Stadt mit Vernetzungssymbolen sowie "5G"-Inschrift
5G Mythen im Check (Bild: SasinParaksa - stock.adobe.com)

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5G Mythen und Wahrheiten im Check – was stimmt wirklich?

5G Mythen und Wahrheiten im Check – was stimmt wirklich? Schon bald soll es kommen: Das 5G Netz. Hochleistungsfähiger und schneller soll es Deutschland und andere Länder mit exzellentem Internet versorgen und für eine noch effizientere Kommunikation sorgen. Dank neuester Technologien wie beispielsweise Smart Home oder dem Einsatz von Robotern und Assistenzsystemen fürs Auto wird ein flächendeckendes sowie leistungsfähiges Breitbandnetz unverzichtbar. Deshalb freuen sich die meisten Nutzer auf 5G. Doch immer wieder tauchen auch negative Berichte auf. Oftmals geht es dabei um die 5G Strahlung, die in vielen Fällen als gefährlich und gesundheitsschädlich eingestuft wird. Zusätzlich dazu tummeln sich weitere verrückte 5G Mythen im Netz. Was nun tatsächlich stimmt und was einfach nur erfunden ist, erfahren Sie hier in unserem 5G Faktencheck.

Die 9 größten 5G Netz Mythen im Faktencheck

5G stopft die aktuellen Funklöcher in Deutschland

Klare Antwort: Nein. Die aktuellen Funklöcher in Deutschland werden auch mit der Einführung des 5G Netzes nicht behoben. Gute 5G Strahlung herrscht also nur dort, wo 5G Masten stehen und entsprechende Antennen verfügbar sind. Die Telekom ist aber dabei, jedes Jahr mehr als 2.000 neue Mobilfunk-Standorte zu bauen. Dadurch soll sich die Verbreitung von 5G Frequenzen schon bald verbessern.

5G ist eine vollkommen neue Funktechnologie und wird vom Militär als Waffe genutzt

Auch bei dieser Meldung handelt es sich um einen Mythos. Es gibt zwar Energiewaffensysteme wie beispielsweise das „Active Denial System“, dieses wird aber auf komplett anderen Frequenzbereichen genutzt und nicht von der 5G Frequenz getragen. Während die 5G Frequenz bei ca. 700 Megahertz liegt, wird die Satellitennavigation im Frequenzbereich von 95 Gigahertz gesteuert.

Das 5G Netz benötigt zusätzliche Antennen

Dies ist richtig. Da die 5G Strahlung etwas höher ist, werden dafür zusätzliche Antennen benötigt. Es wäre zwar möglich, die bereits bestehenden Handyantennen aufzurüsten, dafür müssten aber Strahlengrenzwerte überschritten werden. Durch die zusätzlichen Antennen können dagegen die Strahlungswerte relativ niedrig gehalten werden. Zusätzlich dazu hat 5G eine geringere Reichweite und benötigt somit mehrere Antennen und 5G Masten.

Ohne 5G ist das autonome Fahren nicht möglich

Diese Aussage ist grundsätzlich nicht richtig. Ein Auto fährt und stoppt von alleine, da diese Vorgänge direkt im Wagen gesteuert werden und nicht, weil ein 5G Netz vorhanden ist. Klar ist, dass für das autonome Fahren ein vollfunktionsfähiges Breitbandnetz benötigt wird. Aber ob dies nun ein LTE oder 5G Netz ist, ist dabei kaum relevant. Zusätzlich dazu wird für eine selbstständige Steuerung auch immer eine schmalbandige Funktechnologie benötigt.

Wenn 5G kommt, werden die alten Mobilfunknetze abgeschaltet

Frau hält sich am Kopf vor Funkmast mit Strahlensymbol
5G Mythen und Wahrheiten im Check (Bild: Monika Wisniewska - stock.adobe.com)

Klares Nein. Die Vorläufertechnologien bleiben auch nach der Einführung des 5G Netzes erhalten. Die Telekom setzt beispielsweise sogar auf einen Technologiemix. Denn künftig soll eine Kombination aus 4G und 5G Frequenzen genutzt werden. Dadurch wird das 5G Netz entlastet und für eine dauerhaft leistungsstarke Internetverbindung gesorgt. Denn viele Funktionen wie der normale Internetzugriff oder die Nutzung von Multimedia benötigen keine 5G Frequenz, sondern können auch gut mit LTE bzw. 4G bedient werden.

Mit 5G wird sich die Strahlenbelastung deutlich erhöhen

Ob die 5G Strahlung wirklich höher ist, ist bis jetzt noch unklar. Die Meinungen unterscheiden sich hier ganz klar. Denn zum einen überträgt 5G Daten effizienter als ältere Mobilfunknetze. Somit kann eine größere Datenmenge mit derselben Strahlung übertragen werden. Auf der anderen Seite schafft das 5G Netz vollkommen neue Möglichkeiten und kann damit den Datenverkehr deutlich erhöhen. Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass das 5G Netz höhere Frequenzen nutzt und sich diese ganz anders auf den Körper auswirken. Deswegen wird auch immer wieder verbreitet, dass 5G gefährlich ist.

Die Nutzung eines 5G Handys wirkt sich negativ auf den Menschen aus

Auch wenn bis jetzt erst langsam 5G Smartphones genutzt werden, zeigen vorherige Studien, dass die dauerhafte Nutzung von Handys durchaus negative Auswirkungen auf den Körper mit sich bringt. Menschen, die einer hohen Strahlenbelastung ausgesetzt sind, haben oftmals ein schlechteres Gedächtnis. Studien zeigten, dass vor allem der Hirnbereich in der Nähe des Ohres, das für Telefongespräche genutzt wird, besonders stark betroffen war. Eine weitere Auswirkung kann die Erwärmung des Hirns beim Telefonieren sein. Allerdings sind bis jetzt noch keine Schäden durch diesen Effekt bekannt. Darüber hinaus wird Handystrahlung oftmals mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Genaue Studien liegen hierzu aber noch nicht vor.

5G erzeugt Krebs

Auch wenn häufig davon die Rede ist, dass 5G die Gesundheit schädigt, löst 5G Strahlung laut aktueller Datenlage noch lange keinen Krebs aus. Auch wenn die Datenlage teilweise noch unsicher ist, und die internationale Krebsforschungsagentur IARC Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ einstuft, ist 5G Strahlung nach bisherigen Annahmen nicht schädlicher als die jetzige LTE Strahlung.

Es gibt Möglichkeiten, sich vor 5G zu schützen

Ja, das stimmt. Da die hauptsächliche Strahlenbelastung nicht von den Antennen ausgeht, sondern vom eigenen Smartphone, habt ihr die Möglichkeit, euch vor 5G Strahlung zu schützen. Je näher das Gerät am Kopf ist, desto schädlicher ist die Strahlung. Nutzt euer künftiges 5G Smartphone also besser mit Lautsprecherfunktion oder Freisprechanlage. Die höchste Strahlung ist beim Verbindungsaufbau, wenn ihr jemanden anruft. Haltet also das Smartphone vom Kopf weg, während ihr anruft.