Zwei Hände in Handschuhen reparieren mit Werkzeug ein Smartphone
Passendes Werkzeug für die Handyreparaur (Bild: kaninstudio - stock.adobe.com)

Selbst reparieren

Dieses Werkzeug zur Handyreparatur brauchen Sie

Smartphones sind Geräte mit einer hochkomplexen Elektronik und vielen sensiblen Bauteilen. Je teurer das Handy, desto ärgerlich ist ein Defekt. Schäden an Display und Gehäuse lassen sich mit einer Schutzhülle weitestgehend vermeiden, doch manchmal passiert es eben trotzdem: Das Handy ist defekt und müsste eigentlich repariert werden. Das kann ein Vermögen kosten, muss es aber nicht. In vielen Fällen können Sie das mit etwas technischem Geschick selbst in die Hand nehmen. Welches Werkzeug für eine Handyreparatur benötigt wird, verraten wir Ihnen in diesem Artikel.

Handyreparatur leichtgemacht – mit dem richtigen Werkzeug

Mit den richtigen Tools ist das Handy reparieren bei vielen Defekten und den meisten Handymodellen gar nicht so schwer. Egal ob Sie den inzwischen oft fest verbauten Akku wechseln oder das gesprungene Display austauschen wollen – besorgen Sie sich das passende Werkzeug und los geht‘s. Es gibt einige Hersteller auf dem Markt, die Komplettsets anbieten, etwa für die Displayreparatur. Doch die brauchen Sie vielleicht gar nicht. Lesen Sie erstmal unseren Artikel und schauen Sie dann, was Sie wirklich kaufen müssen.

Das wohl wichtigste Tool ist der passende Schraubendreher. Je nach Handymodell kann eine andere Art notwendig sein. Wer Feinmechaniker-Werkzeug im Haus hat, muss sich darüber wahrscheinlich keine Sorgen machen. Andernfalls sollten Sie sich vor dem Kauf informieren, welcher Schraubendreher für Ihr Smartphone benötigt wird. Für Apple und Huawei ist es beispielsweise ein Pentalobe-Schraubendreher, mit denen sich die 5-Punkt-Schrauben lösen und wieder festziehen lassen. Bei anderen Marken brauchen Sie hingegen Torx-, Schlitz- oder Kreuzschlitz-Schraubendreher, manchmal aber auch mehrere Ausführungen.

Magnetmatte und Gitarren-Picks

Wer zum ersten Mal ein Smartphone zerlegt, wird möglicherweise überrascht sein über die Vielzahl an Schrauben und anderen Kleinteilen, die anschließend vor Ihnen liegen. Damit Sie den Überblick nicht verlieren und vor allem kein Teil abhanden kommt, legen Sie sich eine magnetische Matte zu. Diese hat in der Regel optische Fächer, damit Sie alles gut organisiert ablegen können und beim Zusammenbauen wiederfinden. Oft sind die Magnetmatten auch beschriftbar.

Sie sind unscheinbar und dennoch sehr nützlich: Gitarren-Picks, auch Plektrum genannt. Wenn Sie Gitarre spielen, habt ihr sie sicher ohnehin vorrätig. Andernfalls kosten sie aber nur wenige Euro – eine lohnenswerte Investition für die Handyreparatur. Damit können Sie verklebte Stellen lösen und aufhebeln, etwa am Rahmen. Alternativ lässt sich in vielen Fällen auch eine alte Kreditkarte dafür nutzen. Zudem haben sie eine längere Kante als Gitarren-Picks und eignen sich daher beispielsweise für das Herausheben eines Akkus, unter den sie einfach drunter geschoben werden kann. Natürlich können Sie auch jede andere Plastikkarte verwenden.

Apropos aufhebeln: Ein Spudger (ähnlich einem Hebelwerkzeug für die Reifenreparatur am Fahrrad) ist ebenfalls sehr nützlich. Damit können Sie ganz einfach Stecker lösen, Wärmeleitpaste abschaben oder Teile festdrücken.

Mit dem Gelkissen den Kleber lösen

Hände mit Schraubendreher reparieren Smartphone
Wichtiges Reparaturwerkzeug für das Handy (Bild: Wirestock - stock.adobe.com)

Manchmal sind die Handys an einigen Stellen jedoch so stark verklebt, dass Sie mit einem Gitarren-Pick oder einer Plastikkarte nichts ausrichten können. Dann müssen Sie zunächst den Klebstoff erhitzen. Das funktioniert am besten mit Gelkissen, die den Kleber aufweichen. Das liegt daran, dass Gelkissen maximal 90 Grad warm werden können, bevor sie platzen. Nutzen Sie, wie in einigen Reparaturanleitungen zu lesen, einen Föhn oder ähnliches, können sich die empfindlichen Teile im Smartphone-Inneren zu stark erhitzen und kaputt gehen. Legen Sie die Gelkissen wie auf ihnen angegeben in die Mikrowelle. Dabei müssen Sie die empfohlene Wattzahl und Verweildauer in der Mikrowelle beachten. Am besten, Sie nehmen zwei Gelkissen und legen das Smartphone dazwischen. Ist der Kleber noch nicht weich genug, müssen Sie nur den Vorgang wiederholen. Anschließend lässt sich das Backcover besser lösen und Sie müssen keine Angst haben, dabei etwas zu zerstören.

Das war es eigentlich auch schon mit dem wichtigsten Werkzeug zur Handyreparatur. Die Liste ließe sich natürlich noch ergänzen mit weiteren Tools, die Ihnen die Arbeit erleichtern. Dazu gehören beispielsweise:

  • eine Pinzette zum Ein- und Ausbauen besonders kleiner Bauteile (idealerweise flachköpfig, antistatisch und antimagnetisch)
  • eine Lupe, damit Sie besser sehen, was Sie da machen
  • das Licht einer Schreibtischlampe oder anderen guten Lichtquelle
  • einen Saugnapf, um Gehäuse oder Display beim Aufhebeln anzuheben oder
  • eine Saugnapfzange, die das Trennen von Vorder- und Rückseite noch einfacher macht
  • antistatische Bürsten zum Säubern und Entfernen von Kleberesten (sehen aus wie Zahnbürsten)
  • Smartphone-Kleber, um die Teile wieder zu verkleben, z.B. als modellspezifische Klebefolie im Internet zu finden

Viele Dinge, die Sie für das Handy reparieren benötigen, besitzen Sie vielleicht ohnehin schon, sodass sich die Investitionen in Grenzen halten. Sie werden sicherlich mehr Zeit für die Reparatur benötigen als eine Werkstatt, können aber unter Umständen Geld sparen und sind danach zurecht stolz auf Ihre Leistung. Wenn es Ihnen nur um den finanziellen Aspekt geht, sollten Sie dennoch auf dem Reparaturmarktplatz Preise vergleichen. Profiwerkstätten kommen über Großhändler günstig an zuverlässige Ersatzteile und haben das Werkzeug bereits vor Ort. Darüber hinaus haben Sie nicht das Risiko wie bei einer Eigenreparatur, dass Sie durch einen kleinen Fehler das ganze Smartphone irreparabel beschädigen. Egal, was Ihre Motivation bei der Reparatur ist: Wir wünschen viel Erfolg und viel Spaß mit dem bald wieder reparierten Smartphone!

Wichtiger Hinweis: Ist Ihr versichertes Gerät defekt? Dann empfehlen wir Ihnen, für die Reparatur eine Fachwerkstatt aufzusuchen. Im Fall einer Selbst-Reparatur könnte Ihr Versicherungsschutz entfallen. So können Sie als Kunde von WERTGARANTIE Ihren Schaden melden.