Zwei Personen fahren mit dem Fahrrad in der Natur.
Gesundheitsassistent Fahrrad (Bild: Warren Goldswain - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Gesundheitsassistent Fahrrad

Regelmäßiges Radfahren ist der Gesundheit förderlich und kann die persönliche Leistungsfähigkeit bei konsequentem Training sogar steigern. Allerdings müssen dabei einige Regeln eingehalten werden. So gilt es Überanstrengungen zu vermeiden. Aber wie stellt man eine Überanstrengung fest?

Die Sache mit dem Puls

Eine Überanstrengung lässt sich am ehesten durch den stark überhöhten Puls feststellen. Ist dieser erstmal eingetreten, hat man bereits ein wichtiges Trainingsziel verfehlt. Abhilfe schaffen hier Messgeräte, die in Echtzeit anzeigen, wie sich der Puls entwickelt.

Anwendungsbereiche eines Herzfrequenzmessgerätes im Sport

Mit Hilfe der Daten eines Herzfrequenzmessgerätes können im Sport verschiedene Leistungsbereiche in den positiven Bereich verschoben werden. Dazu zählen

  • Der aerobe Ausdauerbereich (Fettverbrennung)
  • Der anaerobe Ausdauerbereich
  • Die wettkampfspezifische Ausdauer
  • Die Maximalbelastung

Für eine genaue Leistungsdiagnostik reicht allerdings das Herzfrequenzmessgerät nicht aus. Bei einer solchen Aufgabenstellung müssten auch die Atemgase analysiert und die Laktatspiegel bestimmt werden. Ein Herzfrequenzmessgerät kann aber frühzeitig in solchen Situationen warnen

  • Ungeübte Radfahrer haben ihre Leistungsgrenze erreicht
  • Sportliche Radfahrer schätzen die Situation aufgrund hoher/niederer Temperaturen falsch ein

Der zweite Punkt ergibt sich aus dem Umstand, dass je nach Temperatur der Körper stärker oder schwächer gefordert ist.

Bauformen von Herzfrequenzmessgeräten

Bei Herzfrequenzmessgeräten in sportlichen Bereichen lassen sich drei Bauformen unterscheiden.

  • Messung mit Brustgurt
  • Messung am Handgelenk
  • Messung im Gehörgang
  • Messung via Shirt

Der Brustgurt für Radfahrer

Der Brustgurt wird unterhalb der Brust angelegt. Zwei Hautelektroden messen die Herzfrequenz und übertragen die Messwerte über Funk an einen Kleinstrechner. Dieser ist meist in einer Armbanduhr oder in einem Computer am Fahrrad untergebracht.

Trotz der technischen Vorteile eines Brustgurtes, ist dieser nicht bei jedem Sportler beliebt. Zu sehr erinnert er an eine medizinische Einrichtung bzw. vermittelt den äußeren Eindruck, hier fährt jemand mit einem gesundheitlichen Problem. Deshalb bemühen sich zahlreiche Anbieter, unauffälligere Geräte zu entwickeln. Dabei entstanden interessante Lösungen für das Handgelenk bzw. für das Ohr.

Messung am Handgelenk

Die Messung der Herzfrequenz am Handgelenk erfolgt optisch. Das Messgerät emittiert Licht im grünen Wellenlängenbereich in Richtung Hautgewebe. Aus dem reflektierten Licht wird die Herzfrequenz ermittelt. Dabei wird der Umstand genutzt, dass mit dem Pulsieren der Blutgefäße die Intensität des reflektierten Lichts schwankt.

Messung im Gehörgang

Bei diesem Verfahren sitzt das eigentliche Messgerät im Innenohr. Zusätzlich zum Puls wird auch die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2max) gemessen. Ein Sender am Bügel überträgt die ermittelten Daten auf eine Anzeigeeinheit am Arm oder am Smartphone.

Die ersten Lösungen beeinträchtigten zwar nicht das Hören im Allgemeinen, sehr wohl aber das Musikhören in Stereo. Inzwischen sind aber Produkte auf dem Markt, die das Messgerät in einem Stereokopfhörer integrieren. Die Messmethode über das Innenohr bleibt gleich.

[Weiterlesen: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Pulsmesser-im-Ohr-2138979.html?wt_mc=rss.ho.beitrag.atom]

Noch ein Stück weit komfortabler sind Ohrhörer, die mit Hilfe eines eingebauten Speichers wie MP3-Player nutzbar sind. Via Mikrofone und Rauschunterdrückung sollen dabei Außengeräusche wie der beim Radfahren auftretende Wind reduziert werden.

[Weiterlesen: https://www.heise.de/newsticker/meldung/The-Dash-Pro-will-Headset-Fitnesstracker-und-Babelfisch-sein-3786964.html]

Messung via Shirt

Inzwischen sind auch intelligente Shirts am Markt, die mit Hilfe von eingewebten Sensoren Daten sammeln und diese mit Hilfe einer ansteckbaren technischen Einheit an ein Smartphone senden. Die Daten können dann via App in gewohnter Weise ausgewertet werden. Diese Lösung scheint wasserdicht zu sein, da sich die Hemden waschen werden lassen.

Fitness-Uhren für Radfahrer

Die nächste logische Verkleinerung eines Smartphones wäre wohl die Schrumpfung auf die Größe einer Armbanduhr. Tatsächlich sind bereits Modelle von Uhren auf dem Markt, die Mobiltelefonfunktionen und Pulsmessung vereinen.

Für die volle Nutzung aller bekannten Funktionen eines Smartphones muss dennoch ein solches mitgeführt werden. Auf diesem läuft dann eine App, die die von der Uhr gemessenen Daten verarbeiten und darstellen kann. Die Daten werden via Bluetooth zwischen den beiden Geräten übertragen.

Bei der Auswahl einer solchen Uhr sollte auf die Akkulaufzeit geachtet werden. Das Studieren von Testberichten kann aufschlussreich sein. So ist es schon vorkommen, dass ein schlecht designter Schrittzähler an der Uhr das Zähneputzen als sportliche Aktivität mitzählt.

Ein anderes Testkriterium ist, wie widerstandsfähig diese Armbanduhren gegenüber dem unvermeidlich auftretenden Schweiß sind.

Apps für Radfahrer

Die meisten Auswertemöglichkeiten lassen sich mit Hilfe einer App auf dem Smartphone erreichen. Durch die Kombination aus Rechenleistung und relativ großem Display sind hier auch weitreichende grafische Darstellungen möglich.

Ein großer Mehrwert solcher Apps ist die Möglichkeit, seine Daten mit anderen Usern auszutauschen. Dies wird durch zentrale Speicherung der Daten und Anbindung an sozialen Medien möglich. Da es sich dabei aber um Gesundheitsdaten handelt, sollte auf eine gute Verwaltbarkeit der Privacy-Einstellungen geachtet werden.