Behandschuhte Hand am Fahrradlenker
Fahrradhandschuhe (Bild: zoran.orcik - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

Fahrradhandschuhe - nicht bloß reiner Kälteschutz

Während der kalten Jahreszeit gehören sie für viele Fußgänger zur Standardkleidung: die Handschuhe. Auch Radfahrer verwenden sie - doch nicht nur zum Schutz gegen Feuchtigkeit und Kälte. Der Nutzen von Fahrradhandschuhen geht weit darüber hinaus.

Der Zweck von Fahrradhandschuhen

Fahrradhandschuhe - das sollten sie leisten:

  • Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit
  • Besserer Halt am Fahrradlenker
  • Schutz vor Schwielen und Blasen an den Händen
  • Ergänzende Abfederung gegen Stöße während der Fahrt
  • Schutz gegen Verletzungen, falls es zu einem Sturz kommt

Radfahrer können ihre Hände nicht einstecken

Während der kalten Jahreszeit stecken Fußgänger ihre Hände gerne in ihre Manteltaschen und schützen sie so vor der Kälte. Das können Radfahrer nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass neben der kalten Umgebungstemperatur auch der Fahrtwind die Abkühlung der Hände beschleunigt. Fahrradhandschuhe verhindern dies.

Radfahren ohne Schwielen

Während einer Fahrradfahrt lastet ein großer Teil des Körpergewichts auf den Händen, die sich wiederum auf dem Lenker abstützen. Bei unvorteilhaften Griffen und ungeschützten Händen können Schwielen und Blasen eine Folge längerer Ausfahrten sein. Neben klug gewählten Lenkergriffen, helfen auch die Fahrradhandschuhe mit, diese Beschwerlichkeiten zu vermeiden.

Eine sorgfältig ausgesuchte Polsterung erhöht den Fahrkomfort

Zugegeben, der Schutz gegen Stöße während der Fahrt ist nur ein ergänzender. Die gröbsten Stöße sollten bereits die Federung und der Rahmen des Fahrrades abfangen. Trotzdem erhöhen Handschuhe mit einer Polsterung an den Handinnenflächen, den Handballen und den ersten Fingergliedern den Fahrkomfort.

Je nach Zweck der Fahrradfahrt sollte die Polsterung unterschiedlich gewählt werden. Rennfahrer werden ihre Fahrten hoffentlich nur auf perfekten Fahrbahnen ausführen und brauchen deshalb keine oder nur sehr dünne Polsterung in ihren Handschuhen. Hier zählt eher das geringere Gewicht.

Ganz anders verhält es sich bei Mountainbikern und selbst bei Pendlern. Das ständige Springen über Baumwurzeln oder Felsbrocken erfordert eine stärkere Polsterung im Handschuh. Aber auch bei einer Fahrt zur Arbeit über Kopfsteinpflaster, ist man über jede zusätzliche Abfederung der Vibrationen am Lenker dankbar.

Manche Radfahrer lehnen eine Polsterung ab, da sie mit ihr das direkte Fahrgefühl vermissen. Das kann aber auch an einer zu harten Polsterung liegen. Eine Abhilfe können Handschuhe bieten, die ein Gelkissen als Polsterungsmasse verwenden.

Ein zusätzlicher Schutz bei Stürzen

Im Falle eines Sturzes versuchen viele Radfahrer mit ihren Händen den Fall aufzufangen. Dabei kann es zu Abschürfungen oder unangenehmen Verletzungen durch spitze Steine oder Glassplitter kommen. Mit Handschuhen wird nicht nur diese Verletzungsgefahr verringert, wahrscheinlich stützt man sich als Fallender mit so einem Schutz auch viel entschlossener auf der Straße ab.

Der Handschuh als Schweißband

Viele Handschuhe verfügen über eine Stoffeinlage an deren Außenseite, mit deren Hilfe man sich während der Fahrt den Schweiß von der Stirn wischen kann.

Welche Bedingungen müssen Fahrradhandschuhe erfüllen?

Damit Fahrradhandschuhe ihren Zweck erfüllen können und nicht zu einer zusätzlichen Belastung werden, müssen sie folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie sollten die Bewegungsfreiheit der Hände nicht einschränken
  • Sie sollten die Schweißbildung nicht fördern
  • Sie sollten die Bedienung eines Mobiltelefons bzw. Smartphones nicht erschweren

Welche Materialien helfen gegen Schweißbildung?

Materialien wie Polyamid oder Elasthan sorgen für eine Schweißabsorption und für eine ausreichende Atmungsaktivität. In der Folge bleiben die Hände auch nach längerer Fahrt noch trocken.

Mit dem passenden Handschuh funktioniert auch das Smartphone

Die Fingerkuppen haben im Zeitalter des Smartphones eine wichtige Aufgabenstellung dazubekommen. Ein optimaler Fahrradhandschuh berücksichtigt die Notwendigkeit, bei den Fingern die größtmögliche Bewegungsfreiheit zu haben. Auch der Druckpunkt – oder sollten wir besser Wischpunkt sagen – muss an den Fingern klar herausgearbeitet sein. Nur so gelingt die Handhabung des Smartphones auf einer Fahrradtour zufriedenstellend.

Ein Handschuh für das ganze Jahr?

Sparsame Radfahrer würden gerne ein Paar Handschuhe für das ganze Jahr verwenden. Die hohen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter und die damit verbundenen unterschiedlichen Anforderungen lassen das als nicht besonders sinnvoll erscheinen.

Inzwischen sind auch Modelle erhältlich, die speziell für sommerliche Bedingungen optimiert sind. So lassen manche Handschuhe das Sonnenlicht durch die Oberhand durch, was eine Bräunung der Hand ermöglichen soll. Andere Handschuhe nutzen die Verdunstungskälte, um bei heißen Tagen die Hände etwas zu kühlen.

Der Handschuh mit dem Licht

Seit kurzem ist ein Handschuh auf dem Markt, der mit Hilfe einer eingebauten Batterie ein Blinklicht am Zeigefinger zur Verfügung stellt. Aktiviert wird dieses Blinklicht für einen Zeitraum von mehreren Sekunden durch das Berühren von Zeigefinger und Daumen.

Der Vorteil: Beim Anzeigen eines Spurwechsels oder eines Abbiegevorganges wird die ausgestreckte Hand auch im Dunkeln gesehen. Wer nicht mit einer Batterie am Handgelenk unterwegs sein möchte, sollte sich für Fahrten in der Dunkelheit zumindest Handschuhe mit Reflektoren besorgen.

Resümee

Ein Fahrradhandschuh ist mehr als nur ein Handwärmer während der kalten Jahreszeit. Vielmehr erhöht er den Fahrkomfort durch Schutz gegen Schwielen an den Händen und Vibrationen am Rad. Im Falle eines Sturzes schützen die Handschuhe vor Abschürfungen. Neue Technologien stellen aber auch neue Ansprüche an das Material. So muss ein moderner Fahrradhandschuh die Bedienung eines Smartphones unterstützen können.