Frau liegt mit Smartphone an einem Swimmingpool
Roaming-Gebühren – alles was Sie wissen müssen (Bild: anyaberkut - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Roaming-Gebühren – alles was Sie wissen müssen

Am 15. Juni 2017 wurden sie innerhalb der EU abgeschafft: Roaming-Gebühren. Das Entfallen der zusätzlichen Gebühren gilt sowohl für Telefonate als auch für SMS und Datentransfer. Wer im EU-Ausland Urlaub macht und seinen Freunden davon berichten möchte, kann sich im Normalfall auf die neue Gesetzeslage verlassen. Allerdings lauern auch hier Gefahren, die Ihren Geldbeutel schwer leiden lassen können. Ein weiteres Problem: Das Entfallen der Roaming-Gebühren gilt nur im EU-Ausland. Wer sich also außerhalb der EU aufhält, sollte aufpassen, dass er nicht in gravierende Kostenfallen tappt. Wir erklären Ihnen, was Roaming-Gebühren sind, wo sie auftreten und wie Sie sie am besten umgehen können. Außerdem zeigen wir Ihnen, in welchen Ländern Sie besonders vorsichtig sein sollten.

Was ist Roaming und wie kann ich es deaktivieren?

Sobald sich ein Mobilfunkgerät in einem ausländischen Mobilfunknetz befindet und dort aktiviert wird, wird automatisch Roaming angeschaltet. Wenn dann ein Anruf eingeht oder eine SMS verschickt wird, erfolgt dies über Roaming. Für jede getätigte Aktion – egal, ob Datenabruf, Anruf oder SMS, können Aufpreise für Roaming anfallen. Dabei ist es egal, ob Sie selbst eine WhatsApp Nachricht verschicken oder einfach nur eine SMS oder einen Anruf erhalten.

Da die enorm hohen Roaming-Gebühren innerhalb der EU nicht gerechtfertigt werden konnten, wurden diese mittlerweile abgeschafft. Allerdings gilt dies nur für die EU. Alle anderen Länder außerhalb der EU können von Ihrem Mobilfunkanbieter mit enormen Roaming-Aufpreisen belastet werden. Um der Kostenfalle zu entgehen, sollten Sie Roaming bei einer Smartphone-Nutzung im Ausland außerhalb der EU am besten komplett deaktivieren. Je nachdem, ob Sie ein iPhone oder ein Android-Gerät nutzen, können Sie die Roaming-Funktion deaktivieren. Bei einem iOS-Gerät geht das über „Einstellungen“, „Mobiles Netz“, „Datenoptionen“, „Datenroaming“. Hier kann der Regler nach rechts geschoben werden. Bei einem Android-Gerät befindet sich die Option in der Regel unter dem Menüpunkt „Einstellungen“, „Verbindungen“, „Mobile Netzwerke“, „Daten-Roaming“. Auch hier kann das Daten-Roaming deaktiviert werden. Sobald das Daten-Roaming deaktiviert ist, kann sich das Gerät nicht mehr ins örtliche Mobilfunknetz einloggen. Somit können keine zusätzlichen Gebühren anfallen.

Welche Länder sind von Roaming-Gebühren befreit?

Frau mit Sonnenbrille hält Smartphone in der Hand
(Bild: Sv - stock.adobe.com)

Die Roaming-Verordnung gilt für insgesamt 31 europäische Länder. Darunter befinden sich die aktuellen 28 EU-Mitgliedsstaaten sowie Liechtenstein, Island und Norwegen. Vorsicht: Alle anderen europäischen Länder, die nicht zur EU gehören, können mit beachtlichen Roaming-Gebühren belegt sein. Gerade in kleineren Ländern wie dem Vatikanstaat, San Marino und Andorra sollten Sie aufpassen. Viele Mobilfunkanbieter belasten auch hier jegliche Aktivitäten mit saftigen Roaming-Gebühren. Was viele nicht wissen: Auch in der Türkei und Nordafrika ist mit hohen Roaming-Gebühren zu rechnen. So kann es Smartphone-Nutzer schnell bis zu zwei Euro pro Minute kosten, wenn sie von ihrer Reise berichten möchten. Auch eingehende Anrufe und SMS können teuer werden. In Tunesien werden beispielsweise schnell mal 19 Euro pro verbrauchtem Megabyte abgerechnet. Als Schutz dient lediglich eine Obergrenze für mobiles Internet. Sobald Sie ca. 60 Euro an Datenvolumen verbraucht haben, schaltet sich automatisch eine Sperre ein, die vor zusätzlichen Kosten bewahrt. Ansonsten herrscht in Ländern außerhalb der EU freie Preisgestaltung. Deshalb sollten Sie vorsichtshalber nur mit WLAN online gehen und auf jegliche Anrufe und Datentransfers außerhalb einer WIFI-Zone verzichten. Selbstverständlich variieren die Kosten immer je nach Mobilfunkanbieter. Gerade wer sich häufiger im Nicht-EU-Ausland aufhält und dabei auf sein Smartphone nicht verzichten möchte, sollte einen passenden Vertrag abschließen und verschiedene Möglichkeiten mit seinem Mobilfunkanbieter absprechen.

Roaming-Gebühren: Kostenfalle Schiff und Flugzeug

Was viele nicht wissen: Auf europäischen Gewässern gilt keine EU-Roaming-Freiheit. Somit kann es gerade auf Kreuzfahrten auf dem Mittelmeer enorm teuer werden. Auch auf Fähren wurde so mancher Urlauber bereits böse überrascht. Die meisten Fähren und Kreuzschiffe verwenden ein schiffseigenes Netz, das Anrufe mit schwindelerregenden Gebühren von bis zu sieben Euro pro Minute belastet. Dasselbe gilt für die Smartphone-Nutzung im Flugzeug. Immer mehr Airlines bieten problemloses Surfen über den Wolken an. Allerdings nicht umsonst. Der sorgenfreie Spaß kann hinterher böse Folgen mit sich bringen. Verzichten Sie daher besser ganz auf die Handynutzung während Schiffs- und Flugreisen.

Unsere Tipps zur Smartphone-Nutzung im Nicht-EU-Ausland

Der erste Tipp, um nicht in die Kostenfalle zu tappen, ist die Deaktivierung des Daten-Roamings. Damit können Sie sichergehen, dass sich Ihr Smartphone nicht ins nationale Mobilfunknetz einloggt und nur mit WLAN genutzt werden kann. Wer doch einmal in die Heimat telefonieren möchte, sollte zu kostenfreien Apps greifen und sich bei seinen Liebsten via Facebook Messenger oder WhatsApp Call melden. Müssen Sie im Ausland arbeiten oder rund um die Uhr erreichbar bleiben? Dann legen Sie sich am besten direkt eine örtliche SIM-Karte zu. In fast jedem Land gibt es gute Deals für Prepaid Karten, deren Nutzung sich bereits nach wenigen Tagen lohnt. Oftmals werden solche SIM-Karten schon direkt am Flughafen verteilt oder können in jedem kleinen Kiosk erworben werden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann dies bereits in Deutschland tun. Verschiedene Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, Reisende schon vor Ankunft mit örtlichen SIM-Karten zu versorgen. Ebenso hilfreich: Setzen Sie sich vor Ihrer Reise mit Ihrem Mobilfunkanbieter auseinander und informieren Sie sich über entsprechende Auslandsoptionen. Viele Anbieter bieten Tages- und Wochen-Flatrates, die optimal funktionieren und kaum mehr kosten als Inlandstarife.