Familie sitzt auf Sofa und wärmt sich an Elektroheizung
Wie sinnvoll ist eine Elektroheizung für den Winter? (Bild: Angelov - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen Wie sinnvoll ist eine Elektroheizung für den Winter?

Die Energiekrise hat Deutschland im Griff. Angesichts von durch die Decke gehenden Kosten für das Heizen mit Gas werden alternative Konzepte diskutiert. Viele sehen eine Elektroheizung für den Winter als Ausweg an. Doch lohnt sich der Umstieg auf die elektrische Wärmeerzeugung? Welche Heizgeräte machen Sinn und was sind ihre Vor- und Nachteile? Hier erhalten Sie Antwort auf die wichtigsten Fragen rund um dieses aktuelle Thema. So können Sie sich selbst eine Meinung bilden und Ihre individuellen Vorstellungen von der passenden Elektroheizung einem Test unterziehen.

Elektroheizung im Winter: Ergänzung statt Alternative

Angesichts explodierender Energiepreise raten Experten davon ab, Wohnräume, Büros oder den Hobbykeller ausschließlich elektrisch zu beheizen. Neben den Gaspreisen ist auch das Preisgefüge auf dem Strommarkt außer Kontrolle geraten. Bislang galt, dass Heizen mit Strom etwa dreimal so teuer ist wie das Heizen mit Gas und rund viermal so teuer wie eine Ölheizung. Der geringe Anschaffungspreis, ihre Flexibilität, ein geringer Platzbedarf und das Wegfallen einer Brennstofflagerung machen die Elektroheizung im Winter dennoch attraktiv. Sie kann ihre Vorteile aber dort ausspielen, wo eine zusätzliche, kurzfristige oder nur punktuell benötigte Heizquelle sinnvoll ist – etwa in kleinen Räumen wie privaten Arbeits- oder Badezimmern.

Elektroheizung im Winter: Wie viel Watt werden benötigt?

Es gibt elektrische Direktheizungen sowie Speicherheizungen. Zu den Direktheizungen zählen Konvektoren, Infrarotheizungen und die beliebten Heizlüfter sowie Radiatoren. Der vom elektrischen Strom erwärmte Heizkörper gibt diese Wärme entweder in die Raumluft bzw. an Gegenstände und Menschen ab oder erzeugt durch das Speichern eine indirekte, weil zeitversetzte Heizwirkung mit wirtschaftlicherem Nachtstrom. Die Wattleistung einer Elektroheizung sollte dem Raum entsprechen, den sie erwärmen soll. Als Faustregel können Sie sich merken, dass pro Quadratmeter 50 Watt gebraucht werden. Für ein Zimmer mit 30 Quadratmetern, das ausschließlich elektrisch beheizt wird, ist also ein Gerät mit 1.500 Watt erforderlich. Soll die E-Heizung nur unterstützen, genügt eine geringere Wattzahl. Die handelsüblichen Direkt-Elektroheizungen für den Winter haben einen Leistungsumfang von etwa 500 bis 2.500 Watt.

Elektroheizung im Winter: Konvektorheizungen

Die Konvektorheizkörper eignen sich für die Wandmontage oder lassen sich mobil aufstellen. Weil nur ein Kabel zur nächsten Steckdose gezogen werden muss, sind die kompakten Geräte sehr flexibel nutzbar. Sie saugen kalte Luft an, erhitzen sie und geben sie wieder an die Umgebung ab. Die Konvektorheizung erreicht nicht die Leistung einer Zentralheizung, wärmt aber überschaubare Räume zuverlässig auf. Die meisten dieser Elektroheizungen für den Winter lassen sich mit Thermostat regeln.

+Vorteile -Nachteile

· mobil oder stationär einsetzbar

· einfache Bedienung

· mehrstufig regelbar

· trocknet die Raumluft aus

· Konvektorwärme nicht so angenehm wie Strahlungswärme

· Ventilatorengeräusche

Anschaffungskosten: ca. 70 bis 300 Euro

Elektroheizung im Winter: Infrarotheizungen

Infrarotheizungen arbeiten energieeffizienter als Konvektoren und haben die Besonderheit, dass sie mit ihren Infrarotstrahlen nicht die Raumluft, sondern die Gegenstände und Menschen erwärmen. Diese Strahlungswärme wird zumeist als sehr angenehm empfunden. Weil sie keinen Staub aufwirbelt, schwören gerade Allergiker auf diesen Typ Elektroheizung für den Winter. Der vergleichsweise geringe Stromverbrauch rührt von der hohen Effizienz her: Bis zu 86 Prozent der zugeführten Elektroenergie wird in Heizwärme verwandelt.

+Vorteile -Nachteile

· einfach Wandmontage wie ein Spiegel oder TC-Bildschirm

· hohe Energieeffizienz

· mehrstufig regelbar

· verhältnismäßig sparsam

· Betriebskosten lassen sich vorab schwer bestimmen

Anschaffungskosten: ca. 70 bis 500 Euro

Elektroheizung im Winter: Speicherheizungen

Dieser Heiztypus zieht den Nachtstrom zum Niedertarif aus dem Stromnetz, lädt seinen Wärmespeicher auf und gibt die Wärme am folgenden Tag ab. Die bekanntesten Systeme des indirekten Heizens sind Nachtspeicherheizungen. Als Speicherkern dienen zumeist Naturstein oder Schamott. Mit einem Speicher versehene Elektroheizungen für den Winter werden als Alternative zur Zentralheizung genutzt.

+Vorteile -Nachteile

· sehr leistungsstark

· mehrstufig regelbar

· sicher

· aufwendige Montage

Anschaffungskosten: ca. 700 bis 1.700 Euro

Elektroheizung im Winter: Heizlüfter und Radiatoren

Heizlüfter können einen Raum sehr schnell erwärmen. Das Gebläse wirbelt jedoch Staub auf und ist recht laut. Für den Dauereinsatz sind diese Geräte deshalb eher nicht geeignet. Sie sind mobil und damit die idealen Unterstützer in ansonsten ungeheizten Zimmern oder wenn in großen Räumen ein Bereich durch die bestehende Heizanlage nur unzureichend erwärmt wird. Die ebenfalls mobil verwendbaren Radiatoren ähneln im Aufbau den Konvektorheizungen, haben aber kein Gebläse und sind auch wegen ihrer einfacheren Konstruktion günstiger in der Anschaffung.

+Vorteile -Nachteile

· sehr mobil und kompakt

· preisgünstig

· einfach zu handhaben

· bei sporadischem Einsatz verhältnismäßig energiesparend

· Geräusche und Staubaufwirbelung beim Heizlüfter

Anschaffungskosten: ca. 20 bis 200 Euro

Elektroheizung im Test: Was kostet Wärme aus Strom?

Im August 2022 kostete das Heizen mit Gas pro Kilowattstunde (kWh) durchschnittlich 18 Cent – Tendenz steigend . Das ist inzwischen eine beträchtliche Größe. Auch die Heizölpreise steigen kontinuierlich, liegen aber wenige Cent darunter. Dagegen ist das Heizen mit Strom noch immer die teuerste Variante: Im ersten Halbjahr 2022 lagen die Durchschnittspreise bei 37,14 Cent pro kWh. Auch hier geht die Preiskurve flott nach oben. Der Elektroheizung-Test beim Verbrauch hat also ein eindeutiges Ergebnis: Elektrische Heizgeräte sind sicher nicht pauschal als alternative Systeme zu Gas oder Öl geeignet. Mit ihren niedrigen Anschaffungskosten sind sie zwar im ersten Moment rentabel, jedoch werden sie mit der Dauer zur Kostenfalle. Außerdem nicht zu vernachlässigen: je mehr Haushalte sich eine Elektroheizung anschaffen, desto höher ist die Belastung des Stromnetzes.