Smartphone mit aktivierter Sprachsteuerung liegt auf einem aufgeklappten MacBook
Smartphone: Sprachsteuerung gewinnt an Bedeutung (Bild: bestforbest - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Smartphone: Sprachsteuerung gewinnt an Bedeutung

Siri, Cortana, OK Google oder S Voice machen es möglich: Die Steuerung des Smartphones per Spracheingabe. Laut den Ergebnissen einer aktuellen BITKOM-Umfrage, nutzen bereits knapp 60 Prozent der Smartphone-Nutzer die Sprachsteuerung – Tendenz steigend. In der Zielgruppe zwischen den 14- bis 29-jährigen verwenden sogar über 70 Prozent ihr Smartphone auf Zuruf.

Zwar hat das Eingeben von Fragen oder Befehlen über das Display nicht ausgedient, aber die Steuerung per Stimme holt auf. Am häufigsten wird die Sprachsteuerung als Assistent beim Telefonieren verwendet, vor allem wenn die Kontakte bereits hinterlegt sind. Auch für das Verfassen von Textnachrichten, das Starten von Suchanfragen bzw. Internetrecherchen, Übersetzungen oder das Navigieren, wird zunehmend die Sprachsteuerung eingesetzt. Dabei spielen das Gerät bzw. die verwendete Variante keine Rolle.

Aus Nutzersicht hat die Sprachsteuerung eine ganze Menge Vorteile. Dazu gehören Komfort, Geschwindigkeit und Effizienz. Im Vergleich: Pro Minute kann der Durchschnittsnutzer 40 Wörter tippen, aber 150 Wörter sprechen. Darüber hinaus wird die Sprachsteuerung durch die Vernetzung mit weiteren intelligenten Geräten künftig eine immer zentralere Rolle spielen. Durch Smart Home-Sprachsteuerungen wie Alexa und Co erhält die Technologie zunehmen auch Einzug ins Wohnzimmer und somit in die eigenen vier Wände.

Siri und Cortana

Die Standardfunktionen wie Kontakte aufrufen, SMS schreiben, Apps öffnen oder Notizen und E-Mails aufnehmen, Routen planen etc., sind bei allen vorgestellten Varianten nahezu identisch. Die wohl älteste, berühmteste und populärste Sprachassistentin ist dabei Siri, mit dem Apple 2011 der Durchbruch auf dem Smartphone gelang. Siri ist vor allem wegen ihrer Schlagfertigkeit sehr beliebt. Mit der Assistentin können Apple-Nutzer wie mit einem Menschen sprechen. Auf spezielle Sprachbefehle müssen sie dabei nicht achten. Siri denkt mit, merkt sich die Gewohnheiten des Nutzers und schlägt zudem vorausschauend anwenderspezifische Informationen oder Aktionen vor.

Cortana ist seit der Version 8.1. die persönliche Assistentin auf allen Windows Phones. Während der Ersteinrichtung fragt Cortana nach dem Namen des Nutzers und holt auch weitere Informationen zum Benutzer ab. So werden die Antworten der Assistentin möglichst nah an dessen Vorstellungen ausgerichtet. Neben den Standardfunktionen merkt sich Cortana im Notizbuch Informationen zu Interessen oder speichert Ruhezeiten ab. Sie ruft auch gewünschte Musik auf, plaudert oder erzählt sogar offline Witze.

S Voice und Ok Google

Frau in der Innenstadt spricht in ihr Smartphone
(Bild: Paolese - stock.adobe.com)

Auch Samsung hat mit S Voice seine eigene Sprachsteuerung auf allen Galaxy-Geräten ab Android 4.0 vorinstalliert. Im Grunde verfügt sie über die üblichen Standardfunktionen. Vielmehr ist damit derzeit nicht möglich. Allerdings plant Samsung wohl seine Sprachsteuerung komplett neu aufzusetzen, um besser im Wettbewerb mit Google Now bestehen zu können.

Die intelligente Sprachsteuerung "Ok Google" ist seit 2012 als Teil des Assistenzsystems Google Now verfügbar. Mittlerweile ist das System auch für den Browser und iOS erhältlich. Gestartet wird die Software über den Sprachbefehl „Ok Google“. Neben den Standardfunktionen, ist es auch möglich Übersetzungen zu erstellen, Erinnerungen einzurichten, Kalendereinträge zu erstellen oder Googles Suchmaschine nach Antworten zu fragen. Besonderheit ist, dass das System Fragen teils mündlich beantwortet, teils aber auch auf Einträge im Internet verweist. Nachteil: Google Now benötigt immer eine Internetverbindung.