Kinderfahrrad zu Weihnachten
Kinderfahrrad zu Weihnachten (Bild: k8most - stock.adobe.com)

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5 Tipps zum Kinderfahrradkauf zu Weihnachten

Ein eigenes Fahrrad ist für Kinder eine tolle Sache. Fahrradfahren ist gut für die Gesundheit und verschafft Kindern die dringend benötige Bewegung an der frischen Luft. Gleichzeitig bietet ein eigenes Kinderfahrrad erste Unabhängigkeit. Kinder können sich damit unabhängig bewegen, Freunde besuchen oder zum Sport fahren. Kein Wunder, dass ein Kinderrad ein gern gesehenes Weihnachtsgeschenk ist. Möchten Eltern ihrem Kind ein Fahrrad kaufen, sollten sie einige Punkte beachten. Mit unseren 5 Tipps finden Eltern ein passendes Kinder- oder Jugendrad.

Das ist bei einem Kinderrad wichtig

Wie bei Erwachsenen ist die richtige Größe bei einem Kinderfahrrad besonders wichtig. Welche Größe das Kinder- oder Jugendrad haben sollte, hängt dabei in erster Linie von der Körpergröße und der Schrittlänge ab.

Die folgende Übersicht kann als grobe Orientierung dienen:

  • Für die Kleinsten von 2 bis 6 Jahren bei einer Körpergröße von etwa 98 bis 116 cm eignet sich ein Kinderfahrrad von der Größe 12 bis 20 Zoll.
  • Von etwa 7 bis 12 Jahren eignet sich ein Kinderrad von 20 bis 24 Zoll
  • Ab 13 Jahren eignet sich bei vielen Kindern schon ein Jugendrad in der Größe 26 Zoll. Diese Größe ist auch für viele Erwachsene ausreichend.

Wichtiger als die reine Größe sind bei einem Kinderfahrrad oft die Proportionen. Dieser Faktor fällt bei kleinen Rädern oft besonders stark ins Gewicht. Selbst bei der gleichen Radgröße kann ein Fahrrad prima passen, ein anderes überhaupt nicht. Aus diesem Grund sollten Eltern ein Kinderrad immer mit ihrem Kind auswählen. Ist das Kinderrad ein Weihnachtsgeschenk, sollten Eltern vor allem bei kleinen Kindern berücksichtigen, dass diese bis zur eigentlichen Fahrradsaison noch etwas wachsen.

2. So wenig wie möglich, so viel wie nötig – Diese Ausstattung braucht ein Kinderfahrrad

Je nach Alter des Kindes, muss ein Kinder- oder Jugendrad unterschiedliche Ansprüche erfüllen. Bei Rädern bis 20 Zoll geht es in der Regel nur darum, dass Kinder das Radfahren lernen. Diese Räder sollten auf die nötigste Ausstattung beschränkt sein. Dazu zählen vor allem Bremsen. Schutzbleche, Gepäckträger oder festmontiertes Licht, sind oft noch nicht notwendig, sondern erhöhen nur das Gewicht. Das gilt ganz besonders auch für Stützräder. Die sind keineswegs eine Hilfe beim Fahren lernen. Im Gegenteil – sie verhindern, dass das Kind lernt, das Gleichgewicht zu halten. Im schlimmsten Fall bleibt das Kind mit den Rädern an einem Hindernis hängen und stürzt.

Kinderräder ab einer Größe von 20 Zoll sollten auf jeden Fall verkehrssicher sein. Dazu zählt neben einer Klingel vor allem eine funktionierende Beleuchtung. Gepäckträger und Schutzblech sind nicht zwingend notwendig.

Grundsätzlich sollte die Ausstattung bei einem Kinderfahrrad oder einem Jugendrad auf die tatsächlichen Bedürfnisse abgestimmt werden.

3. Auf das Gewicht kommt es an

Neben der Größe sollten Eltern im Fahrradgeschäft vor allem auf das Gewicht beim Kinderrad achten. Das gilt ganz besonders bei kleinen Modellen. Hier gilt: weniger ist ganz klar mehr. Mit einem leichten Kinderfahrrad fällt einem Kind das Fahren deutlich leichter und macht so mehr Spaß. Eine gute Faustregel bei der Auswahl im Fahrradladen: Das Rad sollte auf keinen Fall mehr als ein Drittel des Kindes wiegen.

Wer wie im vorangegangenen Tipp beschrieben die Ausstattung auf ein Minimum reduziert, kann deutlich Gewicht sparen.

4. Handbremse statt Rücktritt

Zu den wichtigsten Bauteilen an einem Fahrrad zählen die Bremsen. Hierbei kommen grundsätzlich zwei Arten von Bremsen infrage:

  1. Handbremsen
  2. Rücktrittbremsen

Handbremsen werden über einen Handhebel am Lenker bedient. Das ist auch bei den meisten Fahrrädern für Erwachsene Standard. Die Rücktrittbremse bedient das Kind im Gegensatz dazu mit den Füßen, indem es die Pedale nach hinten tritt.

Rücktrittbremsen haben gegenüber Handbremsen zwei gravierende Nachteile:

  1. Die Bremskraft lässt sich schlecht dosieren und das gebremste Hinterrad blockiert leicht.
  2. Je nach Pedalstellung kann ein Kind unter Umständen nicht die gewünschte oder benötigte Kraft auf die Bremse übertragen.

Im Gegensatz zu einer Rücktrittbremse lassen sich Handbremsen deutlich besser dosieren und haben eine bessere Bremswirkung. Lernt ein Kind von Anfang an mit der Handbremse zu bremsen, gibt es später auch keine Unsicherheiten beim Umstieg auf ein Jugendfahrrad mit Handbremse.

Aber auch die beste Handbremse nützt nichts, wenn sie für das Kind nicht geeignet ist. Wichtig ist, dass die Bremshebel für das Kind leicht zu greifen sind.

5. Die Schaltung bei Kinderrädern

Ob ein Kinderrad eine Schaltung haben sollte, lässt sich schwer pauschal beantworten. Wie bei den meisten Ausstattungsteilen sollten Eltern hier nach Bedarf entscheiden. Wer in einer bergigen Region wohnt, sollte bereits frühzeitig ein Modell mit Schaltung wählen, sobald das Kind sicher fahren kann. Ohne Schaltung lässt sich hier sonst kaum fahren. Allerdings reicht für den Anfang eine Schaltung mit einigen wenigen Gängen. Eine Kettenschaltung hat gegenüber einer Nabenschaltung den Vorteil, dass sie deutlich leichter ist. Das wirkt sich positiv auf das Gesamtgewicht des Rades aus.

Resümee

Eltern haben es nicht leicht, wenn sie ein Kinderfahrrad oder ein Jugendrad auswählen sollen. Wichtig ist, dass die Größe stimmt und das Gewicht möglichst niedrig ist. Die Ausstattung sollte auf ein absolutes Minimum beschränkt sein, wenn Kinder fahren lernen. Das spart Gewicht und sorgt dafür, dass Kinder nicht überfordert sind. Sobald das Kind älter wird, kann die Ausstattung ganz nach Bedarf umfangreicher werden.

Um ein geeignetes Rad im Fahrradgeschäft auszuwählen, ist es im Grunde unerlässlich, dass das Kind das Rad ausprobiert. Soll das Kinderrad eine Weihnachtsüberraschung sein, brauchen Eltern für kleinere Kinder eine gute Erklärung für den gemeinsamen Besuch im Fahrradladen. Bei größeren Kindern ist das einfacher. Hier kann ein Gutschein eine gute Lösung sein. Am Jahresanfang reduzieren viele Händler deutlich die Preise. Da kann dann mit etwas Glück ein Modell drin sein, das vor Weihnachten noch unerschwinglich war.