Ein junges Mädchen bedient ein Smartphone
Generation Digital: Ein Smartphone für mein Kind? (Bild: fizkes - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Generation Digital: Ein Smartphone für mein Kind?

Das Smartphone ist für viele von uns ein unverzichtbarer, bester Freund im Alltag. Im Schnitt beschäftigen sich die Deutschen über zwei Stunden am Tag mit ihrem Mobiltelefon. Und auch die jüngere Generation springt auf den digitalen Trend auf, bis in das Grundschulalter.

Statistiken belegen, dass knapp 67 Prozent der 10- bis 11-Jährigen Kinder ein eigenes Smartphone besitzen. Längst sind die „klugen Telefone“ in Grundschulen heimisch geworden. Fotografieren, Videos drehen und Bilder austauschen ist für Grundschulkinder schon zum kleinen Einmaleins geworden.

Hinzu kommt, dass der soziale Gruppen-Druck und das „dazugehören wollen“ der Kinder Eltern oft schneller zum Kauf eines Smartphones bewegt als dieses ursprünglich geplant war. Ganz nach dem Motto: Nicht, dass das eigene Kind zum Außenseiter wird. Risiken, die Smartphones mit sich bringen können, werden häufig zu spät oder gar nicht erkannt.

Weniger Handy für mehr Gesundheit

Die Ergebnisse der neusten BLIKK-Medien-Studie sind ein drastisches Novum. Erstmals wurden für die vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Studie über 5000 Eltern und deren Kinder zum Umgang mit dem Smartphone befragt. Es zeigt sich eindeutig, dass ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und bestimmten Krankheitsbildern besteht. Bei 8- bis 13-Jährigen Kindern ließen sich Hyperaktivität und Konzentrationsprobleme feststellen, wenn digitale Bildschirminhalte länger als 60 Minuten täglich genutzt wurden.

Zudem war ein Zusammenhang zwischen Mediennutzung und einem erhöhten Body-Maß-Index (BMI) erkennbar. Zwar lässt sich durch die Studie keine Beziehung zwischen Ursache und Wirkung herstellen, dennoch sollten diese Ergebnisse ein Warnschuss sein, insbesondere für Eltern.

Der richtige Umgang mit digitaler Technik macht den Unterschied

Kind spielt ein Spiel auf einem Smartphone
(Bild: Stanisic Vladimir - stock.adobe.com)

Trotz der bekannten Risiken ist ein striktes Smartphone-Verbot keine Lösung, meint der Medienpädagoge Matthias Sannmann und rät zu einer Übergangslösung: „Eltern, die ihrem Kind noch kein Smartphone schenken wollten, könnten den Kindern zum Beispiel ihres ausleihen.“ So sei ein Kompromiss möglich der zu einem „verantwortungsbewussten Umgang“ mit dem Handy führen könne, so Sannmann. Die Fachstelle für Medien aus Stuttgart geht einen Schritt weiter und definiert einen konkreten Leitfaden für Eltern, indem klare Empfehlungen zum richtigen Umgang mit dem Smartphone-Wunsch Ihrer Kinder genannt werden. Hier heißt es:

  • Ein Smartphone in der Grundschule ist in den meisten Fällen nicht ratsam. Hier reichen herkömmliche Handys vollkommen aus.

  • Smartphones sollten nicht als „Spielzeug“ zum Zeitvertreib angeschafft werden.

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über dessen Handywunsch: Warum willst du ein Smartphone? Was möchtest du damit machen?

  • Erklären Sie Ihrem Kind, welche Funktionen es benutzen darf und warum Sie manche Möglichkeiten gesperrt bzw. eingeschränkt haben.

Vor dem Kauf sollte ein klarer Nutzungsgrund gemeinsam diskutiert werden. Teure Top-Modelle sind für Kinder in der Grundschule gar nicht notwendig – viel wichtiger sind hier klare Regeln! Eltern sollten sich Zeit nehmen, um beispielsweise die Handy-Nutzungsdauer des Kindes festzulegen. Hier kann je nach Alter ein Zeitfenster definiert werden.

Auch über Gefahren im Internet und Tabus sollte offen gesprochen werden, um Kinder für die Mediennutzung zu sensibilisieren. Fakt ist: Eltern sind in Zeiten von Smartphones und Tablets vor allem im Bereich Medienpädagogik gefordert – und gleichzeitig häufig überfordert.

Tag der Medienkompetenz: Austausch statt Ängste

Ob Eltern oder Lehrer, das Thema Medienkompetenz ist der derzeit in aller Munde. Passend dazu findet am 2. November in Hannover der fünfte Tag der Medienkompetenz unter dem Motto „Kompetent, vernetzt und sicher in der digitalen Welt" statt. Das Land Niedersachsen bietet damit eine Plattform für Informationen, Austausch und Vernetzung im Bereich Medienkompetenz.

Mit Workshops und Podiumsdiskussionen werden am Convention Center auf dem Messegelände relevante und aktuelle Themen wie z.B. die „Frühkindliche Medienbildung“ thematisiert. Koordinatorin Antje Höhl rechnet dieses Jahr wieder mit prall gefüllten Teilnehmerlisten. „Überwiegend erwarten wir Lehrkräfte aus ganz Niedersachsen“, so die Mitverantwortliche der Veranstaltung.

Weitere Informationen zum Thema „Das erste Handy für Kinder – was sollten Eltern beachten?“ gibt es auf unserer WERTGARANTIE-Website zum Nachlesen.

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