Student lehnt lässig an der Wand
Smart Home studieren - ein attraktiver Studiengang (Bild: Jacob Lund - stock.adobe.com)

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Smart Home studieren – Wo es geht und was es bringt

Ob in Bremen, Wiesbaden oder Trier – viele Universitäten bieten Studiengänge mit den Schwerpunkten Smart Technology oder Internet der Dinge an. In Deutschland können Studenten einen Bachelor of Science oder Engineering erwerben, auch ein Masterabschluss ist möglich. Aber wie kommt man an so einen Studiengang und was bringt er? Fünf Fragen und Antworten.

Inhalt

Wo kann ich smarte Technologien studieren?

Wer einen Studiengang für smarte Technologien sucht, wird mit vielen Stichworten fündig. Sie heißen „Internet of Things“ (Deggendorf), „Smart Automation“ (Wernigerode) oder „Smart Technology“ (Wedel).

Künftige Studenten sollten in jedem Fall mobil sein. Nicht immer liege die perfekte Hochschule in der Nachbarschaft, sagt Rouven Sperling, Karriereberater beim Career Service Netzwerk in Berlin. Manchmal lohne auch die Suche in kleineren Städten, da dort oft die Hürden für einen Einstieg niedriger seien. Eine Übersicht zu allen Studiengängen in Deutschland liefert der Hochschulkompass im Internet.

Worauf sollte ich bei der Wahl des Studiengangs achten?

Die Studienwahl ist eine Frage der gewünschten Spezialisierung. „Man kann bereits mit einem hoch spezialisierten Bachelor beginnen, wie Smart Technology an der Fachhochschule Wedel, oder aber mit einem eher breiter angelegten Bachelor, beispielsweise in Informatik“, sagt Karriereberater Sperling. Es könne sich sogar lohnen, sich zuerst eine breitere Basis aufzubauen und sich später mit dem Master zu spezialisieren.

Folgendes sollte eine Hochschule außerdem bieten: zeitgemäße Studienbedingungen, Lehre von aktuellen Technologiestandards, vielfältige Kooperationen mit kleinen und großen Unternehmen, eine gute Mischung von Dozenten mit Erfahrung, internationale Kooperationen und ein technisch affines Umfeld.

Ein gutes Studium muss nicht teuer sein. Wem eine private Hochschule zu teuer ist, der wird auch an staatlichen Hochschulen wie der Hochschule RheinMain fündig. „Eine pauschalisierte Wertung à la `je mehr das Studium kostet, desto besser` ist sicherlich falsch“, sagt Rouven Sperling.

Wer sich für einen Studiengang entschieden hat, sollte noch einen Blick auf die Aufnahmevoraussetzungen werfen. Einige Universitäten fordern einen Numerus Clausus, andere führen Eignungstests durch.

Was gehört zum Studienfach Smart Technology?

Smart Technology – dabei geht es um die Funktionsweise von miteinander vernetzten Geräten. Konkret: Wie kann zum Beispiel Amazon Alexa mit dem Smartphone gesteuert werden? Wie nimmt das Gerät war, dass etwas im Haus nicht stimmt? Wie funktioniert die Sprachsteuerung?

Mit intelligenten Geräten beschäftigen sich auch Dutzende Studenten an der Fachhochschule Wedel. Den akkreditierten Bachelor-Studiengang „Smart Technology“ gibt es seit Herbst 2016, das Studium dauert sieben Semester. Dazu gehört auch eine klassische Programmiersprachen-Ausbildung.

Zu Smart Technology gehören in Wedel drei Bereiche: mechanische Komponenten (Gehäuse, Bedienelemente), Elektronik (Schaltungen, Anschlüsse, Stecker, Knöpfe, Anzeigen) und Software. Außerdem können sich Studenten auf Technik, Computergrafik oder Data Science spezialisieren.

„Damit die Studenten alle Bereiche gut kennenlernen, werden sie schon im ersten Semester mit Aufgaben konfrontiert, die sie noch nicht lösen können. So entwickeln sie früh Techniken für Wissenserwerb und Recherche“, sagt Prof. Dr. Ulrich Hoffmann, der Leiter des Studiengangs Informatik und Smart Technology.

Was sollte ich für das Studium mitbringen?

Wer smarte Systeme studieren will, sollte mathematisches Verständnis und technisches Interesse mitbringen. „Entsprechende Tutorien zum Studienanfang können hier die Anfangshürden senken“, ergänzt Karriereberater Rouven Sperling.

Diese Begeisterung ist nötig, da die Technologiesprünge nur durch konstante und eigenverantwortliche Weiterbildung zu meistern sind. „Der Begriff des Lifelong Learning ist im Bereich der technologischen Arbeit extrem wichtig“, sagt Sperling.

Diese Bedingung stellt auch Professor Ulrich Hoffmann an seine Studenten in Wedel. „Im Prinzip muss man eher neugierig und offensiv sein, um sich die entsprechenden Informationen zu holen.“

Auf diese Lernbereitschaft legten auch große Unternehmen wert, teilt Vera Winter von der Nachwuchsgewinnung bei Bosch in Deutschland mit. „Für uns zählen neben fachlichem Können vor allem relevante Praxiserfahrung, idealerweise ergänzt durch ein Auslandssemester, und die Persönlichkeit“, erläutert Winter.

Was kann ich mit dem Abschluss anfangen?

Die Berufsfelder für motivierte Absolventen, die sich mit der Thematik Smart Home oder Internet der Dinge auseinandersetzen wollen, sind vielfältig. Davon sind viele Experten überzeugt.

Das gilt nicht nur für große Unternehmen wie Bosch. Auch mittelständische Firmen können ein interessanter Arbeitgeber sein. „Diese kleineren Unternehmen bieten ebenfalls sehr gute Jobmöglichkeiten an und suchen stark nach passenden Absolventen aus dem MINT-Bereich“, erläutert Karriereberater Sperling.

Auch das Gehalt für Berufseinsteiger kann sich sehen lassen: „Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt man in der Regel bereits als Berufseinsteiger über 3.500 EUR brutto“, sagt Rouven Sperling.

Liste ausgewählter Studiengänge (Quelle: Hochschulkompass):

Quellen: Prof. Dr. Ulrich Hoffmann, FH Wedel gemeinnützige Schulgesellschaft mbH; Hochschulkompass; Rouven Sperling, Karriereberater beim Career Service Netzwerk Deutschland; Vera Winter, verantwortlich für Nachwuchsgewinnung bei Bosch in Deutschland

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