Mann sitzt gelassen auf Sofa mit Handy in der Hand
Das Twitter Abo kommt (Bild: deagreez - stock.adobe.com)

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Twitter Abo: Das müssen Sie zum neuen Feature wissen

Mit Twitter ist es so eine Sache. Seit nunmehr 15 Jahren gibt es die Plattform, die es erlaubt Kurznachrichten mit bis zu 280 Zeichen abzusetzen. Der Micro Messaging Dienst ist äußerst beliebt und die Beliebtheit der Plattform nimmt nicht ab. Im Gegenteil. Es kommen zunehmend mehr User dazu: Im zweiten Quartal 2021 konnte Twitter über 206 Millionen aktive Nutzerinnen und Nutzer verzeichnen. Dennoch erlaubt sich Twitter immer wieder Experimente, die nach hinten losgehen. Erst kürzlich hat der Dienst sein Feature “Fleets” wieder einstellen müssen, weil es nicht gut aufgenommen wurde. Nun wagt sich Twitter mit einer neuen Funktion vor, nämlich einem Abonnement. Anfang des Jahres wurde bereits mit dieser Option experimentiert, nun geht sie tatsächlich an den Start. Wir verraten Ihnen, was es damit auf sich hat, welche Vorteile Sie dadurch haben und ob das Twitter Abo vielleicht doch kein Schnellschuss ist.

Was genau hat es mit dem Twitter Abo auf sich?

Wenn Sie sich fragen, was Sie von einem Twitter Abo erwarten können und ob so eine Bezahlvariante in einer der beliebtesten (und kostenlosen) Apps überhaupt Sinn macht, sind Sie nicht alleine. Viele User sind sich unsicher, was sie von einem Twitter Abo eigentlich erwarten können. Damit Sie einen Überblick bekommen, stellen wir Ihnen die wichtigsten Eckdaten vor. Wie erwähnt, wurde das Twitter Abo bereits seit einigen Monaten in einer Testphase ausprobiert. Als erstes, wie könnte es auch anders sein, geht das Twitter Abo in den USA an den Start. Kurze Zeit später soll es aber weltweit und damit auch in Deutschland nutzbar sein.

Ziel vom Twitter Abo ist es, den Usern exklusive Inhalte anzubieten - gegen Bezahlung natürlich. Das neue Feature hört auf den Namen “Super Follows”. Der Begriff deutet schon an, wo die Reise hingehen soll. Es geht darum, die Qualität des Contents zu steigern, sodass Sie als Nutzer von ausgewählten Inhalten profitieren. Plattformen wie Patreon oder Substack werden gerade immer beliebter. Sie arbeiten mit einem ganz ähnlichen Modell, das auf exklusive Inhalte setzt und es ermöglicht, einzelne Autoren oder kreative Accounts zu unterstützen.

Wer ein Twitter Abo hat, kriegt gefilterte Inhalte

Eigentlich ist es ganz einfach: Nutzer, die über ein Twitter Abo verfügen, bekommen ausgewählte und damit gefilterte Inhalte dargestellt. Die sogenannten “Super Follower” können Tweets und Unterhaltungen lesen, die nicht zahlenden Usern verborgen bleiben. Hierbei legt die Plattform sein Augenmerk vor allem auf prominente Personen und populäre Accounts, die Sie als Nutzer mit exklusiven Inhalten versorgen sollen. Ähnlich wie bei News Websites und Apps, können Sie über das Bezahl Abo an qualitativ hochwertigen Inhalt kommen.

Wenn Sie ein Twitter Abo haben, bekommen Sie sogar noch weitere Möglichkeiten geboten, um Inhalte zu filtern. So ist es möglich den Content auf verschiedene Interessensgebiete zu verteilen. Soll heißen: Sie können unterschiedlichen Gruppen beitreten, denen je nach Vorliebe bestimmte Inhalte angezeigt werden. Darüber hinaus können Sie als Abonnent auch einzelne Accounts sowie Spam automatisch sperren lassen. Auf diese Weise haben Sie künftig Ruhe vor unliebsamen Konten und Nachrichten. Zusammengefasst arbeitet das neue Twitter Abo also viel mit Filtern, die besonders attraktive Inhalte bevorzugen und nicht erwünschte aussortieren.

Wie können Sie ein Twitter Abo abschließen?

zwei Hände bedienen Smartphone, seitliche Ansicht
Etabliert sich das Twitter Abo? (Bild: Khunatorn - stock.adobe.com)

Aktuell läuft das neue Twitter Abo nur in den USA, Nutzer hierzulande können also noch kein Twitter Abo abschließen. Da das Angebot auch in den USA noch neu ist, kann nicht jeder mitmachen. Zurzeit läuft das Ganze noch über Wartelisten und bestimmte Bedingungen. Nicht nur die Inhalte, die ausgespielt werden, sind genau ausgesucht - die User sind es ebenfalls: Interessenten müssen sich nämlich auf eine Warteliste setzen lassen. Zudem müssen Nutzer selbst mindestens 10.000 Follower haben. Das trifft freilich nur auf wenige User zu. Darüber müssen Interessenten über 18 Jahre alt sein und in den vergangenen 30 Tagen mindestens 25 Tweets (also fast einen pro Tag) verfasst haben.

Zudem besteht eine weitere Einschränkung: Noch lässt sich ein Twitter Abo nur für iOS-Nutzer abschließen, Android-User haben aktuell noch das Nachsehen. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, dann liegen Sie ganz richtig. Bei Einführung der App Clubhouse lief es ähnlich ab. Auch hier galten mehrere Bedingungen, um mitmachen zu können, wie z.B. der Besitz eines iPhones. All das klingt ganz schön anspruchsvoll, ist es zunächst auch. Abos gibt es zu den Preisen von drei, fünf und zehn Dollar monatlich.

Darum wurde das Twitter Abo eingeführt

Sollten Sie sich fragen: “Warum gibt es plötzlich ein Twitter Abo?”, muss die Antwort wohl in erster Linie “Geld” lauten. Die bisherige Einnahmequelle des Micro Messaging Dienstes ist Werbung. Genau wie Facebook oder Instagram, erzielt auch Twitter den Großteil seiner Einnahmen aus geschalteten Anzeigen. Wenn Sie durch Ihre Twitter Timeline scrollen, wird Ihnen alle paar Tweets auch Werbung gezeigt. Für die Accounts hinter den Werbekonten bedeutet das eine größere potenzielle Zielgruppe, die ihre Produkte kauft. Für Twitter heißt das in erster Linie mehr Einnahmen. Um Letzteres zu erhöhen und von dem Werbemodell wegzukommen bzw. um es zu erweitern, hat Twitter nun sein Abo vorgestellt. Um exklusive Inhalte zu sehen, müssen User einen monatlichen Betrag an Twitter zahlen.

Es bleibt abzuwarten, inwiefern sich das neue Bezahlmodell etablieren wird. Für Twitter ist es nicht unüblich, dass erst kürzlich eingeführte Features wieder zurückgerufen, überarbeitet oder sogar eingestampft werden. Das ist erstmal nichts Schlimmes. Ganz im Gegenteil: Es zeigt vielmehr, dass die Entwickler hinter der Plattform ständig in Bewegung sind und konstant an Verbesserungen arbeiten. In der letzten Zeit sind in den Medien jedoch vor allem die Features thematisiert worden, aus denen leider nichts geworden ist. In den vergangenen Monaten hat die Plattform eine ganze Reihe an spannenden Funktionen wieder einkassieren müssen. Warum das so ist und um welche Features es sich genau handelt, können Sie in Nach Kritik: Twitter Update muss überarbeitet werden nachlesen.