Eine Frau sitzt auf einem Fahrrad und hebt die Hand.
Rahmen mit bequemen Einstieg (Bild: vladdeep - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Rahmen mit bequemem Einstieg

Der Wave-Rahmen ist eine weit verbreitete Rahmenart, die vor allem das einfache Auf- und Absteigen ermöglichen soll. Bei dieser Rahmenart fehlt das Oberrohr. Das Unterrohr führt in einer geschwungenen Linie vom Steuerrohr (trägt den Lenker) zum Sitzrohr (trägt den Sattel).

In der Regel wird der Wave-Rahmen knapp oberhalb des Tretlagers noch durch ein ergänzendes Rohr unterstützt. Eine Fortführung der Vorteile des Wave-Rahmens ist der Easy-Boarding-Rahmen, der weiter unten beschrieben wird.

Übersteigen vs. Durchsteigen

Bei der Beurteilung der Bequemlichkeit eines Fahrradrahmens spielt, neben dem Aufsteigen und Absteigen, das rasche Übersteigen eine wichtige Rolle. In vielen Verkehrssituationen genügt es nicht, seine Füße auf den Boden zu stellen. Vielmehr ist es entscheidend, mit beiden Beinen auf einer Seite des Fahrrades zu stehen und diese Seite auch rasch wechseln zu können.

So eine Situation entsteht zum Beispiel, wenn der Radfahrer das Rad ein Stück weit schieben möchte. Dabei kann es sich ergeben, dass die schiebende Person die Seite schnell wechseln muss. Ein rasches Übersteigen erfordert eine gewisse Fitness, ein Wechseln vor oder hinter dem Rad etwas Geschicklichkeit. Bei tiefliegendem Unterrohr und fehlendem Oberrohr kann man aber rasch zwischen Lenker und Sattel „durchsteigen“.

Traditionell werden Fahrräder mit solchen Rahmenformen gerne der Gruppe der Damenfahrräder zugeordnet. Tatsächlich aber haben diese Fahrräder für alle Geschlechter einen Nutzen. Spätestens bei Verwendung eines gut gefüllten Einkaufskorbs am Gepäckträger fällt jedem das Aufsteigen mit elegantem Schwung des Beins über den Sattel schwer. Wird vielleicht noch ein Kind auf dem Gepäckträger transportiert, ist die Notwendigkeit eines einfachen Durchstiegs endgültig klar.

Wave-Rahmen versus Easy-Boarding-Rahmen

Die logische Weiterentwicklung eines Wave-Rahmens ist der Easy-Boarding-Rahmen. Bei einem Easy-Boarding-Rahmen bildet das Unterrohr in der Nähe des Tretlagers ein U. Der tiefste Punkt des U liegt dabei schon unterhalb des Tretlagers.

Diese Konstruktion erhöht die Bequemlichkeit beim Durchsteigen auf ein Maximum. Zum Durchsteigen müssen die Füße nicht einmal so weit angehoben werden, wie es dann beim anschließenden Pedalieren notwendig wäre.

Im Gegensatz zum Wave-Rahmen wird diese Konstruktion durch kein ergänzendes Rohr zwischen Unterrohr und Sitzrohr in der Höhe des Tretlagers stabilisiert. Bei vielen Modellen bilden Unterrohr und Sitzrohr sogar eine Einheit.

Vor- und Nachteile eines Wave-Rahmens

Die Vorteile wurden bereits erwähnt: Die Konstruktion des Wave-Rahmens ermöglicht den raschen Auf- und Abstieg am Fahrrad. Das für die Verkehrssicherheit besonders wichtige stabile Stehen an Ampeln fällt leichter, wenn die Beine beim Erreichen des Bodens nicht durch das Oberrohr behindert werden.

Technisch betrachtet hat der Wave-Rahmen aber nicht die ideale Form. Die wirkenden Kräfte verteilen sich nicht auf Oberrohr und Unterrohr, sondern werden lediglich vom Unterrohr getragen. Dieses muss deshalb voluminöser ausgeführt werden und erhöht unter Umständen das Gewicht des Fahrrades.

Neue Materialien schaffen hier Abhilfe. Beim Kauf eines Fahrrades mit Wave-Rahmen sollte gezielt danach gefragt werden. Bei Probefahrten können sich die Käufer davon überzeugen, wie sehr die Gewichtsunterschiede bei verschiedenen Materialien den persönlichen Fahrspaß fördern oder verringern.

Diskussion über die Sicherheit der Rahmenform

In Diskussionen über die Sicherheit von Wave-Rahmen wird oft deren Instabilität vor allem bei hohen Geschwindigkeiten angeführt. Tatsächlich ist ein Fahrrad mit Wave-Rahmen nicht als Rennrad geeignet.

Die bequeme Sitzhaltung auf einem bewusst dem Komfort gewidmeten Rahmendesign widerspricht der Idee, damit hohe Geschwindigkeiten zu erzielen und auch durchzuhalten.

Eventuelles Flattern am Lenker erklärt sich auch durch die für hohe Geschwindigkeiten unvorteilhafte Gewichtsverteilung. So lagert bei aufrechter Körperhaltung ein Großteil des Gewichts auf dem Sitzrohr und nicht auf dem Steuerrohr und dem damit gelenkten Vorderrad.

Auf Geschwindigkeit achten!

In der Regel hat der durchschnittliche Nutzer eines Wave-Rahmens nicht die Absicht, sich als Rennfahrer zu betätigen. Trotzdem sollten diese sorgfältig auf ihre Geschwindigkeit achten, die sich aus verschiedenen Gründen ungewollt erhöhen kann.

So verführen die Möglichkeiten eines E-Antriebs gerne dazu, die damit maximale Geschwindigkeit auszureizen. Auf ungeeigneten Untergrund kann es dann tatsächlich auch zu einem unvorteilhaften Verhalten des Fahrrades mit Wave-Rahmen kommen.

Eine vergleichbare Situation stellen abschüssige Strecken dar. Hier kann auch ein Rad mit Wave-Rahmen eine sehr hohe Geschwindigkeit entwickeln, ohne dass ein E-Antrieb oder persönliche Kraftanstrengung dafür notwendig wären.

Alternativen zum Wave-Rahmen

Eine Alternative zu einem Wave-Rahmen können der Schwanenhalsrahmen und der Trapezrahmen bieten. Beide unterstützen den leichten Auf- und Abstieg. Die Führung der Rohre ist aber hinsichtlich der Stabilität optimiert.

Beim Schwanenhalsrahmen werden Ober- und Unterrohr in einem eleganten Schwung zwischen Sitzrohr und Steuerrohr geführt. Die Führung der beiden Rohre erfolgt dabei parallel. Durch den eleganten Schwung von oben (Steuerohr) nach unten (Sitzrohr) bleibt ausreichend Platz, um bei diesem Rad durchzusteigen.

Der Trapezrahmen – auch unter dem Namen Mixte-Rahmen bekannt – verläuft fast wie ein Diamantrahmen. Das Oberrohr verbindet aber das Steuerrohr und das Sitzrohr nicht in einer waagerechten Linie.

Stattdessen verläuft das Oberrohr vom Steuerrohr in einem abfallenden Winkel zum Sitzrohr. Der dadurch geschaffene Freiraum zwischen Sattelhöhe und Oberrohr erleichtert das Auf- und Absteigen und vor allem das Stehen vor einer Ampel.

"Ob Wave-Rahmen oder eine Alternative: Mit einem Helm können auch bei einem Sturz die nachteiligen Folgen reduziert werden."

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