Smartphone liegt im Gras mit einer kleinen Tafel dabei, auf welcher "FAIR" steht
Fairphone 2: Das leicht zu reparierende Öko-Smartphone (Bild: ghazii - stock.adobe.com)

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Fairphone 2: Das leicht zu reparierende Öko-Smartphone

Der Lebenszyklus eines Smartphones wird immer kürzer: Wir kaufen neu statt zu reparieren. Das Start-Up Fairphone bringt nun sein zweites Modell raus. Das Fairphone 2 ist ökologisch und leicht reparierbar. Das niederländische Start-Up setzt damit auf Nachhaltigkeit.

Fair produziertes Öko-Smartphone

Das Start-Up möchte das Fairphone 2 so fair wie möglich produzieren und dabei nur Rohstoffe benutzen, die man z.B. ohne Kinderarbeit oder frei von Konflikten gewinnen kann. So hat Fairphone zusammen mit einer chinesischen Organisation vor Produktionsstart die Arbeitsbedingungen der Produktionsstätte in China kontrolliert und zahlt den chinesischen Arbeitern einen Extralohn. Zudem bezieht das Unternehmen konfliktfreies Zinn sowie Tantal aus der Demokratischen Republik Kongo und finanziert in Ghana ein Recycling-Programm für Elektroschrott, um gegen Ausbeutung und Umweltverschmutzung vorzugehen. Zwar gibt das Unternehmen Fairphone selbst zu, dass noch einige Maßnahmen notwendig sind, um von einem vollständig fair produzierten Smartphone zu sprechen, dennoch ist es fairer und umweltfreundlicher als ähnliche Produkte von anderen Herstellern - nicht ohne Grund sind die meisten chinesischen Smartphone-Exporte verhältnismäßig günstig.

Fairphone mit modularem Aufbau und einfacher Reparatur

Mann sitzt mit Smartphone in der Hand im Park
(Bild: stock.adobe.com)

Besonders der Aufbau des Fairphones 2 ist interessant: Es besteht aus sechs Modulen inklusive Akku, die nicht mit den üblichen empfindlichen Foliensteckern, sondern mit stabilen Federkontakten miteinander verbunden sind. Das macht eine Reparatur so einfach. Neben dem Akku lässt sich sogar das Display ohne jegliche Werkzeuge auswechseln. Die übrigen Module sind mit simplen Kreuz-Schrauben befestigt. Auf der Fairphone-Homepage bietet das Unternehmen alle Ersatzteile, wie beispielsweise das Display für 85 Euro, an und motiviert die Kunden bei Defekten das Android-Smartphone eigenständig zu reparieren. Damit will Fairphone die Lebensdauer des Öko-Smartphones verlängern und folglich die Ökobilanz des Handys verbessern. Noch nicht im Angebot, aber theoretisch möglich, sind Hardware-Upgrades. So könnten die Fairphone 2-Nutzer z.B. die 8-Megapixel-Kamera durch eine bessere Kamera ersetzen.

Gesamtpaket des Öko-Smartphones

Neben der 8-Megapixel-Kamera kommt das Fairphone 2 mit dem nicht ganz aktuellen Betriebssystem Android 5.1 und einem fünf Zoll großen Display mit Full HD-Auflösung daher. Außerdem besitzt das Öko-Smartphone zwei SIM-Karten-Slots und kennt mit Gigabit-WLAN und LTE die schnellsten Übertragungstechnologien. Der Preis von ca. 520€ ist eine logische Konsequenz der zeitintensiven Entwicklung und der geringen Stückzahl. Dennoch macht das Unternehmen Fairphone mit jedem verkauften Exemplar nur neun Euro Gewinn.