Überwachungskameras zur Sicherheit
Überwachungskameras (Bild: Pixel-Shot - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Arlo Überwachungskameras: Smarte Sicherheit zu Hause und in Unternehmen

Besonders das Europa-Geschäft ist von Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen. Ob und wie sich die anstehenden Veränderungen auf die Kunden auswirken, bleibt abzuwarten.

Inhalt

Arlo Marke und Unternehmen

Ursprünglich eine Marke des kalifornischen Netzwerkspezialisten Netgear wurde Arlo Anfang des Jahres 2018 in ein eigenes, börsennotiertes Unternehmen ausgegliedert. Ende November 2019 wurde bekannt, dass die Maßnahmen der Umstrukturierung offenbar nicht abgeschlossen sind und Arlo sein Europa-Geschäft bis zum Ende des Jahres veräußern möchte . Käufer ist der Anbieter von Sicherheitsanlagen Verisure. Das Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gehört zur schwedischen Gruppe Securitas Direct. Verisure wird sowohl den Vertrieb der Hardware als auch der zugehörigen Cloud-Dienste übernehmen.

Arlo Produktangebot

Eine Überwachungskamera
Überwachungskameras dienen der Sicherheit (Bild: ©photographicss - stock.adobe.com)

Die Marke Arlo ist in erster Linie für ihre Überwachungskameras bekannt. In den Kategorien Doorbell und Security Light stehen aber ergänzende Produkte rund um die Zutrittskontrolle zu Haus und Grundstück zur Verfügung:

  • Die intelligenten Türklingeln Arlo Video Doorbell und Arlo Audio Doorbell schicken Nachrichten auf das Smartphone oder Tablet und erlauben auf dem gleichen Weg auch die Fernkommunikation mit Personen, die vor der Türe stehen. Sie geben vorprogrammierte Antworten, wenn die Hausbesitzer gerade verhindert sind. Außerdem speichert die Audio Doorbell Mitteilungen von Besuchern, die niemanden angetroffen haben, und die Video Doorbell nimmt Bewegungen in einem Sichtwinkel von 180 ° auf.
  • Das extrahelle Arlo Security Light eignet sich für den kabellosen Einsatz im Innen- und Außenbereich. Das Sicherheitslicht blinkt oder strahlt in unterschiedlichen Farben, lässt sich intelligent steuern, befolgt vorkonfigurierte Zeitpläne und schickt einen Bewegungsalarm auf das Smartphone oder Tablet.

Alle Zusatzgeräte integrieren sich ins Smart Home und lassen sich im Betrieb mit den Arlo Kameras abstimmen.

Arlo Sicherheitskameras: Die wichtigsten Eigenschaften

Arlo Überwachungskameras sind intelligente Sicherheitssysteme. Sie schützen den privaten Bereich in und um das eigene Zuhause, eignen sich je nach Modell aber auch für den Einsatz in Unternehmen. Die Kameras registrieren Bewegungen und Geräusche in ihrem Installationsbereich und lösen bei verdächtigen Aktivitäten Alarm aus. Sie sind robust gebaut, arbeiten vernetzt und lassen sich ins Smart Home integrieren. Arlo bietet seine Kameras in acht Produktvarianten (Stand Dezember 2019) an und geht damit auf unterschiedliche Sicherheitsansprüche und Einsatzbereiche ein.

Die Arlo Kameraserien

Die Produktfamilie der Arlo Kameras umfasst sechs wetterfeste Modelle, die sich für den Betrieb im Außenbereich eignen. In diese Kategorie gehören die Systeme

  • Arlo HD,
  • Arlo Pro, Arlo Pro 2 und Arlo Pro 3
  • Arlo Ultra und
  • Arlo Go.

Grundsätzlich eignen sich die außentauglichen Kameras sowohl für die Installation zu Hause als auch in Unternehmen. Eine ausdrückliche Empfehlung für den Betrieb im geschäftlichen Bereich gibt der Hersteller jedoch nur für die Arlo Pro 3.

Angefangen mit dem Basismodell Arlo HD bis hin zur Luxus-Variante Arlo Ultra verfügen die Sicherheitssysteme über eine zunehmend aufwendige technische Ausstattung:

  • Die Kamera Arlo HD arbeitet kabellos mit Batterien, bietet eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln und erkennt nur Bewegungen. Zum Set gehört eine Basisstation ohne lokalen Backup-Speicher.
  • Ab der Variante Arlo Pro unterstützt die Basisstation die lokale Datenspeicherung. Die Kameraausstattung ist um ein Zwei-Wege-Audiosystem erweitert. Neben Bewegungen können die Kameras dadurch auch Geräusche erkennen.
  • Das Modell Arlo Pro 2 verfügt über eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Bei der Arlo Pro 3 erreicht die Bildschärfe 2.560 x 1.440 Pixel. Beide Geräte wie auch die Arlo Ultra arbeiten mit wiederaufladbaren Akkus.
  • Sowohl die Arlo Pro 3 als auch die Arlo Ultra bieten eine Nachtsicht in Farbe. Das Sirenensignal ertönt bei beiden Modellen nicht mehr an der Kamera, sondern an der Basisstation.
  • Die Kamera Arlo Ultra bietet mit 3.840 x 2.160 Pixeln die höchste Auflösung. Außerdem verfügt die Luxusvariante mit 180 ° über das breiteste Sichtfeld. Das lokale Backup erfolgt ebenso wie bei der Arlo Go auf einem integrierten Micro-SD-Speicher (statt auf USB).
  • Für den Betrieb der mobilen Außenkamera Arlo Go ist keine Basisstation nötig. Das Gerät verbindet sich über LTE mit dem Internet.

Die Modelle Arlo Q und Arlo Baby sind für die private Umgebung konzipiert und funktionieren nur in Innenräumen:

  • Die Kamera Arlo Q verfügt über Infrarotlichter für die Nachtsicht und ist mit einer 2-Wege-Audiofunktion ausgestattet. Der Betrieb erfolgt ausschließlich mit Netzstrom.
  • Das Modell Arlo Baby lässt sich wahlweise stationär mit Netzstrom oder mobil mit wiederaufladbaren Akkus betreiben und funktioniert ähnlich wie ein Babyfon. Zu den besonderen Features gehören neben einem intelligenten Musikplayer auch ein mehrfarbiges Nachtlicht und Sensoren zur Überwachung der Luftqualität und Temperatur im Raum.

Ein tabellarischer Überblick zeigt die verschiedenen Modelle und ihre wichtigsten technischen Eigenschaften im Vergleich.

Kamera Eignung Auflösung Sichtfeld Alarm Wasserfest Nachtsicht Audio Speicher
Zuhause Familie Haustiere Besucher auf dem Grundstück Unternehmen Cloud lokal
Arlo - 1.280 x 720 110° - E-Mail
- Push Nachricht
- -
Arlo Pro - 130° 2-Wege-Audio USB
Arlo Pro 2 - 1.920 x 1.080 - E-Mail
- Push Nachricht
- Sirene an der Basis
Arlo Pro 3 2.560 x 1.440 160°
Arlo Ultra - 3.840 x 2.160 180° - E-Mail
- Push Nachricht
- Sirene an der Kamera
Mirco-SD
Arlo Go Nachbarschaft, Outdoor, Reise, Baustellen (mit LTE 3G/4G) 1.280 x 720 130° - E-Mail
- Push Nachricht
IP65 zertifiziert
Arlo Q - - 1.920 x 1.080 Indoor -
Arlo Baby Baby-Überwachung 110° - 130° - E-Mail
- Push Nachricht
- Erkennung: Baby weint
-

Die Funktionsweise der Arlo Sicherheitskameras

Arlo Systeme arbeiten cloudbasiert. Ihre Funktionen beruhen darauf, verdächtige Aktivitäten im Einsatzbereich zu registrieren und in Echtzeit per E-Mail oder Push-Benachrichtigung zu melden. Bis auf die Kamera Arlo HD, die das Geschehen in ihrem Sichtfeld nur visuell wahrnimmt, verarbeiten alle Arlo Modellgeschwister sowohl Bild-, als auch Geräuschsignale. Ob das Arlo System den Nutzer über ein bestimmtes Vorkommnis aktiv informiert, hängt von den Einstellungsparametern ab. Kommt es zu einem Alarm, gelangen die Warnhinweise über die Cloud auf das Smartphone oder Tablet.

Arlo Installationen umfassen eine oder mehrere Kameras und die zugehörige Basisstation. Alle Kameras verbinden sich per WLAN mit der Zentrale, die kabelgebunden an den Internetrouter angeschlossen ist. Von dem Standard-Funktionskonzept weicht einzig die Kamera Arlo Go ab. Das auf mobile Outdoor-Einsätze spezialisierte Modell nutzt eine SIM-Karte für den Zugriff auf das LTE-Netz und lässt sich deshalb unabhängig von der Arlo Basisstation betreiben.

Die Arlo Basisstation verarbeitet Bild- und Audiodaten und übernimmt den Nachrichtenaustausch zwischen der Installationsumgebung und der Cloud. Je nach Modell kann die Zentrale im Alarmfall einen Sirenenton abgeben und bietet die Möglichkeit eines lokalen Daten-Backups auf einem USB- oder Micro-SD-Speicher.

Die Steuerung und Überwachung des Arlo-Systems übernimmt die Arlo App für Android, iOS oder Amazon. Wahlweise ist auch ein Zugriff über das Web-Portal möglich. Über die Cloud-Anwendungen lässt sich beispielsweise die Bildhelligkeit regeln oder die Zoom-Funktion aktivieren. Der Nutzer sieht parallele Live-Streams von allen in der Installationsumgebung aktiven Kameras und kann parallele Videoaufzeichnungen von unterschiedlichen beobachteten Bereichen anstoßen.

Kompatibilität der Arlo Systeme

Die Arlo Überwachungssysteme arbeiten in ihrer Installationsumgebung mit unterschiedlichen Smart Home Steuerungsplattformen zusammen. Der Hersteller gibt für die einzelnen Modelle folgende Kompatibilitäten an:

  • Alle Arlo Geräte sind mit Amazon Alexa verträglich.
  • Arlo Baby Kameras und Arlo Ultra sind über das Apple HomeKit ansprechbar.
  • Alle Arlo Kameras und das Security Light sind mit dem Google Assistant kompatibel.
  • Ebenfalls alle Kameras und das Security Light unterstützen den Service IFTTT (If This Then That).
  • Die Kameramodelle Pro, Arlo Pro 2, Q, Go und Baby sind in Samsung SmartThings integrierbar.

Das Zusammenspiel mit Amazons Alexa erfolgt über die Erweiterung Arlo Alexa Skill. Die App ermöglicht es, Live-Übertragungen von einer Arlo Kamera auf die Geräte Echo Show, Echo Spot, Fire TV (alle Generationen) und Fire TV-Stick (nur 2. Generation) sowie Smart-TVs mit Fire TV Edition zu übertragen. Wie Arlo Alexa Skill aktiviert wird, zeigt eine ausführliche Anleitung auf der Seite.

Die Integration mit der Google Smart Home Plattform erfolgt über die Google Assistant App. Für die Darstellung der Kameraaufnahmen sorgt der Google Home Hub, ein Chromecast Gerät, ein TV-Gerät mit Chromecast oder ein Medienplayer mit Chromecast. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Verbindung zwischen den Arlo-Systemen und Google Assistant findet sich auf der Seite.

Preismodell der Cloud-Lösungen

Arlo bietet für alle seine Kameramodelle standardmäßig einen kostenlosen Cloud-Speicher an. Dort sind die durch Bewegungen und Geräusche ausgelösten Aufzeichnungen der letzten sieben Tage hinterlegt. Für darüberhinausgehende Funktionen steht der kostenpflichtige Service Arlo Smart zur Verfügung. Er bietet folgende Features:

  • Eine Cloud-Speicherzeit über die gebührenfreien sieben Tage hinaus.
  • KI-Unterstützung für die Personenerkennung und das Ausfiltern von Bewegungen, die Fehlalarme auslösen könnten wie beispielsweise Äste, die sich im Wind bewegen.
  • Technologien zur Erkennung von Paketen, Fahrzeugen und Tieren (Stand Dezember 2019 angekündigt, aber noch nicht verfügbar).
  • Festlegung von Cloud-Aktivitätszonen mithilfe der Arlo App. Der Nutzer kann das Sichtfeld der Kamera in mehrere Bereiche einteilen und festlegen, in welcher Zone eine erkannte Bewegung oder ein Geräusch zu einer Benachrichtigung oder einem Alarm führt.
  • Push-Benachrichtigungen direkt auf dem Sperrbildschirm des Smartphones.

Arlo bietet seinen Cloud-Dienst in drei Komfortstufen an:

  • In der Basisvariante ist der Smart Service für € 2,79 pro Monat und Kamera buchbar.
  • Arlo Smart Premier unterstützt bis zu 10 Kameras und bietet 30 Tage durchgehende Aufnahmespeicherung für € 8,99 € pro Monat.
  • Mit Arlo Smart Elite steht ein Cloudspeicher für 60 Tage durchgehende Aufnahmezeit zur Verfügung und die Funktion erfasst bis zu 20 Kameras bei einem Monatsbeitrag von € 13,99.

Beim Kameramodell Arlo Ultra ist eine einjährige Gratisnutzung von Arlo Smart Premier im Kaufpreis inbegriffen. Um 4K-Aufzeichnungen in der Cloud zu speichern, müssen Nutzer jedoch das Add-on für Premium-Videoaufzeichnungen hinzubuchen. Ansonsten lassen sich die superscharfen Aufnahmen nur als Live-Bild genießen.

Eine ausführliche tabellarische Übersicht über die verfügbaren Abonnementpläne gibt Arlo.

Rechtliche Rahmenbedingungen für den Betrieb

Der Gesetzgeber erlaubt die Kameraüberwachung des eigenen Hauses und Grundstücks. Das Grundstück des Nachbarn oder gemeinschaftlich genutzte Bereiche dürfen private Kameras nicht im Blick haben. Das gleiche gilt für öffentliche Straßen, Plätze und Fußwege. Personen, die widerrechtlich aufgenommen wurden, können Unterlassung und Schadenersatz fordern. Die fraglichen Aufnahmen müssen darüber hinaus gelöscht werden. Bei Verstößen gegen die Regelung ist unter Umständen ein Bußgeld für den Betreiber der Kamera fällig.

Zusammenfassung und Fazit

Arlo vermarktet seine Überwachungskameras in der Kategorie der Sicherheitssysteme für die Heimanwendung. Die sechs wetterfesten Modelle Arlo HD, Arlo Pro, Arlo Pro 2 und 3 sowie Arlo Ultra und Arlo Go sind ebenso für Innen- wie für Außeneinsätze konzipiert und eignen sich grundsätzlich auch für die Beobachtung von Betriebsgelände und Firmengebäude. Arlo Go kommt darüber hinaus ohne Basisstation aus und ist mobil in allen Outdoor-Bereichen, auf Reisen oder auf Baustellen einsetzbar. Die Indoor-Kameras Arlo Q und Arlo Baby tun ihren Dienst in Innenräumen und übernehmen Sicherheitsfunktionen im privaten Umfeld.

Arlo Kameras erkennen Aktivitäten in ihrem Sichtfeld anhand von Bewegungen und Geräuschen. Die registrierten Signale lösen je nach Einstellung eine Benachrichtigungsfunktion und/oder eine Alarmsirene in der Installationsumgebung aus. Arlo Systeme sind durch Konfiguration an den individuellen Anwendungsbereich anpassbar. Die Kommunikation erfolgt via Cloud über das Smartphone oder Tablet des Nutzers.

Zu jeder Kamera gehört ein kostenloser Cloud-Speicher für eine Aufnahmezeit von sieben Tagen. Weitergehende Cloud-Funktionen sind über den kostenpflichtigen Arlo Smart Service und die Komfort-Varianten Smart Premier und Smart Elite buchbar. Die Dienste bieten eine präzisere, KI-gestützte Mustererkennung bei der Verarbeitung von Bild- und Tonsignalen. Außerdem steht eine erweiterte Cloud-Speicherzeit zur Verfügung.

Arlo Systeme bieten eine beachtliche Funktionsvielfalt und siedeln sich entsprechend in einem gehobenen Preissegment an. Nutzer müssen mit einem vergleichsweisen hohen Kaufpreis rechnen und Folgekosten für den laufenden Betrieb berücksichtigen, weil der volle Umfang aller Steuerungsfunktionen nur über die kostenpflichtigen Smart Services verfügbar ist. In Bezug auf die Preis- und Abonnement-Gestaltung könnte es für europäische Kunden wegen der organisatorischen Umstrukturierung im Unternehmen möglicherweise noch zu Veränderungen kommen.

Mehr zum Thema