Leute, welche das Apple-Logo an einer Glasfront Photographieren
Das müssen Sie zum künftigen Apple Street View wissen (Bild: wachiwit - stock.adobe.com)

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Das müssen Sie zum künftigen Apple Street View wissen

Früher haben wir einen Atlas oder eine Stadtkarte benötigt, um von A nach B zu gelangen. Ohne die zweidimensionalen Orientierungshilfen zum Ausklappen waren wir noch vor wenigen Jahren aufgeschmissen. Das sollte sich mit der Einführung des Smartphones ändern, denn mit iPhone & Co. ist Orientierung kinderleicht geworden. Dank GPS kann Ihnen Ihr Handy immer sagen, wo Sie sich gerade befinden und wie Sie von einem zum anderen Ort gelangt. Eine der beliebtesten Apps dafür ist Google Maps. Mit dieser haben Sie nicht nur Kartendaten von beinahe jedem Land der Erde, durch die Zusatzfunktion Street View können Sie sich Straßen und Landschaften sogar in 3D anzeigen lassen. Apples Pendant, „Karten“ genannt, besitzt dieses zusätzliche Feature nicht – zumindest bis jetzt. In den nächsten Wochen wird nämlich ein eigener Apple Street View Dienst vorgestellt. Wir sagen Ihnen, was es damit auf sich hat.

So soll der neue Apple Street View Dienst heißen

Dass Apple Verbesserungen in seiner Karten App plant, ist seit einiger Zeit bekannt. Das kalifornische Unternehmen hat auch bereits bekannt gegeben, wie das neue Feature, von vielen provisorisch „Apple Street View“ genannt, heißen soll. Apples Funktion läuft künftig unter dem Namen „Look Around“ (zu Deutsch: „sich umhersehen“). Der Name ist Programm, schließlich soll die Apple Street View im Wesentlichen genau das leisten, was das Pendant Google Maps mit seiner Street View zurzeit bietet: Einen virtuellen Stadtrundgang per Smartphone. Mit „Look Around“ dürfte Googles Street View eine ernsthafte Konkurrenz bekommen. Bislang ist Letzterer der einzige Dienst gewesen, der dreidimensionale Kartenansichten angeboten hat. Sie können sich darüber freuen, denn durch die zusätzliche Konkurrenz unter den Karten Apps werden beide Hersteller versuchen ihre Anwendungen noch besser und nutzerfreundlicher für Sie zu gestalten.

Wann können Sie mit der Apple Street View genau rechnen?

Obwohl es hierzulande noch etwas dauern dürfte, bis Sie die Apple Street View bzw. „Look Around“ nutzen können, laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Sicher ist, dass der Dienst zunächst in wenigen US-Städten sowie in der Region um San Francisco zum Einsatz kommen wird – dem unmittelbaren Einzugsgebiet vom Applekonzern. Seit Beginn des Monats August 2019 fahren ca. 80 Fahrzeuge von Apple auch durch deutsche Straßen. Bis Mitte September dieses Jahres sollen diese Autos zahlreiche Bilder aufnehmen, die später für Apple Street View verwendet werden. Die Fotos dienen zwar dazu, den bestehenden zweidimensionalen Kartendienst von Apple zu verbessern. Es ist aber davon auszugehen, dass ein Großteil der gemachten Aufnahmen Apple Street View zugutekommen wird. Bevor die Fahrzeuge hierzulande eingesetzt wurden, waren sie bereits in anderen europäischen Ländern im Einsatz. In Slowenien, Kroatien, Portugal, Spanien, Italien, Frankreich und Großbritannien hat Apple inzwischen Bilder erstellen lassen. Es ist gut möglich, dass Apples neues Feature in besagten Ländern eher zum Einsatz kommt als hierzulande. Aktuell wird davon ausgegangen, dass der Dienst ab dem Jahr 2020 in Deutschland eingeführt wird.

Was bedeutet Apple Street View für den Schutz Ihrer Daten?

SUV mit LIDAR-Paket ausgerüstet
(Bild: Andrei - stock.adobe.com)

Wann immer ein neues Feature auf den Markt kommt, das mit Nutzerfreundlichkeit und Informationstiefe wirbt, sind Sorgen um den Datenschutz nicht weit. Die Einführung von Apple Street View macht hier keine Ausnahme. Schließlich soll dort künftig hochauflösendes Bildmaterial von Landschaften, Straßenzügen und Geschäften zu sehen sein. Durch die Fotografien, die von Apples Fahrzeugen gerade erstellt werden, werden natürlich nicht nur Bäume und Häuserfassaden abgelichtet, sondern auch Gesichter, Nummernschilder und weitere empfindliche Detailinformationen. Die gute Nachricht: Sie können bei Apple die Löschung von Rohdaten beantragen, wenn Sie nicht wollen, dass Ihr Gesicht oder Ihr Haus abgebildet wird. Unabhängig davon werden bei Apple Street View sensible Daten (ähnlich wie bei Googles Dienst auch) automatisch unkenntlich gemacht. Eine entsprechende Software erkennt Gesichter und Autoschilder und verfremdet sie anschließend. Laut Apple hat die Software eine beinahe hundertprozentige Trefferquote. Damit sei praktisch ausgeschlossen, dass z.B. einzelne Gesichter durch das Raster fallen und aus Versehen erkennbar sind. Die Software ist so fortschrittlich, dass sie aus den gemachten Aufnahmen Verkehrszeichen, Straßenschilder oder Reklame von Geschäften identifizieren kann. Dadurch können einzelne Informationen bei Bedarf unkenntlich gemacht werden. Unterm Strich scheint Apple sich größte Mühe zu geben, dem Schutz von Daten gerecht zu werden. Was jedoch dazugehört ist, dass die zurzeit gesammelten Informationen letztlich auf US-Servern landen und nicht auf deutschen. Dies ist zwar mit deutschen Datenschutzbeauftragten abgestimmt, sollte jedoch beim Verwenden des Dienstes im Hinterkopf behalten werden.

So funktioniert die Software hinter der Apple Street View

Dass es sich um fortschrittliche Software handelt, die für das kommende Apple Street View verantwortlich ist, galt es gesetzt. Schließlich will der Dienst in Zukunft Googles Dienst ernsthafte Konkurrenz machen. Wie hochentwickelt Apples Technologie tatsächlich ist, wurde kürzlich auf einer Apple Konferenz bekannt. Die Fahrzeuge, die hierzulande zurzeit Aufnahmen von Städten machen, sind nicht nur mit Fotokameras ausgestattet, sondern auch mit Laser-Radaren. Diese sind in der Lage, die Umgebung um sie herum abzutasten und damit eine dreidimensionale Ansicht zu kreieren. Diese Technologie wird auch „Lidar“ genannt und kommt unter anderem in selbstfahrenden Autos zu Einsatz, die maßgeblich von Radaren abhängig sind, um Entfernungen einschätzen zu können. Per GPS bestimmen die Fahrzeuge zudem, an welchem Ort sie sich augenblicklich befinden. Auf diese Weise können die visuellen den geografischen Daten zugeordnet werden.

Wird Apple Street View besser als Google Street View?

Wenn Apple ein neues Feature ankündigt, das (die erste) Konkurrenz für Google auf dem Gebiet der 3D Karten sein wird, sind natürlich viele gespannt, welcher von beiden Diensten besser ist. Da Apple Street View aktuell noch nicht zugänglich ist, lassen sich verlässliche Aussagen dazu erst in einigen Monaten machen. Was jedoch bereits als sicher gilt, ist dass die Darstellungen der Straßenzüge weitaus flüssiger ablaufen werden als bei Google. Bei Google Street View hat sich der User bereits daran gewöhnt, von Ort zu Ort zu springen. Ein selbstständiges Durch-die-Straßen-Gleiten ist dort bislang nicht möglich. Die bereits von Apple gezeigten Aufnahmen zeigen hingegen, dass Sie mit dem künftigen „Look Around“ tatsächlich von Straße zu Straße gleiten können. Sollte dies künftig bei allen 3D-Ansichten der Karten App möglich sein, wäre dies ein klarer Vorteil gegenüber der Google Maps App und ein deutlicher Gewinn für die Nutzerfreundlichkeit.