Masten vor blauem Himmel mit einigen Wolken
Auswirkungen der UMTS-Abschaltung (Bild: vladimircaribb - stock.adobe.com)

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UMTS-Aus: Diese Auswirkungen hat die Abschaltung des UMTS-Netzes

Noch diesen Sommer erfolgt die endgültige Abschaltung des UMTS-Netzes. Was für manche überraschend kommt, war für die Netzbetreiber längst überfällig. Denn UMTS wurde in Deutschland bereits zur Jahrtausendwende gestartet und ist somit mehr als 20 Jahre alt. Was früher als die Zukunft des Mobilfunks galt, ist heute lange überholt. Dank LTE ist eine deutlich schnellere und einfachere Nutzung des Mobilfunknetzes möglich – und das sowohl für die Netzbetreiber als auch für deren Kunden. Daher ist es nun an der Zeit, eine neue Ära einzuleiten. Doch was bringt das UMTS-Aus mit sich? Schon jetzt sind viele Nutzer verunsichert, da die Abschaltung des UMTS-Netzes nicht nur Smartphones betrifft, sondern auch andere Geräte wie Router, Kaffeemaschinen und Kartenterminals. Welche Auswirkungen das UMTS-Aus tatsächlich hat und wie Sie sich am besten darauf vorbereiten, erfahren Sie hier.

Wann erfolgt das endgültige UMTS-Aus?

Alle drei Netzbetreiber sind sich einig: Die Abschaltung des UMTS-Netzes ist längst überfällig. Trotzdem geht jeder Mobilfunkanbieter anders beim anstehenden UMTS-Aus vor: Vodafone hat offiziell verlauten lassen, dass die Abschaltung zum 30. Juni 2021 erfolgt. Da UMTS sowieso nur noch fünf Prozent des gesamten Datenverkehrs betrifft, sieht das Düsseldorfer Unternehmen dem Ende von UMTS gelassen entgegen. Schon jetzt wurden zahlreiche Frequenzen des UMTS-Netzes abgeschaltet und für LTE genutzt. Auch die Telekom plant eine Nutzung der derzeitigen UMTS-Frequenzen mit LTE und 5G zu ersetzen. Bereits jetzt wurde das UMTS-Netz der Deutschen Telekom landesweit zurückgefahren und ist dadurch auf den restlichen Frequenzen um einiges langsamer geworden. Mittlerweile ist klar: Die endgültige Abschaltung soll nicht wie ursprünglich zum Ende des Jahres, sondern ebenfalls am 30. Juni 2021 erfolgen und dem Netz einen neuen Performance Schub geben. Telefonica, respektive O2, wollte dagegen noch bis zum Jahr 2022 auf die Nutzung von UMTS setzen. Doch inzwischen hat sich auch dieser Netzbetreiber entschieden, das UMTS-Aus noch bis Ende des Jahres zu vollziehen. Dabei möchte O2 schrittweise alle Frequenzen umstellen.

UMTS: Nachbarländer schalten noch schneller ab

Wem das zu schnell geht, der sollte einen Blick auf europäische Nachbarländer werden. Länder wie die Schweiz und die Niederlande arbeiten schon jetzt an einer flächendeckenden Abschaltung. Deutschland folgt diesem Beispiel und hofft auf einen reibungslosen Übergang. Denn die Abschaltung von UMTS wird garantiert nicht ohne Folgen bleiben. Gerade ältere Menschen nutzen nach wie vor alte Handys, die nur 3G-fähig sind und selbst Personen mit aktuellem Smartphone können mit anderen elektrischen Geräten wie Modems, Routern und Navigationssystemen betroffen sein.

Welche Auswirkungen hat das UMTS-Aus?

Zunächst einmal kann es während der UMTS-Abschaltung zu flächendeckenden Ausfällen kommen. Dies liegt daran, dass während des Austauschs der Antennen an allen Mobilfunkmasten das Netz ausgeschaltet wird. Dies erfolgt aus Sicherheitsgründen und kann nicht umgangen werden. Des Weiteren zieht die Abschaltung des UMTS-Netzes große Folgen für Besitzer von Smartphones und Handys mit sich. Wer bis zum angekündigten UMTS-Aus kein LTE-Smartphone mit LTE-Tarif nutzt, sollte sich dringend informieren. Ob ein Handy auch ohne UMTS genutzt werden kann, erkennen Sie in der Regel an den Empfangsbalken. Wenn hier ein „4G“ oder „LTE“ erscheint, sind Sie nicht betroffen. Handynutzer, denen aber nur ein „G“, ein „E“, „3G“, „H“ oder H+“ angezeigt wird, sollten schnellstens handeln. Wer ein sehr altes Smartphone hat, benötigt wohl oder übel ein neues Handy. Doch keine Sorge: Sie müssen nicht gleich zu einem 5G-fähigen Smartphone greifen. Ein modernes Gerät, das 4G oder LTE-fähig ist, reicht vollkommen aus.

UMTS-Abschaltung: Nicht nur Smartphones sind betroffen

Blaue Stränge nebeneinander, die einen Tunnel bilden und Datenübertragung darstellen sollen
Das ist beim UMTS-Aus zu beachten (Bild: eyetronic - stock.adobe.com)

Doch nicht nur Smartphones sind betroffen. Zusätzlich dazu sollten Sie andere internetfähige Geräte überprüfen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich an den Hersteller oder Ihren Netzbetreiber wenden. Hier erhalten Sie detaillierte Informationen und Lösungsvorschläge. Manche Hersteller bieten Ihren Kunden im Rahmen einer Zufriedenheitsgarantie neue günstigere Geräte an. Die größten Auswirkungen des UMTS-Aus betreffen Router und Navigationssysteme. Denn viele Hersteller haben in ihren Autos nur UMTS und kein LTE eingebaut. Das Problem hierbei: Der Mobilfunkvertrag besteht hier zwischen Ihrem Autohersteller und dem jeweiligen Netzbetreiber. Somit haben Sie keinen Einfluss auf Karten-Updates und Verkehrsneuigkeiten. Bis jetzt hat auch noch kein deutscher Hersteller eine Umrüstungslösung angeboten. Denn weder Mercedes noch BMW oder Volkswagen sind dazu verpflichtet, die Systeme, die in der Fahrzeugelektronik integriert sind, auszutauschen oder aufzurüsten.

Abschaltung des UMTS-Netzes: Das sollten Sie beachten

Doch keine Sorge: Trotz der Abschaltung des UMTS-Netzes werden Sie auch weiterhin ohne LTE telefonieren können. Denn das GSM-Netz der drei Netzbetreibern bleibt weiterhin bestehen. Auch der Versand von SMS ist möglich. Sie sollten sich aber auf eine sehr langsame Verarbeitung einstellen. Um negative Folgen durch das UMTS-Aus auszuschließen, sollten Sie ebenfalls Ihre Laufzeitverträge prüfen. Wenn Sie einen reinen UMTS-Tarif nutzen, sollten Sie diesen auf jeden Fall kündigen und sich um einen Vertrag mit LTE-Nutzung kümmern. Ansonsten können Ihnen zusätzliche Kosten drohen, die Sie erst bemerken, wenn es bereits zu spät ist. Dasselbe gilt für Prepaid-Verträge. Obwohl diese ein kleineres Problem darstellen, da Sie jederzeit gekündigt oder angepasst werden können. Auch hier muss es kein teurer 5G-Tarif sein, sondern lediglich ein Tarif, der nicht auf UMTS setzt. Wenn Sie Besitzer eines alten Laptops mit integriertem Funkmoden sind, sollten Sie ebenfalls über eine Neuanschaffung nachdenken, denn die meisten Geräte funktionieren lediglich mit 2G und 3G. Auch Ihren Router sollten Sie auf den Prüfstand stellen: Handelt es sich dabei um einen alten Router oder unterstützt er den 4G-Standard? Überprüfen Sie am besten jedes elektrische Gerät, das von dem UMTS-Aus betroffen sein könnte.