Viele Radfahrer bim Radrennen
Race Across America - nichts für schwache Nerven (Bild: Jacek - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks Race Across America – das extremste Radrennen der Welt

Hart, härter, am härtesten – so urteilen ausnahmslos alle, die auf dem Rennrad in den USA über die fast 5.000 Kilometer lange Strecke „from Coast to Coast“ beim Radmarathon Race Across America (RAAM) dahingejagt sind. Er gilt als berühmtestes und extremstes Rad-Langstreckenrennen der Welt. Müdigkeit, Durst, Hitze, Verkehrsgefahren und andere Qualen gehören zum festen Programms. Natürlich übt das RAAM eine große Faszination aus. Glauben auch Sie, körperlich und mental fit für diese Tortur zu sein? Dann lesen Sie doch erst mal, was auf Sie zukommt!

Race Across America: In 12 Tagen durch die USA

Um beim RAAM teilnehmen zu können, müssen Sie sich zuvor qualifiziert haben, etwa durch das Absolvieren des Schweizer Bergmarathons oder andere beinharte Radrennen wie das Race Across Italy oder Race Around Austria. An den Start in den USA gehen weibliche und männliche Einzelfahrer wie auch Teams mit bis zu acht Personen. Neben dem klassischen Rennrad wird beim Race Across America auch mit Tandem, Liegerad, HPV oder Handbike gefahren. Und es gibt Zeitlimits: Einzelfahrerinnen und Männer über 60 Jahren haben für die Überwindung der Distanz quer über den Kontinent 12 Tage und 21 Stunden Zeit. Solo-Männer müssen in 12 Tagen über die Runden kommen, Teams in neun Tagen. Vier Kontrollstellen müssen während des Rennens in einer bestimmten Zeit erreicht werden. Insgesamt gibt es 57 Kontrollstellen. Mogeln ausgeschlossen.

Race Across America: Härter als der Ironman

Das Marathon-Radrennen verläuft seit 1982 von der US-amerikanischen Westküste zur Ostküste auf einer nicht immer exakt gleichbleibenden Route über rund 4.800 bis 5.000 Kilometer. Dabei werden über die Gesamtdistanz um die 50.000 Höhenmeter überwunden. Die Fahrerinnen und Fahrer werden von Fahrzeugen mit Betreuung begleitet, die zumindest die dürftigsten Möglichkeiten für Ernährung, Schlaf und Regeneration bereitstellen. Um beim Race Across America eine Chance zu haben, sollten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 17 km/h gehalten werden – eingerechnet Stopps und Schlafpausen. Welche Strapazen mit dem RAAM verbunden sind, zeigt seine ungewöhnlich hohe Abbrecherquote. Während zum Beispiel beim Ironman immer noch 90 Prozent ins Ziel kommen, ist es beim Race Across America meist nur etwa die Hälfte derer, die frohen Mutes an der Westküste aufgebrochen sind.

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Race Accross America: Schlaf, was ist das?

Verschwommenes Bild von einem rasenden Radfahrer
Race Across America - der Kampf mit dem Rad (Bild: daviles - stock.adobe.com)

Wie zermürbend das Rennen ist, zeigt allein der Umstand, dass die Extremradler alle nur um die zwei Stunden Schlaf pro Tag einkalkulieren. Hier muss jeder für sich eine Rechnung aufstellen: kompromissloses Fahrtzeitschinden oder doch ein Hauch mehr Regeneration für die kraftvolle Bewältigung der Monsterstrecke. Der deutsche Arzt und Molekulargenetiker Michael Nehls wandte 2008 bei seiner Teilnahme am Race Accross America eine ungewöhnliche Taktik an: Er schlief jede Nacht vergleichsweise üppige sechs Stunden und legte am Tag 400 Kilometer in rund 15 Stunden zurück – und rollte immerhin als siebter ins Ziel. Dabei war es ihm nur ums „Durchkommen, nicht um den Sieg“ gegangen, wie er später in einem Interview erklärte. Weil seine Kinder Angst um ihn hatten, legte sich der clevere Radrennfahrer ein besonderes Zeitsystem zurecht. Nehls: „Der Witz ist, dass dieses Rennen gar nicht so anstrengend wäre, wenn die Rennfahrer mit meiner Strategie fahren würden.“

Race Accross America: Das Phänomen Christoph Strasser

Anders Christoph Strasser. Der Extremsportler aus der Steiermark darf sich rühmen, zwischen 2011 und 2019 – dem letzten uneingeschränkt ausgetragenen Rennen vor der Corona-Pandemie – sechsmaliger Sieger des Race Accross America gewesen zu sein. Laut Wikipedia gilt er als erster Mensch, der mit einem konventionellen Fahrrad 1.000 Kilometer in weniger als 24 Stunden überwunden hat. 2019 beim RAAM legte Strasser seine erste Schlafpause nach 28 Stunden auf dem Rad ein. Dauer: 20 Minuten. Die nur insgesamt 12 „Power-Naps“ währten nie länger als 70 Minuten. Er meisterte die Mega-Strecke in sage und schreibe nur acht Tagen, einer Stunde und 23 Minuten. Während dieser Zeit schlief der Ausnahmeradfahrer insgesamt lediglich acht Stunden und 18 Minuten. Es gibt ja viele Menschen, die sich sogar nach nur einer Nacht dieser Länge morgens unausgeschlafen und matt fühlen.

Race Accross America: Mit 25 km/h gegen sich selbst

Was macht das Race Accross America so unglaublich extrem? Der Weltrekordler Strasser ist einer, der es wohl wissen sollte. Am schlimmsten sollen die Halluzinationen gewesen sein. Ab der siebten Nacht sei er nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen. Im Monument Valley empfing Strasser eine Gluthitze von über 40 Grad, was ihn zu Kühl-Pads greifen ließ. An anderen Streckenabschnitten tobten mit viel Rauch verbundene Waldbrände. Dort ging nur mit Mundschutz. Immer wieder kam es zu gefährlichen Beinah-Zusammenstößen mit Autos. Für Strasser war das Race Accross America ein Kampf mit sich selbst, bei dem er seine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25,56 km/h gehalten hat. Da ist es erstaunlich, dass bei ihm und den meisten anderen Fahrerinnen und Fahrern gesundheitliche Schäden weitgehend auszubleiben scheinen. In der Geschichte des Race Accross America gab es bisher zwei tödliche Unfälle und eine schwere Verletzung – alle im Straßenverkehr, der ja neben dem Rennen ganz normal mitläuft. Zum Schluss noch eine RAAM-Weisheit, die typisch für diesen Extremsportler ist. Gegenüber dem RennRad Magazin verriet er: „Die Regeneration findet auf dem Rad statt.“

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