Ein blauer Fahrradrucksack steht auf dem Boden.
Ein Fahrradrucksack. (Bild: WERTGARANTIE / Tobias Bendix)

Tests und Empfehlungen

Fahrradrucksäcke

Auf den ersten Blick scheinen Rucksäcke für Fahrradfahrer kein besonderes Thema zu sein. Rucksäcke gibt es inzwischen für viele Outdoor-Anwendungen und darunter sollten sich auch passende für das Fahren mit dem Rad finden. Doch ein zweiter Blick lohnt sich.

Besondere Anforderungen an Fahrradrucksäcke

Für die Fahrt mit dem Fahrrad sind spezielle Rucksäcke aus folgenden Gesichtspunkten erforderlich:

  • Die Rucksäcke sollten über Reflektoren verfügen, um die Sichtbarkeit zu erhöhen
  • Die Rucksäcke dürfen bei einem Sturz nicht zu einer zusätzlichen Gefahr werden
  • Bei holprigen Fahrten sollten die Rucksäcke keine Beschwerden verursachen
  • Sie sollen die Belüftung des Rückens nicht verhindern, sondern unterstützen
  • Der Inhalt der Rucksäcke darf während der Fahrt nicht verrutschen
  • Sie sollten für spezielles Fahrradzubehör (z.B. Akku für E-Bikes und Pedelecs) optimiert sein

Aus den genannten Gründen lässt sich leicht erkennen, dass viele herkömmliche Rucksäcke für diese Aufgabenstellungen nicht geeignet sind.

Fahrradrucksäcke für jeden Einsatzzweck

Nicht nur bei Fahrrädern gibt es für unterschiedliche Anwendungszwecke eine eigene Ausführung: Auch bei Fahrradrucksäcken variieren deren Formen je nach Zweck der Fahrt. So lassen sich die Rucksäcke grob unterscheiden:

  • Rucksäcke, die auch als Fahrradtaschen verwendet werden können
  • Robuste Rucksäcke für die Fahrt mit dem Mountainbike
  • Rucksäcke für die Verwendung auf dem Liegerad
  • Coole Rucksäcke für die City-Tour

Zusätzlich muss auf die Größe der Radfahrer geachtet werden. Schmächtigere Personen benötigen andere Modelle, als Menschen mit breitem Kreuz. Die korrekte Anpassung an die eigene Statur ist vor allem wegen des guten Sitzes des Rucksacks notwendig. Mehr darüber schreiben wir unter dem Punkt Tragekomfort.

Männlich, weiblich oder unisex?

Im Fachhandel werden Fahrradrucksäcke angeboten, die speziell für Männer oder für Frauen gedacht sind. Der Hintergrund dazu ist schnell erklärt: Frauen verfügen in der Tendenz über einen kürzeren und schmaleren Oberkörper. Die Rucksäcke sollten deshalb etwas kleiner ausgeführt sein, damit sie zum Beispiel nicht an den Helm stoßen. Zusätzlich berücksichtigen die Schulterträger die Oberweite der Frau.

Ein praktischer Fahrradrucksack in allen Details

Zu den bereits genannten Gesichtspunkten wären noch einige Features zu nennen, die einen Fahrradrucksack zu einem praktischen Begleiter am Rad machen:

  • Der Rucksack hat eine eigene Befestigungsmöglichkeit für den Helm. Zwar sollte man den Helm während der Fahrt nicht abnehmen, aber wo trägt man ihn zwischen den Fahrten?
  • Der Rucksack verfügt über ein eigenes Fach für Werkzeug. Ein separiertes Fach verhindert den Kontakt von öligem Material mit Kleidungsstücken oder Lebensmittel
  • Der Rucksack verfügt über Protektoren, die den Rücken des Fahrers schützen
  • Für Sonnenbrillen, Mobiltelefon und sonstige rasch benötige Gegenstände gibt es passende Außentaschen. Diese sollten leicht erreichbar sein. Für den Müsliriegel oder die Schlüssel sind Fächer im Hüftgurt eingebaut.
  • Für das Trinken während der Fahrt ist eine Trinkblase vorhanden, die über einen Schlauch und ein Mundstück genutzt werden kann.

Guter Tragekomfort ist unbedingt erforderlich

Niemand trägt gerne einen Rucksack, der überall zwickt und zwackt. Bei einer Fahrradfahrt ist der Tragekomfort allerdings entscheidend für Leben und Gesundheit. Das hat etwas mit den während der Fahrt wirkenden Kräften zu tun. Dabei geht es sowohl um das Halten der Balance als auch um das Verarbeiten der Stöße und Geschwindigkeiten.

Verrutschende Gegenstände im Rucksack können die Balance beeinträchtigen. Deshalb ist beim Packen sorgfältig darauf zu achten, dass es für die schweren Stücke in der Größe angepasste Fächer im Rucksack gibt. Besonders wichtig wird das beim Transport des Reserve-Akkus bei E-Bikes und Pedelecs.

Während der Fahrt ist der Rucksack - wie der Mensch - verschiedenen Stößen ausgesetzt. Diese treten besonders bei Touren mit dem Mountainbike auf. Der Rucksack sollte so eng am Körper getragen werden, dass er bei diesen Stößen kein Eigenleben entwickelt und dem Fahrer buchstäblich in den Rücken fällt.

Die hohen Geschwindigkeiten wären kein Problem, solange die Fahrt unfallfrei verläuft. Bei einem Sturz fliegen nicht nur der eigene Körper, sondern auch die Gegenstände im Rucksack mit entsprechender Energie in Richtung Erde. In dieser Situation sollte sich der Rucksack nicht wie ein Geschoss in den Rücken bohren. Kantige Gegenstände werden deshalb auf der dem Rücken abgewandten Seite des Rucksacks gepackt.

Der richtige Sitz des Rucksacks

Der Rucksack sollte dem Kopf samt Helm genug Bewegungsfreiheit lassen, um nach hinten blicken zu können. Die oft überkopfhohen Rucksäcke von Wanderern sind deshalb für Radfahrer nicht geeignet.

Beim Anlegen des Rucksacks ist darauf zu achten, dass er unten nicht gegen die Lendenwirbel drückt. Die Lendenwirbelsäule ist im Alltag hoch belastet und lässt sich durch ständiges Anklopfen mit dem Rucksack leicht reizen. „Kreuzschmerzen“ sind die Folge.

Ein korrekter Sitz wird durch die Verwendung eines Hüftgurts erreicht, der zusätzlich zu den Schulterträgern am Rucksack angebracht ist. Der Hüftgurt sollte dabei zuerst festgezurrt werden, sodass der Rucksack praktisch auf den Hüften ruht. Die Schulterträger werden dann nur soweit angezogen, dass der Rucksack eng am Rücken liegt. Der zuletzt geschlossene Brustgurt sorgt dafür, dass bei rauer Fahrt die Schulterträger nicht vom Körper rutschen können.

Resümee

Fahrradrucksäcke müssen hinsichtlich der Sicherheit des Fahrers besondere Bedingungen erfüllen. Die Trageweise ist so gestaltet, dass Rucksäcke und ihr Inhalt bei heftigen Stößen nicht verrutschen. Zur Erhöhung der Sichtbarkeit verfügen sie über Reflektoren. Bei gefährlichen Fahrten über Stock und Stein bieten die Fahrradrucksäcke durch eingebaute Protektoren zusätzliche Sicherheit.

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