Rennradfahrer auf dem Nürburgring
Jedermann-Rennen am Nürburgring (Bild: Westwind - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Jedermann-Rennen am Nürburgring

Die Geschwindigkeit eines Fahrrades kann mit manchen motorisierten Fahrzeugen mithalten. Wo kann man diese Geschwindigkeit aber voll ausleben? Bei einem Radrennen. Am besten bei einem Wettbewerb auf einer professionellen Rennbahn. Zum Beispiel beim Jedermann-Rennen auf dem Nürburgring.

Was ist ein Jedermann-Rennen?

Unter einem Jedermann-Rennen versteht man einen Wettkampf, an dem jeder ohne weitere Zulassungsvoraussetzungen teilnehmen darf. Sonst übliche Restriktionen, wie der Besitz einer Rennlizenz oder das Vorhandensein einer Einladung, entfallen. Auch eine bestimmte Position in einer Rangliste stellt keine Voraussetzung dar.

Diese Rennen sind aber nicht immer kostenlos. So gesehen, stellt die Teilnahmegebühr eine Bedingung dar. Auch sind Altersbeschränkungen und Vorschriften bzgl. der zugelassenen Fahrräder einzuhalten. Die Teilnahme von Profifahrern wird zur Wahrung der Chancengleichheit oft ausgeschlossen.

Nicht verwechseln darf man ein Jedermann-Rennen mit einer Radtourenfahrt (RTF). Während bei einer RTF lediglich eine erfolgreiche Teilnahme angestrebt wird, versuchen die Teilnehmer eines Jedermann-Rennens, dieses auch zu gewinnen.

Die Geschichte des Nürburgrings

Der Nürburgring ist eine nach der Nürburg benannte Rennstrecke im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Nürburg ist eine Gipfelburg südlich von Andau im Landkreis Ahrweiler. Der Nürburgring wurde im Jahre 1927 eingeweiht.

Die Gesamtanlage des Nürburgrings teilt sich in der ursprünglichen Planung in eine Nord- und in eine Südschleife auf. Beide Strecken wurden so angelegt, dass sie unabhängig voneinander benutzt werden konnten. Verbunden wurden die beiden Strecken durch die Start-und-Ziel-Schleife.

Start-und-Ziel-Schleife

Dieser Streckenteil kann auf vier Arten genutzt werden

  • Als Start und Ziel für die gesamte Anlage
  • Als Start und Ziel für die Nordschleife
  • Als Start und Ziel für die Südschleife
  • Als Fahrbahn für ein eigenes Rennen

Eine gleichzeitige Nutzung der Start-und-Ziel-Schleife und anderer Teile des Nürburgringes für zwei verschiedene Rennen ist nicht möglich.

Nordschleife

Die Nordschleife wurde 1927 eröffnet. Umgangssprachlich wird sie gerne als „Der Ring“ oder “Die grüne Hölle“ bezeichnet. Die zweite Bezeichnung geht angeblich auf den britischen Automobilrennfahrer und Motorsport-Funktionär Jackie Stewart zurück.

Südschleife

Die Südschleife wurde gleichzeitig mit der Nordschleife errichtet. Im Zuge der Umbauten am Nürburgring in der Mitte der 80er Jahre wurde sie allerdings als Rennstrecke aufgegeben. Heute ist sie teilweise eine öffentliche Straße, teilweise dient sie als Zubringer zu den Parkplätzen des Nürburgrings.

Die Veranstaltung „Rad am Ring“

Das Jedermann-Rennen am Nürburgring ist ein Rennen unter mehreren während der Veranstaltung Rad am Ring. Diese Veranstaltung wird jährlich durchgeführt. Zu den regelmäßigen Wettbewerben bei dieser Veranstaltung gehören

  • 24-Stunden-Rennen für normale Räder (auch für Zweier-, Vierer- und Achterteams)
  • 24-Stunden-Rennen für Mountainbiker (auch für Zweier-, Vierer- und Achterteams)
  • Eintagesrennen der UCI Europe Tour in der UCI-Kategorie 1.1
  • Je ein Jedermann-Rennen auf den Distanzen 25 km, 75 km und 150 km

Das Jedermann-Rennen am Nürburgring

Teilnahmeberechtigung

Bezüglich der Teilnahmeberechtigung zitieren wir diese von der Webseite der Veranstaltung

  • Hobby- und Freizeitsportler ohne Lizenz oder Wertungskarte
  • Rad-Touristik-Fahrer (keine RTF-Punkte)
  • Rennsportler mit Senioren-/Masters-Lizenz (nur C-Lizenz abwärts)
  • Amateurrennsportler mit Lizenz, die maximal der C-Klasse oder der jeweiligen entsprechenden ausländischen Klasse angehören.
  • Die Teilnahme von Lizenzfahrern, die höher als C-Klasse eingestuft sind, ist aus Marketing Gründen möglich. Diese Fahrer werden gesondert gewertet. Ihre Platzierungen fließen nicht in die Wertung des Jedermann-Rennens ein.
  • Eine Vereinsmitgliedschaft ist nicht erforderlich.

Teilnahmegebühren (Stand 2017)

Die Teilnahmegebühren variieren je nach gewählter Distanz und Anmeldezeitpunkt zwischen 43 Euro für eines der Einzelrennen, und 160 Euro für den Startplatz beim 24-Stunden Rennen. Im Falle einer Nachnennung erhöht sich die Gebühr noch weiter.

Zeitnahme

Die Zeitnahme erfolgt mit Hilfe eines Transponders. Dieser ist beim Jedermann-Rennen ein Bestandteil der Sattelstützennummer. Von jedem Teilnehmer wird die individuelle Start- und Zielzeit gemessen.

Die ersten 50 Männer und die ersten 15 Frauen werden nach Zieleinlauf gewertet. Bei den anderen Teilnehmern wird das Ranking auf Basis der Nettofahrzeit bestimmt. Mit Hilfe von Kontrollschleifen wird festgestellt, ob ein Teilnehmer ordnungsgemäß am ganzen Rennen teilgenommen hat.

Einschränkungen beim Material (Stand 2017)

Beim eingesetzten Material gibt es Einschränkungen, die zum Teil kurios, zum Teil aber auch der Sicherheit geschuldet sind. Wir zitieren die Punkte im Einzelnen laut Webseite des Veranstalters

  • Scheibenräder vorn und/oder hinten
  • Zeitfahrlaufräder (auch „four spokes")
  • Triathlon-, Hörner- bzw. Deltalenker
  • Lenkeraufsätze aller Art (ausgenommen MTB bar-ends)
  • Fahrradanhänger aller Art
  • Packtaschen und andere Zuladungen
  • Trinkflaschen aus Glas oder aus anderen zerbrechlichen Materialien
  • Einräder
  • Sitz- und Liegeräder (auch Trikes)
  • Tandems
  • Handbikes
  • Lastenräder
  • E-Bikes

Beschränkungen bei der Übersetzung gibt es nicht. Scheibenbremsen sind in Abweichung zu den BDR/UCI-Bestimmungen beim Jedermann-Rennen zugelassen. Während des Rennens besteht Helmpflicht.

Wertungen

Die Wertungen werden differenziert nach

  • Gesamteinzelwertung (Unisex)
  • Altersgruppen
  • Gemeldete Teams

Die Teilnehmer werden in sieben Altersgruppen eingeteilt, gemessen anhand des Geburtsjahrs. In jeder Altersgruppe sind beide Geschlechter vertreten.

  • Altersgruppe „Jugend“ – 2002 und jünger
  • Altersgruppe „Junioren“ – 2000 bis 2001
  • Altersgruppe „Männer/Frauen“ – 1989 bis 1999
  • Altersgruppe „Master 1“ – 1979 bis 1988
  • Altersgruppe „Master 2“ – 1969 bis 1978
  • Altersgruppe „Master 3“ – 1959 bis 1968
  • Altersgruppe „Master 4“ – 1958 und älter

Kurs

Der Kurs des Jedermann-Rennens verläuft sowohl über die aktuelle Grand Prix-Strecke als auch über die alte Nordschleife. Die Distanzen gehen dabei über 25 km, 75 km und 150 km. Die unterschiedlichen Distanzen werden durch mehrmaliges Umfahren des Kurses erreicht.

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