigt, eine Nummer zu verwenden, sie gehört Ihnen aber nicht. Der Gesetzgeber macht einen Unterschied zwischen der Nutzung und dem Eigentum. Die wichtige Nachricht hierbei lautet, dass Sie das Recht auf Nutzung der Nummer haben. Dieses Recht garantiert Ihnen nämlich, dass Sie Ihre alte Rufnummer mitnehmen können, wenn Sie dies im Zuge eines Vertragswechsels wünschen.

Rufnummer mitnehmen – Das sagt der Gesetzgeber

SIM Karte schaut aus Smartphone heraus
Rufnummernmitnahme beim Smartphone (Bild: David Bodescu - stock.adobe.com)

Was bedeutet diese Formulierungen rund um Nutzung und Eigentum nun genau? Im Prinzip ist es ganz simpel: Sie haben zwar (nur) das Nutzungsrecht auf eine Telefonnummer. Dieses Recht garantiert Ihnen beim Anbieterwechsel jedoch, Ihre Rufnummer mitnehmen zu können. Damit ist es weder Zufall bzw. Glückssache, ob Sie Ihre Rufnummer mitnehmen dürfen, noch obliegt es dem jeweiligen Anbieter. Heißt: Sie müssen nicht darauf hoffen, dass Anbieter XY dies in seinen Vertragsbedingungen festgeschrieben hat oder er in Ihrem Fall eine Ausnahme macht und Kulanz zeigt. Stattdessen ist es gesetzlich geregelt: Wollen Sie bei einem Vertragswechsel Ihre Rufnummer mitnehmen, dann können Sie dies auch tun. Dabei spielt es keine Rolle, bei welchem Anbieter Sie Ihren alten bzw. neuen Vertrag haben. Genauso wenig kommt es darauf an, was für ein Smartphone und Betriebssystem, sprich Android oder iOS, Sie nutzen. Die gesetzliche Regelung betrifft alle Anbieter und Geräte gleichermaßen.

Alte Rufnummer mitnehmen – Deswegen lohnt es sich

Es gibt gute Gründe die alte Rufnummer mitnehmen zu wollen. Der größte Vorteil liegt klar auf der Hand: Sie müssen sich an keine neue Nummer gewöhnen. Vor allem Ihre Freunde und Bekannten kommen so um die Arbeit herum, sich eine komplett neue Rufnummer abspeichern zu müssen. Zwar bedeutet dies in Zeiten des Smartphone keinen großen Aufwand, doch dies geschieht jedoch nicht immer ohne Probleme.

Einerseits ist es schwer, jede einzelne Person aus Ihrem Bekanntenkreis über Ihre neue Nummer zu informieren. Selbst wenn Sie alle Kontakte aus Ihrem Telefonbuch anschreiben, gibt es einige Personen, die Sie damit nicht erreichen. Entweder weil sie Ihre Nachricht übersehen oder weil bestimmte Personen gar nicht in Ihrem Telefonbuch stehen. Letztere müssen dann extra per Instagram, Facebook oder Mail benachrichtigt werden.

Dementsprechend kann es andererseits ganz schön zeitaufwendig sein, jeden Ihrer Kontakte anzuschreiben. Zwar können Sie Ihre neue Nummer z.B. als WhatsApp Status anzeigen lassen und Ihre Rufnummer für jeden (je nach Privatsphäre-Einstellung) sichtbar machen. Auf diese Weise sehen Ihre Nummer jedoch auch die Personen, die Sie unter Umständen gar nicht informieren wollten. Es gibt also gute Gründe sich dafür zu entscheiden, die Rufnummer mitnehmen zu wollen.