Smartphone auf Docking-Station auf dem Nachttisch
Den eigenen Schlaf verfolgen: Smartphone vs. Armband (Bild: Africa Studio - stock.adobe.com)

Tests und Empfehlungen

Den eigenen Schlaf verfolgen: Smartphone vs. Armband

Immer mehr Menschen scheinen unter Schlafproblemen zu leiden. Da Smartphones mittlerweile so ziemlich jeden Bereich unseres Alltags erobert haben, erscheint es für viele nur als logisch auch bei diesem Problem auf den digitalen Begleiter zurückzugreifen. Doch sind die Daten, die Smartphones und Handys ermitteln, überhaupt zuverlässig? Oder sollten sich Schlafgeplagte doch lieber auf Fitnessarmbänder mit eingebauter Tracking-Funktion verlassen? Und dann gibt es da ja noch kritische Stimmen wegen der Strahlung, die von diesen Geräten ausgeht. Schaden Ihnen Sleep-Tracker am Ende etwa mehr, als dass sie Ihnen zu einem wohlverdienten Schlaf verhelfen? Wir haben uns beide Optionen für Sie angesehen und erklären Ihnen, wie diese funktionieren.

Sleep-Tracker beobachten Nachtaktivität

Seit Jahrhunderten leidet die Menschheit unter Schlafproblemen. Die einen klagen dabei nur während Vollmond über einen unruhigen Schlaf, wohingegen die anderen täglich von einer Schlafstörung, der sogenannten Insomnie, heimgesucht werden. Oftmals lassen sich schlechte Träume und Schlaflosigkeit dabei auf Faktoren wie Stress oder innere Unruhe zurückführen und etliche betroffene Menschen immer wieder zu neuen Therapiemethoden greifen. Neben Tees, Duftöle und Tabletten, die einen ruhigeren Schlaf versprechen, existieren zahlreiche weitere Methoden, um den Geplagten etwas Ruhe zu verschaffen. Wer auf ungesunde Pillen oder alternative Heilpraktiken verzichten möchte, kann bereits seit einiger Zeit auf Fitnessarmbänder oder Smartphones als Sleep-Tracker zurückgreifen. Diese Sleep-Tracker, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen, überwachen die Schlafzyklen der Person und ermitteln anhand von unterschiedlichen Kurvenverläufen die Tiefschlafphasen. Anhand dieser Analyse sollen Sie die perfekte Schlafenszeit ermitteln können. Viele Tracker bieten zudem eine Funktion an, die Sie dann weckt, wenn Sie sich in einer leichten Schlafphase befinden. Dafür stellen Sie vorher ein, wann Sie aufwachen wollen und Ihr Armband oder Smartphone als Sleep-Tracker ermittelt dann anhand Ihrer Schlafphase den besten Moment um die eingestellte Uhrzeit herum, um Sie aufzuwecken.

Fitnessarmband vs. Tracking-App

Besonders seit der Einführung von Fitnessarmbändern und ähnlichen Gadgets wächst der Trend zur Nutzung der technischen Schlafkomplizen konstant und befindet sich mittlerweile auf einem sehr hohen Level. Bei der Nutzung dieser technischen Hilfsmittel muss aber zwischen zwei unterschiedlichen Grundideen differenziert werden.
Zum einen greifen viele Smartphone-Besitzer immer häufiger zu sogenannten Tracking-Apps. Diese wurden aus der Idee heraus entwickelt, dass all jene, die ohnehin ihre Smartphones als Wecker nutzen, das Smartphone doch direkt mitnutzen können, um mithilfe von Tiefschlaf-Analysen deutlich ausgeruhter aufgeweckt zu werden. Dabei lässt sich natürlich darüber streiten, ob das Smartphone auch nachts wirklich in unmittelbarer Nähe sein muss – sprechen doch etliche Faktoren gegen den digitalen Begleiter neben dem Kopfkissen. Es wird schon länger über mögliche Langzeitfolgen von Handystrahlung diskutiert. So raten diverse Wissenschaftler dazu, sich möglichst viele Ruhephasen vom technischen Begleiter zu nehmen und sich besonders nachts davon fernzuhalten. Allerdings existieren auch gegenteilige Befunde, die die Strahlung von Mobiltelefonen als eher harmlos für Menschen einstufen. Allgemein wird die Strahlung der Mobiltelefone aber grundsätzlich als gering eingestuft. Einige Pausen abseits Ihres Handys schaden Ihrem Köper natürlich trotzdem nicht. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie schädlich Handystrahlungen für Sie wirklich sind, finden Sie hier einen spannenden Artikel zu dem Thema.
Neben den Tracking-Apps nutzen besonders Fitnessbegeisterte häufig die eingebaute Tracking-Funktion in Fitnessarmbändern (wie beispielsweise Fitbit Armband). Diese Armbänder können nicht nur Ihren Schlafrhythmus messen – also erkennen, wann Sie sich in einer leichten- oder einer Tiefschlafphase befinden – sondern auch Ihre Schritte und Kalorien zählen. Meistens werden die Fitnessarmbänder von einer App begleitet, in der Sie zusätzlich ein Ernährungstagebuch führen oder Ihr Workout eintragen können. Der eher simplere Smartphone Sleep-Tracker in App-Form misst lediglich Ihre Schlafzyklen und gibt daraufhin Hinweise zur optimalen Nachtruhe. Mit Erinnerungen sorgt er zudem dafür, dass diese möglichst auch eingehalten werden.

Das kleine 1x1 des Schlafzyklus

Man liegt mit Fitnessarmband im Bett
(Bild: Andrey Popov - stock.adobe.com)

Der menschliche Schlafzyklus besteht übrigens nicht nur aus leichter- und Tiefschlafphase, sondern aus drei verschiedenen Stadien: Wachzustand, Non-REM-Schlaf (zu dem der leichte und tiefe Schlaf zählt) und REM-Schlaf (oder auch Traumschlaf genannt). Wenn Sie Ihr Fitnessarmband oder Smartphone als Sleep-Tracker nutzen, zeichnen diese meist nur den Non-REM- sowie REM-Schlaf auf.
Im Wachzustand (kurz nachdem Sie sich schlafen gelegt haben) ist das Gehirn noch relativ aktiv. Während der ersten 30 Minuten gelangen die meisten normalerweise in die Phase des Non-REM-Schlafs. Die Gehirnaktivität verlangsamt sich und je mehr die Körperaktivität abnimmt, desto tiefer schlafen Sie. Der Non-REM-Schlaf besteht selbst aus verschiedenen Phasen, dem leichten und dem tiefen Schlaf. Die erste Tiefschlafphase der Nacht endet normalerweise nach 1 - 2 Stunden und leitet den REM-Schlaf (Rapid Eye Movement, übersetzt: schnelle Augenbewegungen) ein. In dieser Phase des Schlafzyklus träumen Menschen wahrscheinlich besonders intensiv. Nach der ersten REM-Phase wechseln sich Non-REM- und REM-Schlaf ab.

Irgendwann braucht der Körper auch mal eine Pause

Diese Pause bekommt Ihr Körper, wenn Sie sich in den verschiedenen Stadien des Schlafzyklus befinden. Diese zu messen ist natürlich kein Hexenwerk. Wenn Sie Ihr Smartphone als Sleep-Tracker nutzen, stecken die Tracking-Apps lediglich der Zeitrahmen zwischen beiden Erinnerungen (wann Sie zu Bett gegangen sind und wann Ihr Wecker klingelt) grob ab und trägt diesen daraufhin in das System ein. Über iOS lässt sich diese Funktion bereits in der herkömmlichen Wecker-App unter dem Reiter „Schlafenszeit" finden. Darüber hinaus gibt es etliche weitere Apps sowohl im Google Play Store als auch in Apples App Store, die detailliertere und weiterführende Möglichkeiten bieten.
Immerhin etwas wissenschaftlicher erscheint die genutzte Methode der Fitnessarmbänder. In diesen sind als Messinstrumente Bewegungssensoren eingebaut, die Aufschluss über Ihre nächtliche Aktivität geben. Über diese lassen sich Rückschlüsse auf die Stadien des Schlafzyklus ziehen. Aber auch bei den Armbändern geht über das für die Aufzeichnung benötigte Bluetooth- und WLAN Strahlung aus, der Sie nicht entgehen können. Denn die Armbänder müssen natürlich durchgehend am Körper getragen werden, um Ihren Schlaf überhaupt aufzeichnen zu können. Abgesehen davon, dass der Körper somit fast 24 Stunden am Tag der – wie auch immer gearteten – Strahlung ausgesetzt ist, ist es nicht klar, wie zuverlässig die Daten der Fitnessarmbänder und Smartphones als Sleep-Tracker sind. Welche der beiden Optionen Sie also nutzen möchten, hängt allein von Ihren Präferenzen ab.