Eine Person trägt ein Klapprad
Falträder - unschlagbar für den Kombinationseinsatz verschiedener Verkehrsmittel (Bild: Foto: www.pd-f.de / Florian Schuh)

Tests und Empfehlungen

Klappräder für faltbare Mobilität

Von einem Faltrad, auch Klapprad genannt, ist die Rede, wenn man ein Zweirad mittels eines Klappmechanismus zusammenfalten und so für den Transport optimieren beziehungsweise platzsparend verstauen kann. Aber wozu ist ein Klapprad eigentlich gut? Ist es verkehrssicher und kommen Sie mit so kleinen Rädern überhaupt von der Stelle? Im Folgenden erfahren Sie, wie ein Klapprad funktioniert, für welche Zwecke Sie es am idealsten einsetzen können, welche Stärken und Schwächen es hat, ob Sie sich besser für ein E-Klapprad entscheiden sollten, welche Aspekte beim Kauf wichtig sind und welche Kosten für ein Klapprad anfallen.

Klapprad: Last-Mile-Mobility und Reisebegleiter

In diesem Artikel beschränken wir uns auf Falträder mit Rahmenhöhen bis etwa 20 Zoll. Zwar gibt es auch beispielsweise 26-Zoll-Zweiräder, die sich zusammenfalten lassen, aber sie entsprechen nicht den klassischen Klapprad-Modellen und haben entsprechend andere Vor- und Nachteile.

Insbesondere für Pendler bietet das Klapprad einen echten Mehrwert. Ob vom dezentral geparkten Auto oder von Bus oder Bahn aus: Mit dem Klapprad kommen Sie bequem zum Arbeitsplatz und wieder zurück. Diese sogenannte Last-Mile-Mobility wird noch attraktiver durch die Tatsache, dass ein zusammengefaltetes Klapprad im öffentlichen Nah- und auch Fernverkehr in der Regel als Gepäckstück gilt und kein gesondertes Fahrradticket mehr gelöst werden muss. Genauere Spezifikationen hierzu finden Sie auf der Webseite der Deutschen Bahn.

Doch nicht nur im Berufsleben kann das kleine Rad groß rauskommen, auch bei Ausflügen und auf Reisen sorgt ein Klapprad für Flexibilität:

  • Sie möchten einen Wochenendausflug machen und nicht die ganze Strecke mit dem Drahtesel zurücklegen? Kein Problem, denn zusammengefaltet passt das Klapprad in so gut wie jeden Kofferraum.
  • Sie fliegen in den Urlaub und würden das Ziel Ihrer Wünsche gerne ein bisschen mit dem Bike erkunden? Viele Fluglinien behandeln ein gefaltetes Klapprad als Gepäckstück, sodass eine Mitnahme unkompliziert und zu erschwinglichen Preisen möglich ist.
  • Sie sind mit dem Wohnmobil unterwegs und wünschen sich Mobilität auf dem Campingplatz und für kleinere Einkäufe? Mit einem Klapprad können Sie sich lange Fußmärsche zur Rezeption und das erneute Ausrichten Ihres WoMos nach der Einkaufsfahrt ersparen.

Klapprad: Funktionsweise und Ausstattung

Vielleicht liegt es an den technischen Defiziten von sehr viel älteren Klapprad-Modellen, dass dem Faltrad partiell nach wie vor der Ruf des schwergängigen, kleinrädrigen Notfahrrads anhängt. Tatsächlich ist das Fahren mit dem Klapprad mittlerweile nicht mehr mit größerer Kraftanstrengung verbunden: Moderne, gut ausgestattete Klappräder lassen sich ungeachtet der kleineren Räder ebenso leicht wie herkömmliche Bikes fahren.

Der Faltmechanismus ist je nach Modell unterschiedlich. Das Packmaß mancher Klappräder – in der Regel eher bei günstigen Versionen – entspricht in etwa der halben Fahrradgröße. Meistens befinden sich in der Rahmenmitte ebenso wie an Lenker und Sattel Scharniere mit einfachen Verschlüssen, mit denen der Rahmen „halbiert“ und Lenker und Sattel eingelassen werden können. Ein hochwertigeres Klapprad verfügt über mehrere Rahmenscharniere, sodass sich beide Laufräder zum Rahmen klappen lassen und das Packmaß so nur noch ein Drittel des Klapprads ausmacht. Darüber hinaus können bei diversen Modellen die Pedale eingeklappt werden. Zusätzlich zu diesen beiden Standardfalttechniken gibt es vereinzelt Bikes, bei denen ein Laufrad demontiert werden muss, um das Klapprad falten zu können. Das ist jedoch nicht nur umständlich und zeitintensiv, sondern macht es darüber hinaus notwendig, entsprechendes Werkzeug mit sich zu führen.

Die klassische Rahmenhöhe des Klapprads liegt zwischen 16 und 20 Zoll. Im Abschnitt "Welche Rahmengröße brauchen Sie?" geben wir Ihnen eine Übersicht darüber, welche Rahmenhöhe für welche Körpergröße geeignet ist. Klapprad-Rahmen bestehen hauptsächlich aus Aluminium.


Das Gewicht eines Faltrads hängt nicht zuletzt mit eben jener Rahmenhöhe zusammen, Klappräder sind häufig leichter als herkömmliche Bikes und wiegen in der Regel zwischen 10 und 15 Kilogramm.
Klappräder gibt es mit und ohne Gangschaltung, je nach Preissegment kommen Naben- oder Kettenschaltungen zum Einsatz. Wenn Sie mit Ihrem Klapprad komplett auf ebenen Strecken unterwegs sind, ist es theoretisch möglich, ohne Gangschaltung zu fahren. Allerdings können dann Sie Ihre Fahrt mit dem Klapprad aufgrund der fehlenden Übersetzung nicht an Ihre persönliche Fitness beziehungsweise an Straßen- und Witterungsverhältnisse anpassen. Eine Gangschaltung macht das Klapprad also deutlich komfortabler. Bei Falträdern für die Stadt ist eine einfache 7-Gang-Schaltung vollkommen ausreichend, bei Berg- und Talfahrten sorgt eine höhere Gangvielfalt für mehr Fahrkomfort. Eine Kettenschaltung am Klapprad ist übrigens nicht nur wartungsintensiver als eine Nabenschaltung: beim schnellen Zusammenfalten oder beim Verstauen in einer Transporttasche kann darüber hinaus die Kette vom Ritzel rutschen.


Um das Klapprad im Stadtverkehr nutzen zu können, muss es der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen. Das beinhaltet Lichtanlage, Reflektoren, Bremssystem und eine helltönende Klingel.
Die Ausstattung mit Schutzblechen und Kettenschutz ist beim Klapprad äußerst sinnvoll – wer möchte schon nassgespritzt oder mit ölverschmierten Hosen im Büro ankommen? Auch ein Gepäckträger leistet beim Pendeln, beim Einkauf und im Urlaub gute Dienste.

Die Falträder der Kultmarke Brompton
Aufgeklappt
Klapprad

Das Faltrad verfügt einen zweifachen Klappmechanismus.

Das Einklappen
Faltrad.

Der hintere Bereich des Faltrades lässt sich zuerst einklappen.

Das eingeklappte Faltfahrrad von Brumpton
Faltrad.

Nun ist das Faltfahrrad komplett eingeklappt.

Klapprad: Welche Rahmengröße brauchen Sie?

Wie bei jedem anderen Bike auch ist die passende Rahmengröße beim Klapprad eine wesentliche Voraussetzung für gesundheitsgerechtes Fahren und eine optimale Kraftübertragung. Bevor Sie sich einen der kleinen Stadtflitzer anschaffen, sollten Sie in jedem Fall eine Faltrad-Kaufberatung in Anspruch nehmen, um herauszufinden, welches Klapprad am besten für Sie geeignet ist. Anhand der folgenden Tabelle können Sie aber schon einmal grob herausfinden, welche Rahmenhöhe Ihrer Körpergröße entspricht:

Körpergröße Klapprad-Rahmengröße
160 - 165 cm 16 Zoll
165 - 170 cm 16 - 17 Zoll
170 - 175 cm 16,5 - 17,5 Zoll
175 - 185 cm 17,5 - 18,5 Zoll
185 - 190 cm 19 - 20,5 Zol

Für Menschen über 195 Zentimeter Körpergröße sind Klappräder eher nicht geeignet.Für Menschen über 195 Zentimeter Körpergröße sind Klappräder eher nicht geeignet.

Klapprad: Mini-Stadtflitzer mit Vor- und Nachteilen

Viele seiner Vorteile hat das Klapprad der Tatsache zu verdanken, dass Sie es zusammenfalten können, was für diverse Einsatzzwecke ausgesprochen praktisch ist:

  • Urlaubsbegleiter: Das Klapprad lässt sich in der Regel im Kofferraum eines PKW und im Wohnmobil bzw. Wohnwagen verstauen.
  • Pendlerglück: Es darf meistens ohne Zusatzticket in Bus und Bahn transportiert wer-den.
  • Außerdem ist das Klapprad eher ein Leichtgewicht und lässt sich zusammengeklappt einfach tragen. Daher kann man es auch in der Wohnung und eventuell am Arbeitsplatz verstauen, was zusätzlichen Wetter- und Diebstahlschutz bietet.
  • Aufgrund der kleineren Räder ermöglicht das Klapprad eine schnellere Beschleunigung. Das ist gerade im Stop-and-Go-Stadtverkehr sehr vorteilhaft.

Selbstverständlich hat ein Klapprad auch gewisse Schwächen:

  • Fehlende Geländegängigkeit: Offroad und bei wirklich steilen Anstiegen macht der Klappzwerg aufgrund seiner kleinen Räder auch mit Gangschaltung keine gute Figur.
  • Fahrverhalten: Gerade am Anfang sind die lange Lenkstange und die kleinen Räder gewöhnungsbedürftig.
  • Wartung und Verschleiß: Das Klapprad verfügt mit dem Faltmechanismus über eine Spezialkomponente, die ein herkömmliches Bike nicht aufweist. Insbesondere bei häu-figer Nutzung muss dieser Mechanismus regelmäßig gewartet werden.

Klapprad: Die Qualität bestimmt den Preis

Die Preisspanne bei Klapprädern ist enorm. Während ein vormontiertes Klapprad bei Aldi für 189 Euro zu haben ist, kostet ein top ausgestattetes Faltrad mit hochwertigen Komponenten durchaus um die 1.000 Euro und mehr. Ohne günstige Falträder in Verruf bringen zu wollen: Man kann für knapp 200 Euro einfach kein Qualitätswunder erwar-ten, das langlebig ist und zudem über Premium-Komponenten verfügt. Im Klapprad-Segment sind insbesondere die Fabrikate von Brompton, Tern, Dahon, Riese und Müller, Pegasus oder Kalkhoff für Qualität bekannt.

Das dreifach faltbare 20-Zoll-Einsteigermodell Passat Soria mit Stahlrahmen, 3-Gang-Nabenschaltung, Felgenbremse und Beleuchtung kostet 459,99 Euro. Das Dahon Mariner für 849 Euro mit 20 Zoll Rahmenhöhe, 8-Gang-Kettenschaltung und Felgenbremse wiegt nur 11,8 Kilogramm, hat aber auch keine Beleuchtung. Auch das 18-Zoll-Klapprad Birdy City von Riese und Müller wird ohne Beleuchtung geliefert, ist dreifach faltbar, hat hydraulische Scheibenbremsen und eine 8-Gang-Nabenschaltung. Preislich gesehen spielt es in einer anderen Liga: Dieses Modell kostet knapp 2.500 Euro. Etwas günstiger (2.099 Euro) ist das 14,30 Kilogramm schwere, dreifach faltbare 20-Zoll-Tern Verge S8i DR. Mit einer 8-Gang-Nabenschaltung, hydraulischen Scheibenbremsen, Schwalbe-Big-Apple-Reifen und Beleuchtung ist es herausragend gut ausgestattet und entspricht zu-dem der StVZO. Natürlich gibt es das Klapprad auch als E-Version – was bei etwas mehr Gepäck und dem Wunsch, möglichst schweißfrei zur Arbeit zu kommen, durchaus sinnvoll sein kann. Ein gut ausgestattetes, dreifach faltbares und natürlich der StVZO ent-sprechendes E-Klapprad wie das 20-Zoll-Sahel 3.I Move von Kalkhoff mit 612 Wh ist für 2.500 Euro zu haben.

Klapprad: Was ist vor dem Kauf zu bedenken?

Bevor Sie sich ein Klapprad zulegen, ist es sinnvoll, einige Überlegungen anzustellen:

Werden Sie Ihr Faltrad maßgeblich für den Weg zur Arbeit bzw. in der Stadt nutzen?

  • Dann sollte es über ein möglichst geringes Gewicht und kleines Packmaß verfügen, um sich optimal transportieren und verstauen zu lassen.
  • Da Sie Ihr Bike sehr häufig zusammenfalten müssen, sollte der Klappmechanismus besonders komfortabel sein und wenig Zeit beanspruchen.
  • Außerdem sollte Ihr Klapprad natürlich der StVZO entsprechen.

Sie brauchen Ihr Faltrad eher für längere Touren oder im Urlaub?

  • Eine gewisse Gangvielfalt ist für längere Ausflüge und insbesondere bei Berg- und Talfahrten unerlässlich. Eine 8-Gang- oder 11-Gang-Schaltung bietet eine gute Übersetzung für diesen Einsatzzweck.
  • Stellen Sie sicher, dass Ihr zusammengefaltetes Klapprad in Ihren Kofferraum passt! Am besten nehmen Sie Ihr Auto zum Klapprad-Kauf mit.
  • Selbst wenn Sie nicht in der Stadt unterwegs sind, ist eine Lichtanlage am Klapprad wichtig – und ein Nabendynamo ist deutlich komfortabler als ein Seitenläuferdynamo.
  • Beim Touren-Klapprad ist es nicht ganz so entscheidend, wie lange das Zusammenfalten dauert. Trotzdem ist es von Vorteil, wenn Sie kein Werkzeug dafür brauchen.
  • Wenn Sie in den Urlaub fliegen, ist eine spezielle Klapprad-Tasche praktisch, bei manchen Fluglinien sogar Pflicht.

Generell sollten Sie Folgendes beachten:

  • Kaufen Sie sich möglichst nur ein geprüftes und für den Straßenverkehr zugelassenes Klapprad mit entsprechendem TÜV-Siegel und / oder GS-Zeichen.
  • Insbesondere bei längeren Touren sollte Ihr Klapprad komfortabel, gut ausgestattet und hochwertig verarbeitet sein.
  • Achten Sie darauf, dass sowohl Lenker als auch Sattel höhenverstellbar sind. Nur so kann ein Klapprad von größeren Personen genutzt werden.
  • Der Sattel Ihres Klapprads sollte auch bei längeren Fahrten bequem bleiben.

Klapprad: Am besten fahren Sie mit einer Kaufberatung

Ein Klapprad bietet sowohl für Pendler als auch für Urlauber echten Mehrwert. Um sicherzugehen, dass Sie ein für Ihre Zwecke und Anatomie optimales Faltrad wählen, sollten Sie eine Klapprad-Kaufberatung in Anspruch nehmen. Beim Fachhändler können Sie testen, welcher Faltmechanismus sich am besten für Sie eignet, eine Probefahrt machen und gleich vor Ort prüfen, ob das Klapprad Ihrer Träume auch wirklich in den Kofferraum passt.

Natürlich spielt auch der Anschaffungspreis eine wichtige Rolle bei der Entscheidung, welches Faltrad Sie sich zulegen. Und warum nicht einfach ein günstiges Bike beim Discounter kaufen? Wie lange Sie Freude an Ihrem Klapprad haben werden, hängt nicht zuletzt von dessen Konfiguration und Verarbeitung ab. Markenprodukte verfügen beispielsweise über hochwertige, stabile Scharniere und Gelenke, die auch noch beim x-ten Zusammenfalten reibungslos funktionieren.