Drei Fahrräder in bergigem Gelände, die mit rot-schwarzen Bikepacking-Taschen versehen sind
Gepäck auf der Radtour - ein Überblick (Bild: Maygutyak - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Gepäck auf der Radtour - ein Überblick

Radtouren in freier Natur werden über immer längere Distanzen durchgeführt. Die Übernachtung im Zelt oder Schlafsack oder zumindest das Picknick am schönen Aussichtspunkt hoch oben in den Bergen werden vermehrt zum fixen Programmpunkt eines Ausfluges. Diese Art der Nutzung von Rädern stellt neue Anforderungen an das mitgeführte Gepäck. Im folgenden Text bieten wir einen Überblick über die verschiedenen Typen von Gepäck speziell für Radtouren, die zurzeit am Markt erhältlich sind.

Bikepacking statt Backpacking

Der Begriff Bikepacking entstand im Umfeld von Veranstaltungen, wo die Teilnehmer sich auf ihren Outdoor Touren selbst versorgten. Dazu mussten sie alle nötigen Materialien so auf dem Rad verstauen, dass die Outdoor Fähigkeit des Rades nicht beeinträchtigt wurde.

Dabei entwickelten sich drei Typen von Taschen:

  • Die Satteltasche, die in stabiler Ausführung hinter dem Sattel über das Hinterrad ragt.
  • Die Rahmentasche, die zwischen den Rohren des Rahmens fest eingespannt, vor allem schweres Material wie Werkzeug oder Gaskocher aufnimmt.
  • Und die Lenkertasche, deren Verschlüsse rasches Verstauen und Entnehmen von Getränkeflaschen, Kamera oder Sonnenbrille während der Fahrt erleichtern soll. Mit Hilfe einer Kordelspinne findet hier auch der Extrapullover seinen Platz.

Trotz dieser zahlreichen Spezialtaschen hat der klassische Rucksack nicht ausgedient. Hier sind Modelle auf dem Markt, die sich gut an den Rücken anpassen und so bei Fahrten über holprige Strecken nicht verrutschen.

Reisen mit dem Rad

Während beim Bikepacking das Gepäck auf eine schlanke Linie gebracht wird, um auch schmale Trails fahren zu können, kann man bei Radreisen etwas mehr in die Breite gehen. Hier gibt es schon seit langem groß dimensionierte Packtaschen zur Montage auf dem Gepäckträger.

Zur besseren Verteilung des Gesamtgewichts sind aber auch Lowrider“-Gepäckträger erhältlich, mit deren Hilfe kleinere Taschen links und rechts an der Vorderradgabel befestigt werden können. Durch die tiefe Lage der Taschen beeinflussen sie das Lenkerverhalten nicht negativ.

Eine direkt hinter dem Lenkervorbau montierte Oberrohrtasche mit Klarsichthülle für das Smartphone ermöglicht nicht nur das Telefonieren und Navigieren, sondern auch den raschen Zugriff auf Schlüssel und Müsliriegel.

Die bereits erwähnte Lenkertasche kann durch etwas stabiler gebaute Fototaschen ersetzt werden, die sich schnell von oben öffnen und bedienen lassen. Wichtig ist hier aber der sichere Sitz für alle teuren Teile, damit sich diese bei einem heftigen Stoß nicht verselbständigen.

Ein so breites Angebot von Taschen verführt zum ausgiebigen Befüllen. Dabei ist aber immer auf das Zulassungsgewicht des Fahrrades zu achten. Leider muss man beim Berechnen des maximalen Ladegewichts immer auch das eigene Körpergewicht berücksichtigen.

Kindertransport am Rad

Wenn die Kleinen noch nicht selbst mit dem Rad mitfahren können, drängt sich die Frage nach einem Kindersitz auf. Für diesen gibt es Lösungen, die sich entweder hinter oder vor dem Sattel befinden. Beides hat seine Vor- und Nachteile. So kann man mit dem Kind am Vordersitz mehr kommunizieren und die Rückseite bleibt zum Tragen eines Rucksacks frei. Wenn das Kind ein Gewicht von über 15 kg Gewicht erreicht hat, ist der Sitz auf der Rückseite vorgeschrieben. In Österreich sind generell nur hinter dem Sattel befestigte Kindersitze erlaubt. Jedes in Frage kommende Modell sollte die Norm DIN EN 14344 erfüllen.

Gepäcktransport mit Anhänger

Ein Anhänger wäre sowohl für den Kindertransport als auch für viel Gepäck eine interessante Alternative. Das maximale Ladegewicht variiert hier je nach Bauweise bzw. ob der Anhänger über eigene Bremsen verfügt. Dabei bleibt zu beachten, das S-Pedelecs keinen Anhänger mit sich ziehen dürfen.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Bei der Verwendung von Anhängern bzw. Kindersitzen am Rad ist zu beachten, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht in allen europäischen Ländern gleich sind. Vor einer Radtour über die Grenzen des Landes hinweg, sollte man sich rechtzeitig über eventuelle Eigenheiten des Nachbarlandes informieren.

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