Smartphone wird mit Wasser begossen
Darum verlieren wasserdichte Smartphones ihren Schutz (Bild: Toshe - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Darum verlieren wasserdichte Smartphones ihren Schutz

Nichts hält für immer – diesen Satz bekommen wir schon als Kind beigebracht. Dass diese Weisheit nicht nur für unser persönliches Leben gültig ist, sondern auch auf Gegenstände des Alltags, zeigt sich beispielsweise auch am Smartphone. Genauer gesagt: An seiner Widerstandsfähigkeit gegenüber Nässe und Feuchtigkeit. Viele der aktuellen Telefone sind laut Hersteller wasserdicht. Wer sich einmal so ein Gerät zugelegt hat, muss sich also keine Sorge machen, dass der deklarierte Schutz irgendwann vergeht, richtig? Falsch: Wasserdichte Smartphones sind nämlich nicht für immer gegen Feuchtigkeit gewappnet. Stattdessen verlieren sie über die Zeit ihre Resistenz. Das heißt: Sie können sich nicht automatisch darauf verlassen, dass Ihr Android Gerät oder Ihr iPhone wasserdicht ist. Wir verraten Ihnen, was dahinter steckt und was Sie tun können, um Ihr Smartphone dauerhaft gegen schädliche Umwelteinflüsse zu schützen.

Warum dürfen sich wasserdichte Smartphones so nennen, obwohl ihr Schutz vergeht?

Auf den ersten Blick scheint es komisch: Obwohl Geräte als wasserdichte Smartphones deklariert werden, stimmt dies nur zum Teil. Während Ihr Telefon beim Neukauf tatsächlich gegen Nässe und Staub (meistens geht der Schutz vor Wasser mit dem vor Schmutz einher) resistent ist, schwindet diese Sicherheit im Laufe der Nutzung. Mit einfachen Worten: Ihr Handy ist zu Beginn zwar wasserdicht, nach einiger Zeit wird der Schutz jedoch weniger. Wenn in der Produktbeschreibung Ihres Handys also „iPhone XR wasserdicht“ oder „Samsung Galaxy S10 wasserdicht“ steht, dann bezieht sich das ausschließlich auf den Zustand beim Neukauf. Dadurch, dass Ihr Gerät permanent von Ihnen herumgetragen wird, in der Hand, in Ihrer Hosen- oder der Jackentasche, ist es permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dies sorgt dafür, dass der anfängliche Schutz im Laufe der Nutzung abnehmen kann.

Wie vertrauenswürdig sind wasserdichte Smartphones in der Praxis?

Obwohl zunächst mit der Bezeichnung „Wasserdichte Smartphones“ geworben wird, gilt dies nicht für die gesamte Nutzungsdauer Ihres Geräts. Bedeutet dies, dass Sie der Angabe überhaupt nicht trauen sollten? Nein, wenn sich eine entsprechende Kennzeichnung in der Produktbeschreibung Ihres Handys befindet, dann können Sie auch sicher sein, dass Ihr iPhone wasserdicht ist bzw. Ihr Android Gerät. Es empfiehlt sich dennoch auf einige Faktoren bei der Nutzung zu achten, sodass der Schutz Ihres Handys auch mit fortlaufender Verwendung vorhanden bleibt. Dazu zählt, dass Sie Ihr Telefon nach Möglichkeit nicht Chlor- oder Salzwasser aussetzen sollten. Zwar liegt die Vermutung nahe, dass wasserdichte Smartphones gegen Feuchtigkeit aller Art (also auch gegen Meer- bzw. Poolwasser) geschützt sind. Tatsächlich werden die Geräte in Labors aber unter den immer gleichen Bedingungen getestet – und zwar mit Süßwasser. Ob Salz- oder Chlorwasser (bzw. andere Flüssigkeiten wie z.B. Softdrinks) Ihrem Gerät genauso wenig anhaben können, wie z.B. Leitungswasser, ist wissenschaftlich nicht einwandfrei nachgewiesen. Das bedeutet: Sorgen Sie dafür, dass Sie Ihr Handy nicht mit ans Meer oder mit ins Schwimmband nehmen bzw. gehen Sie sicher, dass es sich geschützt in einer Tasche befindet.

Deshalb sollten Sie vorsichtig sein, trotz eines guten Schutzes

Eigentlich ist es selbstverständlich, doch es soll an dieser Stelle noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Sie Ihr Handy grundsätzlich keinen Flüssigkeiten aussetzen sollten. Egal ob es sich um ein Smartphone ohne Schutz gegen Nässe handelt oder ob Ihr Android Gerät bzw. iPhone wasserdicht ist – sorgt dafür, dass es nicht in die Nähe von Wasser kommt. Obwohl Sie über ein wasserdichtes Handy verfügen, wie z.B. das iPhone X oder das Samsung Galaxy Note 10, ist dies keine Garantie dafür, dass es nicht trotzdem einen Wasserschaden nehmen kann. Wenn mit Resistenz gegenüber Nässe geworben wird, ist damit vor allem gemeint, dass Ihr Handy im Notfall geschützt ist. Fällt es Ihnen zufällig auf den Boden und landet in einer Pfütze, brauchen Sie keine große Sorge haben, dass es danach nicht mehr funktioniert. Das bedeutet jedoch nicht, dass Ihr Smartphone explizit für den Einsatz in Gewässern geeignet ist. Wasserdichte Smartphones besitzen einfach ausgedrückt „einen Nässeschutz in Notfällen“. Zwar werben einige Geräte explizit damit, dass sie auch in mehreren Metern unter Wasser noch funktionieren. Sie sollten das Label „wasserdicht“ jedoch eher als eine Notfallversicherung betrachten und nicht als eine Aufforderung es regelmäßig mit Wasser in Kontakt zu bringen.

Wasserdichte Smartphones: Wofür genau steht die Bezeichnung „IP“?

Smartphone liegt neben einem Brunnen auf einem Stein

Interessieren Sie sich für wasserdichte Smartphones, so ist Ihnen bei der Recherche sicherlich das kleine Kürzel „IP“ aufgefallen, in der Regel gefolgt von zwei Ziffern. Wann immer Sie sich die Produktbeschreibung eines gegen Feuchtigkeit geschützten Handys angeschaut haben, sind Sie unweigerlich auf die Bezeichnung IP67 oder IP68 gestoßen. Obwohl viele User davon ausgehen, dass es sich hierbei um einen Wert zur Angabe des Schutzes handelt, wissen doch die wenigsten, was genau sich dahinter verbirgt. Es scheint zudem einleuchtend, dass eine höhere Zahl einen besseren Schutz kennzeichnet, doch wie können Sie hundertprozentig sicher sein? Im Prinzip ist es ganz einfach, im Folgenden erklären wir Ihnen wofür die einzelnen Buchstaben und Ziffern stehen:

IP

Entdecken Sie in der Beschreibung Ihres Geräts das Kürzel „IP“, dann ist damit nichts anderes gemeint als „Eintritts-Schutz“. IP steht für „ingress protection“ was zu Deutsch so viel wie „Zufluss-„ oder „Eintritts-Schutz“ bedeutet. Manchmal wird auch von „international protection“ gesprochen, also „internationaler Schutz“. Die beiden Buchstaben „IP“ geben somit noch nicht den Grad der Resistenz gegenüber Wasser an, sondern machen lediglich deutlich, dass es hier um den Schutz Ihres Handys vor Umwelteinflüssen geht.

67/ 68

Rechts neben dem IP-Kürzel stehen für gewöhnlich zwei Ziffern. Oft handelt es sich dabei um eine 67 oder 68. Es gibt aber auch weitere Zahlenfolgen, die angegeben werden können. Obwohl sich dies auf den ersten Blick vermuten lässt, steht hier keine zweistellige Zahl, sondern zwei einstellige Ziffern: Die erste gibt an wie gut Ihr Gerät gegen Staub und Schmutz geschützt ist, die zweite verrät wie sehr Ihr Handy vor Nässe gesichert ist. Je höher beide Werte, desto besser ist Ihr Gerät gegen schädliche Umwelteinflüsse gewappnet.

Bei 67 und 68 handelt es sich um gute Werte. Soll heißen: Wenn Ihr Smartphone IP Werte in diesem Bereich hat, ist Ihr Android Gerät bzw. Ihr iPhone wasserdicht. Wenn Sie mehr über die unterschiedlichen Schutzgrade erfahren wollen und worauf Sie in Bezug auf wasserdichte Smartphones sonst noch achten müssen, dann klicken Sie hier.