Blick auf den Pustertaler Radweg
Blick auf den Pustertaler Radweg (Bild: Claudio Colombo - adobe.stock.com)

Tests und Empfehlungen Der Pustertaler Radweg - auf der Sonnenseite Südtirols

Majestätische Berge, idyllische Almwiesen, Geselligkeit beim Törggelen – es gibt viele schöne Gründe, seinen Urlaub in Südtirol zu verbringen. So ist die beliebte Alpenregion auch ein Paradies für alle, die in den Ferien auf Radtour gehen wollen. Unter den zahlreichen Radrouten und Mountainbike-Trails in Südtirol sticht der Pustertaler Radweg besonders heraus. Er führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft und bietet eine ganze Reihe von Kombinationsmöglichkeiten. Anlage und Verlauf machen ihn ebenso geeignet für Familien mit Kindern und Genussradler wie für leistungsorientierte Sportive. Unser Routen-Steckbrief macht Sie mit dem Pustertaler Radweg bekannt und darf ruhig als Einladung verstanden werden, diese faszinierende alpine Strecke demnächst selbst einmal zurückzulegen.

Pustertaler Radweg: Grandiose Kulisse links und rechts

Der Pustertaler Radweg – auch als Pusterbike Radweg bekannt – führt geradewegs durchs Südtiroler Pustertal, das die Zillertaler Alpen und die Hohen Tauern im Norden von den Dolomiten und den Karnischen Alpen im Süden trennt. Wenn man so will, folgt die Radroute genau der sogenannten periadratischen Naht, wie die Geologen die Trennfuge zwischen den Zentralalpen und den Südalpen bezeichnen. Auf dieser Naht fließen die Flüsse Rienz und Drau. Das sonnenverwöhnte Pustertal ist ein Verbindungsweg, der bereits in der Bronzezeit ausgiebig genutzt wurde, um die Alpen in ost-westlicher Richtung zu passieren. Heute bildet es eine der landschaftlich reizvollsten und daher gefragtesten Touristenregionen des Alpenraums.

Pustertaler Radweg: Die Route in 3 Etappen

Der Pusterbike Radweg bietet Ihnen mehrere Optionen. Sie können die rund 11 Kilometer-Strecke von Westen oder von Osten aus befahren. Wenn Sie mitten im Pustertal Urlaub machen – etwa in der Kronplatzregion – lässt sich die in drei Etappen aufgeteilte Route beliebig in die eine oder andere Richtung abradeln. Genauso können Sie Ihre Tour auf dem Pustertaler Radweg mit dem für Radfahrer ebenfalls gut erschlossenen Ahrntal und natürlich dem Eisacktal verbinden – ganz nach Belieben, Kondition und zur Verfügung stehender Zeit.

Pustertaler Radweg: Von Franzensfeste nach Bruneck

Der Einfachheit halber schildern wir nachfolgend den Tourenverlauf von West nach Ost, wie er sicher auch am häufigsten gefahren wird. Die Fahrradroute beginnt bei der Festung Franzensfeste, wo der Eisacktaler Radweg nach Osten ins Pustertal abzweigt und zum Pusterbike Radweg wird. Es geht auf der Straße durch Aicha und über Feldwege nach Schabs über das „Apfelhochplateau“, wo der Anblick und der Duft blühender Apfelbäume im Frühjahr eine wahre Pracht ist. Von dort führt die Fahrradroute neben der Straße her, später über anmutige Wiesen hinein ins sehenswerte Dörfchen Mühlbach und zur Mühlbacher Klause, den malerischen Ruinen einer alten Grenzfestung. (Einige Tourenbeschreibungen sehen in Mühlbach den Ausgangspunkt des Pustertaler Radwegs). Weiter geht es am Stausee vorbei und immer am Südufer der Rienz Richtung Bruneck. Dabei passieren Sie die Dörfer Nieder- und Obervintl, St. Sigmund und Kiens passiert. Der Weg passiert Ehrenburg, nimmt seinen Verlauf am Eingang des Gadertals vorbei, durchquert Pflaurenz und St. Lorenzen und langt in der historischen Altstadt von Bruneck an. Die mittelalterliche Stadt am Fuß des berühmten Skibergs Kronplatz ist der wichtigste Ort im Pustertal und lädt zu jeder Jahreszeit zu einem Stadtbummel durch die verwinkelten Gassen ein.

  • Streckenlänge: 33,9 km
  • Dauer: ca. 2:30 Std.
  • Höhenmeter: rund 100
  • Charakter: nur sanfte Steigungen, zumeist asphaltiert, teilweise auf Nebenstraßen
  • Schwierigkeitsgrad: leicht
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Pustertaler Radweg: Von Bruneck nach Innichen

Toblach im Pustertal
Toblach im Pustertal (Bild: zauberblicke - adobe.stock.com)

Der zweite Abschnitt des Pustertaler Radwegs ist etwa genauso lang wie die erste Teilstrecke. Über Percha, Olang und Welsberg geht die Tour durch die Ferienregion Kronplatz, der als Hausberg von Bruneck immer herübergrüßt. Über Niederdorf und Toblach erreichen Sie Innichen im Hochpustertal. Wenn Sie Zeit haben und noch mehr alpine Natur erleben wollen, können Sie Abstecher nach Norden ins Tauferer Tal, ins Antholzer Tal oder Gsieser Tal machen sowie nach Süden ins Pragser Tal. Überall erwarten Sie die Schönheiten wilder Naturparklandschaften. Auch im Pustertal haben sie stets herrliche Bergpanoramen vor Augen und können auf guten Rastplätzen eine zünftig Südtiroler Brotzeit machen. Achten Sie bei dieser Gelegenheit auf die „Heuharfen“ im Talgrund. So heißen dort die Holzgestelle, auf denen das frisch gemähte Gras zum Trocknen aufgehängt wird.

  • Streckenlänge: 33,5 km
  • Dauer: ca. 2:30 Std.
  • Höhenmeter: rund 450
  • Charakter: mäßige Steigungen, asphaltiert
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Pustertaler Radweg: Von Innichen nach Lienz

Auf der letzten Etappe des Pustertaler Radwegs ist die Drau ihre Begleiterin, weshalb diese Strecke auch als Drauradweg bezeichnet wird. Wenige Kilometer hinter Innichen erreichen Sie die österreichische Grenze und setzen Ihre Tour auf der anderen Seite in Osttirol fort. Dabei durchqueren Sie entlang der dahinmurmelnden Drau satt grüne Wiesenflächen und streifen duftende Nadelwälder. Auch dieser Wegabschnitt ist gut ausgebaut, verhältnismäßig breit und hat nur selten steile Passagen. Dafür geht es immer mal wieder angenehm abwärts. Es heißt, der Drauradweg sei vor allem im Sommer der beliebteste Radweg in und um das Pustertal herum. Sein Ziel ist die Sonnenstadt Lienz, die den Ruf einer „Perle der Dolomiten“ hat und unbedingt besichtigt werden sollte. Bei Lienz treffen die Drau, das Pustertal und das Iseltal aufeinander und bieten weitere lohnende Kombinationsmöglichkeiten für radfahrende Naturfreunde.

  • Streckenlänge: 44 km
  • Dauer: ca. 2:30 Std.
  • Höhenmeter: rund 500 abwärts
  • Charakter: asphaltiert
  • Schwierigkeitsgrad: leicht

Der Pustertaler Radweg bietet wahre Vielfalt

Wegen seines geringen Schwierigkeitsgrades und seiner nur moderaten Steigungen ist der Pustertaler Radweg eine gute Wahl für Familien mit Kindern. Auch Senioren und alle anderen, die durch eine traumhafte Landschaft radeln und es etwas ruhiger angehen lassen möchten, sind entlang von Rienz und Drau auf dem richtigen Weg. Genauso können Rennradfahrer auf dem guten Untergrund zeigen, was in ihnen steckt. Und wer im Südtirolurlaub nach und nach auf dem Mountainbike der Faszination der Pustertal-Seitentäler erliegen möchte, hat im Pustertaler Radweg eine ideale zentrale Verbindungsachse.

Pustertaler Radweg: Zurück geht’s auf Schienen

Nehmen wir an, Sie starten Ihre Radtour im Eisacktal und wollen dort auch wieder ankommen, ohne aber die ganze Strecke wieder in die Gegenrichtung wiederholen zu müssen – dann nehmen Sie einfach die Bahn! Eine für den Fahrradtransport ausgelegte Bahnlinie verläuft mehr oder weniger parallel zum Pustertaler Radweg. Sie müssen am Ziel nur Ihre Fahrkarte lösen, das Rad im Zug verstauen und es sich bequem machen. Das vereinfacht übrigens auch die Planung von Teiletappen. So können Sie unkompliziert ausgewählte Abschnitte zurücklegen und sich für das Besichtigen der Dörfer und Städte auf dem Weg ausgiebig Zeit nehmen.