Trekkingräder - Multitalente auf zwei Rädern
Trekkingräder - Multitalente auf zwei Rädern (Bild: BorisM)

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Trekkingräder - Multitalente auf zwei Rädern

Fast 30 Prozent der im Jahr 2018 in Deutschland verkauften Bikes waren Trekkingräder – entsprechende Statistiken belegen, dass dieser Fahrradtyp mit Abstand auf Platz 1 der Beliebtheitsskala liegt. Das ist kein Wunder, schließlich lässt sich ein Trekkingrad ausgesprochen vielfältig einsetzen. Aber – was ist ein Trekkingrad überhaupt? Welche Besonderheiten weist es auf und inwieweit unterscheidet es sich vom Rennrad und vom Mountainbike? Eignet sich ein solches Fahrrad auch für Sie? Was kostet ein gutes Trekkingrad und worauf sollten Sie beim Kauf achten? Im Folgenden beantworten wir Ihnen diese Fragen und erläutern die Vor- und Nachteile des Allrounders.

Trekkingräder - Konstruktion und Ausstattung

Typisch für ein gutes Trekkingrad sind sein leichter und schlanker Rahmen, der meistens aus Aluminium besteht, 28-Zoll-Laufräder und verhältnismäßig schmale Reifen. Die Kettenschaltung bietet eine hohe Gangvielfalt – häufig 27 Gänge – und feine Abstufungen. Der Sattel eines Trekkingrads ist eher fest und schmal und der Lenker hat eine ergonomische Form, als Bremsen kommen immer häufiger Scheibenbremsen zum Einsatz. Trekkingräder entsprechen der StVZO und verfügen meistens als Standard über einen robusten Gepäckträger.

Trekkingräder - Bikes mit Bandbreite

Diese Ausstattung macht Trekkingräder hinsichtlich des Einsatzzwecks ausgesprochen variabel: Sie können es für die Stadt und zum Pendeln nutzen und sind damit in der Regel deutlich flotter als mit einem City-Bike. Bei Touren mit und ohne Gepäck ist das Trekkingrad ein hervorragender Begleiter, denn man fährt mit ihm nicht nur auf glattem Asphalt komfortabel und zügig, sondern es trägt Sie zudem über (nicht allzu unwegsame) Feld- und Waldwege. Und auch wenn Sie Berge bezwingen möchten, sind Sie mit einem Trekkingrad ganz gut gerüstet.

Trekkingrad vs. Rennrad und Mountainbike

Wie Sie sehen, sind Trekkingräder also ein echtes Allroundtalent, weil es nicht auf einen Einsatzzweck spezialisiert ist. Im Umkehrschluss bedeutet dies natürlich, dass ein Trekkingrad im Gegensatz zu beispielsweise Rennrad und Mountainbike auch nicht für einen bestimmten Einsatzzweck optimiert ist:

  • Das Rennrad mit seiner extrem gewichtsreduzierten Konstruktion und seinen ultraschmalen Reifen ermöglicht viel höhere Geschwindigkeiten und hängt in der asphaltierten Ebene jedes Trekkingrad ab.
  • Das Mountainbike ist ebenfalls gewichtsoptimiert und beispielsweise durch seine extrem breiten und stark profilierten Reifen darauf ausgerichtet, auch schwieriges Gelände problemlos meistern zu können. Um Stöße und Schläge effektiv dämpfen zu können, verfügt das Mountainbike über komplexe Federungssysteme. Das Trekkingrad hingegen stößt auf unbefestigten Wegen schnell an seine Grenzen. Es ist in der Regel ungefedert und seine eher schmalen Reifen und das im Vergleich hohe Gewicht eignen sich nicht für allzu rauhes Gelände.

Trekkingräder: tourentaugliche Packesel

Trekkingräder: tourentaugliche Packesel
(Bild: WERTGARANTIE/ndu)

Das Trekkingrad eignet sich durch seine Konstruktion sehr gut für Ausflüge und Radtouren. Es bewährt sich auf Straßen und Feldwegen und seine Rahmengeometrie und Ausstattung machen das Fahren auch über einen längeren Zeitraum hinweg komfortabel. Die Gepäckmitnahme ist beim Trekkingrad kein Problem, denn auf dem hinteren Gepäckträger können zusätzliche Gepäcktaschen angebracht werden. Durch den großen Raddurchmesser und den hohen Rahmen bleibt zudem noch genug Platz für einen Lowrider: So lassen sich weitere Gepäcktaschen an der Gabel des Vorderrades befestigen. Natürlich gibt es auch beim Trekkingrad eine Obergrenze hinsichtlich der Zuladung. Das transportierbare Systemgewicht (Fahrer plus Fahrrad plus Gepäck) eines Trekkingrades ist niedriger als bei einem echten Reiserad. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie Ihr Trekkingrad optimal bepacken können oder sich für gewichtsoptimiertes Reisen interessieren, finden Sie in den Beiträgen Packliste und Checkliste Fahrradtour und Bikepacking viele wertvolle Tipps.

Trekkingrad - mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Auch beim Trekkingrad gilt: Qualität hat ihren Preis. Natürlich gibt es mittlerweile sogar schon Trekkingräder für weniger als 250 Euro, wenn Sie allerdings ein relativ gutes Trekkingrad erwerben möchten, sollten Sie schon etwas tiefer in die Tasche greifen und mindestens 500 Euro veranschlagen. Natürlich gibt es je nach Ausstattungswünschen und Materialwahl noch viel Luft nach oben: So kostet das KTM Life Style mit hydraulischen Scheibenbremsen und Federung schon 1.899 Euro und das E-Trekkingrad Kalkhoff Integrale Advance i10 3.599 Euro.

Trekkingrad - bestens für Sie geeignet?

Abschließend lässt sich konstatieren, dass ein Trekkingrad wirklich ein Allrounder ist – wenn auch kein Alleskönner. Wer sehr sportlich auf der Straße und im Gelände unterwegs sein möchte, sollte lieber ein Rennrad, Mountainbike oder ein anderes spezialisiertes Zweirad in Erwägung ziehen. Auf jeden Fall ist ein Trekkingrad bestens geeignet für Alltag und Freizeit, ob zum Einkaufen oder für den Weg zur Arbeit, ob für eine Abendrunde durch die Natur, eine längere Radtour oder sogar einen kleinen Fahrradurlaub.

Wenn Sie sich fragen, ob ein Trekkingrad genau Ihr Ding ist und welches Trekkingrad sich wofür am besten eignet, sollten Sie eine Trekkingrad-Kaufberatung in Anspruch nehmen, denn ein Fachhändler kann Ihnen im Rahmen einer solchen Kaufberatung das Trekkingrad empfehlen, das am besten zu Ihnen passt!

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