Eine Person fährt auf einem Mountainbike.
Mountainbikes für rasante Sportarten (Bild: Dewald Kirsten Photography - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Mountainbikes für rasante Sportarten

Über das Mountainbike im Allgemeinen, seine Geschichte und die technischen Eigenheiten gibt es bereits unserem Artikel über das Mountainbike. Hier soll es im Gegensatz dazu um die spezialisierten Formen dieses Fahrrads gehen.

Die Nutzung von MTBs ist nicht auf die Erkundung landschaftlich reizvoller Strecken beschränkt. Vielmehr versuchen begeisterte Fahrer, mit dem Mountainbike mindestens so rasant und tollkühn unterwegs zu sein wie mit einem Motorrad.

So entwickelten sich Sportarten, die eine eindeutige Nähe zum Motorsport haben. In den folgenden Kapiteln beschreiben wir einige Disziplinen, die mit spezialisierten Mountainbikes durchgeführt werden. Dabei werden die grundsätzlichen Dynamiken der verschiedenen Fahrradtypen erläutert, was als Grundlage für eigene Kaufentscheidungen dienen kann.

Downhill

Bei dieser Sportart gilt es, eine Abwärtsstrecke in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen. Dafür werden die Fahrräder mit der Seilbahn oder mit Autos zum Startpunkt gebracht, ihr Gewicht spielt hier also keine Rolle.

Die Bikes sind sehr stabil ausgeführt und die Federung weist einen besonders langen Federweg auf, die Scheibenbremsen sind größer als bei anderen Modellen. Die Schutzkleidung für Downhill besteht aus einem Integralhelm und mehreren Protektoren. Der Integralhelm schützt unter anderem gegen Zweige, die ins Gesicht schlagen könnten.

Freeride

Freerider unterscheiden sich von Downhillern durch ihre deutlich anspruchsvollere Fahrtechnik mit Sprüngen von bis zu zehn Metern. In der Stadt sind sie an Orten ohne wirkliche Fahrbahnen zu finden, die mit normalen Rädern nicht genutzt werden können. Da Freerider nicht nur bergab, sondern auch bergauf fahren möchten, verfügen ihre Fahrräder über eine blockierbare Federung.

Bike-Bergsteigen

Beim Bike-Bergsteigen tragen die Fahrer ihr MTB auf engen Pfaden zur Bergspitze. Das Bike wird dazu wie schweres Gepäck auf dem Rücken getragen. Die Abfahrt erfolgt dann auf ähnlich engen Steigen und Spitzkehren, die ein normales Ausfahren der Kurven unmöglich machen.

Hier finden Sie noch weitere Informationen.

Cross-Country

Diese Mountainbikes sind für Rennen in unwegsamem Gelände optimiert. Die Federwege sind kürzer gewählt, manche Fahrer verzichten hinten komplett auf eine Federung (Hardtail). Die Körperhaltung der Fahrer ist sehr gestreckt.

Dirt Bike

Diese Fahrräder sind komplett auf die Funsportart Dirt Jump abgestimmt. Bei dieser Sportart geht es darum, möglichst kunstvolle Sprünge zu absolvieren. Die Bikes verfügen in vielen Fällen über eine Federgabel, manche Fahrer lehnen diese aber ab.

Die Rahmenhöhe ist niedrig gewählt, der Sattel sehr tief eingestellt, was das Fahrrad für andere Zwecke eher ungeeignet macht. Die Sportart benötigt spezielle Bahnen, auf denen definierte Hügel aus Lehm errichtet sind.

Mountain Cross (Four Cross)

Fahrräder für die Sportart Mountain Cross oder Biker Cross ähneln den Dirt Bikes, wobei die Rahmengeometrie etwas länger ist. Hard Tails werden bevorzugt verwendet, Fullys (Full Suspension Bikes), also vollgefederte MTBs, sind eher die Ausnahme. Bei Wettbewerben geht es darum, die Rennstrecke so schnell wie möglich zu absolvieren.

Zu diesem Zweck verfügen die Bikes über einen längeren Radstand, der eine höhere Laufruhe sicherstellen soll. Da bei diesen Rennen meistens vier Fahrer gleichzeitig starten, werden die eingesetzten Fahrräder auch Four Cross Bikes oder 4X Bikes genannt.

Trial

Für diese Sportart müssen Biker ihr Fahrrad extrem gut beherrschen können. Auf Federung wird gänzlich, auf Gangschaltung weitgehend verzichtet. In der Regel ist auch kein Sattel vorhanden, die Kunststücke werden stehend vorgeführt. Die Rahmenhöhe ist im Vergleich zu anderen MTBs klein.

Damit die Fahrer mit dem Fahrrad hüpfen und gegebenenfalls verschiedene Hindernisse überspringen können, ist das Gewicht geringgehalten.

Pumptrack

Auf einer Bahn mit festem Untergrund versuchen die Biker ihr Fahrrad durch Hochdrücken (engl. pumping) in Bewegung zu halten, was durch spezielle Wellen in der Fahrbahn ermöglicht wird. Hierfür werden bevorzugt kleine Fahrräder genutzt. Da nur zu Beginn der Strecke pedaliert werden darf, kommen in der Regel Bikes mit Singlespeed-Übersetzung zum Einsatz.

Kann man ein MTB wie ein normales Fahrrad nutzen?

Natürlich – und genau das tun die meisten Mountainbiker auch. Dabei gilt es aber zu beachten, dass viele Mountainbikes nicht vollständig für die Fahrt auf öffentlichen Straßen ausgerüstet sind.

Bei vielen fehlen die Beleuchtung und die vorgeschriebenen Reflektoren. Diese Elemente müssen nachgerüstet werden, wenn man im Straßenverkehr unterwegs ist. Bei manchen spezialisierten MTBs ist ein Umrüsten allerdings nicht möglich, weil ihre Rahmengeometrie für den Stadtverkehr ungeeignet ist.

Resümee

Man kann mit einem Mountainbike durch eine landschaftlich reizvolle Bergwelt fahren. Darüber hinaus ist es möglich, MTBs für deutlich sportlichere Zwecke einzusetzen. Die spezialisierten Bikes werden extra dementsprechend optimiert, sind daher allerdings in der Regel nicht verkehrstauglich.

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