Person fährt auf einem E-Scooter
E-Scooter im Winter – was gibt es zu beachten? (Bild: Vladimir Poplavskis - stock.adobe.com)

Tipps und Tricks

E-Scooter: Winter ein Problem?

In Deutschland sind E-Scooter seit dem Frühsommer 2019 zugelassen. Gerade auf Kurzstrecken können die elektrischen Tretroller - ggf. in Kombination mit öffentlichen Verkehrsmitteln - eine sinnvolle Alternative zum Auto sein. Doch wie wintertauglich sind E-Scooter?

E-Scooter: Winter schränkt Nutzung nur teilweise ein

E-Scooter sind noch nicht lange auf deutschen Straßen zugelassen, vielerorts jedoch bereits fester Bestandteil im Stadtbild. Dazu tragen vor allem mehrere Sharing-Anbieter bei, die E-Scooter in zahlreichen Städten anbieten. Nachdem die Roller in Sommer und Herbst bereits im Einsatz waren, stellt sich die Frage: Inwiefern stellt für E-Scooter Winter mit kalten Temperaturen und womöglich sogar Schnee und Eis ein Problem dar?

Kann man E-Scooter auch im Winter mieten?

Die großen Sharing-Anbieter für E-Scooter geben an, auch im Winter ihre Fahrzeuge anbieten zu wollen. Aufgrund der Witterungsbedingungen dürfte die Nachfrage tendenziell geringer sein als im Sommer. Darauf werden die meisten Anbieter voraussichtlich reagieren und die Zahl der angebotenen Elektrokleinstfahrzeuge entsprechend anpassen.

Worauf muss ich beim Fahren eines E-Scooters im Winter achten?

Prinzipiell ist beim Fahren mit dem E-Scooter im Winter die gleiche Vorsicht geboten wie auch beim Radfahren im Winter. Das bedeutet:

  1. Vorsichtig und vorausschauend fahren
  2. Für gute Sichtbarkeit sorgen

Besondere Vorsicht ist auf feuchtem Laub und nassem Kopfsteinpflaster, sowie bei Reif, Glätte und Schnee geboten. Hier kommen Elektroroller im Winter wegen der kleinen Räder besonders schnell ins Rutschen. Wichtig ist frühzeitiges und möglichst sanftes Bremsen. Für eine gute Sichtbarkeit ist eine gute Beleuchtung wichtig. Sinnvoll ist es außerdem, eine Signalweste oder ähnliche reflektierende Accessoires zu tragen.

Bei Schnee ist mit besonderen Herausforderungen zu rechnen. Fahrradwege werden in der Regel oft nur schlecht oder gar nicht geräumt. Oft entstehen Spurrillen durch Radfahrer. Hier ist es besonders schwierig, mit den elektrischen Tretrollern durchzukommen. Im Zweifelsfall heißt es dann: absteigen und schieben.

Elektroroller Winter: Gibt es besonders ausgestattete Modelle?

Für E-Scooter gibt es keine Vorschriften, wie sie im Winter ausgestattet sein müssen. Für E-Scooter sind daher auch keine speziellen Winterreifen vorgeschrieben, wie beispielsweise bei Autos. Es gibt jedoch E-Roller mit Allwetterbereifung. Diese Reifen haben ein gröberes Profil, das auch bei schlechter Witterung gute Haftung bietet. Einige Anbieter nehmen nach und nach mehr Fahrzeuge mit solchen Reifen ins Sortiment auf. Sharing-Anbieter Tier möchte für den Winter sogar ein Scooter-Modell auf die Straße bringen, das besonders gute Wintereigenschaften hat. Dafür sorgt ein größeres Vorderrad, kombiniert mit einem Hinterradantrieb und einem starken Licht.

Wie lange hält der Akku meines E-Scooters im Winter?

Erhebliche Einschränkungen der Akku-Leistung sind im Winter nicht zu erwarten. Das haben bereits die Erfahrung von E-Bike-Anbietern gezeigt. Die Akkus sind für Temperaturen bis minus 15 Grad ausgelegt. Beim Fahren entsteht durch den Entladungsprozess außerdem immer Wärme, die den Akku automatisch aufwärmt. In diesem Punkt stellt für Elektroroller Winter kein Risiko dar.

Wie sollte ich mich verhalten, wenn mein E-Scooter auf nasser Fahrbahn oder glatter Straße ins Rutschen gerät?

Auf nassem oder vereistem Untergrund kommt ein E-Roller schnell ins Rutschen. Ein Sturz ist dann oft kaum abzuwenden. Schutz bietet nur eine angepasste Fahrweise:

  • Geschwindigkeit in Kurven reduzieren
  • Keine starken Lenkbewegungen
  • Behutsam bremsen

Auf unebenem Untergrund lässt sich die Stabilität durch eine veränderte Fahrhaltung erhöhen. Fahrer können dafür etwas in die Knie gehen und die Füße möglichst weit auseinanderstellen. Außerdem sollten sie sich grundsätzlich mit einem Sturzhelm vor schweren Kopfverletzungen schützen.

Können Anbieter die E-Scooter per Remote bei schlechtem Wetter ausschalten?

Bei schlechtem Wetter ist das Fahren mit dem E-Scooter deutlich gefährlicher als im Sommer. Das gilt insbesondere bei Schnee und Glatteis. Verschiedene Sharing-Anbieter haben daher angekündigt, ihre Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen bei besonders schwierigen Witterungsverhältnissen per Remote – also per Fernsteuerung - mit einer Sperre zu versehen.

Fazit

Fahren mit dem E-Scooter im Winter ist durchaus möglich. Die meisten Anbieter möchten ihre Fahrzeuge das ganze Jahr über anbieten. Im Großen und Ganzen gelten beim Scooterfahren die gleichen Empfehlungen wie beim Radfahren im Winter. Scooter-Fahrer sollten entsprechend umsichtig fahren, um das Sturzrisiko so weit wie möglich zu minimieren. Spezielle Scooter-Modelle und Allwetterreifen versprechen mehr Sicherheit in der dunklen Jahreszeit. Zusätzlich sollten sich Fahrer mit Sturzhelm und Warnweste schützen. Bei besonders schwieriger Witterung planen Sharing-Anbieter ihre Geräte gegebenenfalls per Remote mit einer Sperre zu deaktivieren