Mehrere ältere Personen schauen gemeinsam fröhlich auf ein Smartphone Display
Welche Handys eignen sich für Senioren? (Bild: pressmaster - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Das gilt es bei Smartphones für Senioren zu beachten

Handys sind spielend leicht zu bedienen. Egal ob Budget Phone oder High-End Gerät – die Bedienung eines Smartphones erschließt sich so ziemlich jedem von selbst. Oder doch nicht? Trotz der leichten Handhabung haben viele Seniorinnen und Senioren Berührungsängste, wenn es um die Handynutzung geht. Das ist auf der einen Seite verständlich, schließlich können die kleinen Bildschirme und vielen Funktionen gerade ältere Generationen schnell überfordern. Auf der anderen Seite sind Smartphones von so ziemlich jedem bedienbar. Zudem gibt es inzwischen viele Geräte, die speziell für den Gebrauch durch ältere Semester ausgelegt sind. Welche Handys sind davon zu empfehlen? Was gilt es bei Smartphones für Senioren grundsätzlich zu berücksichtigen? Lassen sich auch handelsübliche Handys für den Einsatz mit betagteren Usern umrüsten? Wir geben Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Smartphones für Senioren müssen meist weniger können als Ihr Handy

Suchen Sie nach einem passenden Handy für Ihre Großeltern oder anderen Familienangehörigen? Einer der größten Irrtümer, dem Sie dabei erliegen können, ist es, von Ihnen selbst auszugehen. Wenn Sie sich ein neues Gerät zulegen wollen, achten Sie in der Regel auf die Qualität der Kamera oder die Displayauflösung. Auch sind es oft spezielle Features wie z.B. ein im Bildschirm eingebauter Fingerabdruck-Scanner oder eine ausklappbare Kamera, die ein Gerät besonders interessant machen. Handys müssen, vor allem aus Sicht älterer Personen, jedoch vor allem eines können: Telefonieren. So simpel es klingen mag, Hauptanforderung an Smartphones für Senioren ist es, dass sie der Person die Möglichkeit geben, schnell erreichbar zu sein. Je mehr zusätzliche Funktionen und Spielereien hinzukommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Familienangehörigen und Co. damit überfordert sein werden. Daher lautet das Motto: „Keep it simple“.

Das sollten Sie vor dem Kauf von Smartphones für Senioren beachten

Trotz der Devise, es bei Smartphones für Senioren grundsätzlich einfach zu halten, gibt es natürlich Unterschiede: Je nach User gibt es verschiedene Bedürfnisse an ein Gerät. Nicht alle Senioren sind im Umgang mit Handys unbedarft. Manche kommen sehr gut mit Smartphones zurecht, andere ein bisschen weniger. Um herauszufinden, welches Gerät am besten für Ihre Verwandten infrage kommt, sollten Sie sich im Vorfeld genau darüber unterhalten. Ist es beispielsweise das erste Smartphone für die Person? Wenn bereits Vorerfahrung besteht, wie viel ist bekannt und wo gibt es noch Schwierigkeiten? Was genau wird von dem neuen Telefon erwartet und was soll es auf keinen Fall können müssen? Gibt es zudem körperliche Einschränkungen? Es empfiehlt sich diese Fragen zunächst zu klären. Nur dann können Sie sicher sein, dass Sie beim Kauf eines Smartphones für Senioren zum richtigen Gerät greifen.

Das sollte ein Seniorenhandy können, wenn körperliche Einschränkungen vorliegen

Wenn es um Smartphones für Senioren geht, kommt es nicht selten vor, dass diese besonderen Anforderungen entsprechen müssen. Dies bezieht sich nicht nur auf eine einfache bzw. reduzierte Bedienbarkeit, sondern vor allem auf spezielle Features bei körperlichen Einschränkungen. Liegen beispielsweise motorische Schwierigkeiten vor, ist es ratsam, kein Gerät mit Touchdisplay zu verwenden. Stattdessen empfiehlt sich ein Handy mit klassischen Tasten zum Herunterdrücken. Für Senioren gibt es spezielle Telefone, die über extra große Tasten (und auch großen Displaytext) verfügen. Existieren zudem auch Sehbeeinträchtigungen, sollten Sie ein Tastenhandy in Betracht ziehen, dessen Schaltfläche leuchtet. So ist es auch bei schlechtem oder wenig Licht zu bedienen. Hinweis: Beim Tastenhandy ist das Display in der Regel kleiner, was oft zu einem vereinfachten Menü führt. Was sich bei Sehschwäche außerdem anbietet, sind Handys mit eingebauter Sprachsteuerung. Bei einer Beeinträchtigung des Gehörs können Smartphones für Senioren weiterhelfen, die über einen Support für Hörgeräte verfügen. Dieser lässt sich entweder per Induktionsspule oder via Bluetooth mit dem Hörgerät koppeln.

Diese Funktionen brauchen Smartphones für Senioren außerdem noch

Ältere Person schaut auf Klapphandy-Display
Smartphone für Senioren (Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com)

Obwohl dies eigentlich zum Standard bei Smartphones für Senioren zählt, sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass das Gerät über eine Notruffunktion verfügt. Über diese können im Ernstfall schnell Dritte benachrichtigt werden. Grundsätzlich funktioniert das Feature so, dass bei Drücken einer Notruftaste Rettungsdienst bzw. Angehörige per SMS benachrichtigt werden. Geht daraufhin ein Anruf auf dem Gerät ein, schaltet sich dieses automatisch in den Freisprechmodus. Auf diese Weise kann die Person im Notfall schnell und unkompliziert schildern, was vorgefallen ist. Darüber hinaus sollten auf Smartphones für Senioren einzelne Tasten mit einer Kurzwahlfunktion belegbar sein. Damit lassen sich Rufnummern per Knopfdruck anwählen, dies spart im Notfall wertvolle Zeit. In der Regel verfügen aktuelle Smartphones über GPS. Achtet darauf, dass dieses aktiviert ist. Somit können Sie Ihre Großeltern bzw. Verwandte und andere Personen im Ernstfall schnell orten.

Smartphones für Senioren – Das sind die besten

Ein gutes Einsteigermodell ist das Swisstone BBM 320c, das mit 25 Euro äußerst preiswert ist. Es besitzt eine beleuchtete Schaltfläche, große Tasten sowie einen Notrufknopf. Darüber hinaus hat es FM-Radio, Bluetooth und eine Alarm- und Freisprechfunktion. Das Aufladen geschieht über eine Ladestation. Was das Handy nicht hat, sind eine Kamera sowie die Möglichkeit es mit einem Hörgerät zu koppeln. Das Emporia Euphoria V50 verfügt hingegen über beides. Mit dem Gerät können die Personen sowohl Fotos machen als auch dieses mit einem Hörgerät verbinden. Das 55 Euro teure Handy bietet zudem ein großes Farbdisplay. Das Doro PhoneEasy 613 für 65 Euro gibt es in der Klapp-Variante und mit einem extra microSD-Slot. Vorteil dieses Geräts ist, dass eingehende Anrufe einfach per Aufklappen angenommen werden können. Auch das Laden geht per Ladeschale besonders simpel. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass keines der genannten Handys ein Smartphone ist. Darauf lässt sich also kein Internet nutzen.

So können Sie herkömmliche Smartphones für Senioren fit machen

Natürlich können Sie auch Ihr ausgedientes Handy nehmen und dieses für den Einsatz mit Senioren auf- bzw. abrüsten. Im Grunde genommen gibt es dabei nur einige wenige Punkte zu beachten. Stellen Sie Ihr iOS bzw. Android Phone zunächst auf Werkseinstellungen zurück. Vergrößern Sie die Schriftanzeige und sorgen Sie dafür, dass Helligkeit und Kontrast hoch eingestellt sind. Geht zudem sicher, dass nur die Apps auf dem Gerät sind, die auch wirklich gebraucht werden. Deaktivieren Sie auch die mobilen Daten, wenn das Gerät nur fürs Telefonieren und fürs SMS versenden gedacht ist.