Post-it auf Laptop, auf welchem steht: "My Password 123456"
Unbefugte bleiben draußen: Wie sichere ich Smartphone, Tablet und PC ab? (Bild: Vitalii Vodolazskyi - stock.adobe.com)

Schäden vorbeugen

Unbefugte bleiben draußen: Wie sichere ich Smartphone, Tablet und PC ab?

Unsere digitalen Begleiter wissen oft mehr von und über uns als wir selbst. Doch wie lassen sich diese Daten auf PC, Tablet oder Smartphone am besten schützen? In einer dreiteiligen Serie schauen wir uns an, was aktuell möglich ist, was empfohlen wird und wie sinnvoll diese Maßnahmen sind.

Unbefugte Nutzer schon am Passwort scheitern lassen

Wenn es darum geht, Unbefugten den Zugriff auf die eigenen Daten zu verweigern, fällt einem oft das Passwort ein, mit dem die meisten elektronischen Geräte standardmäßig gesichert werden.

Leider sind die meisten Menschen nicht sonderlich fantasievoll bei der Vergabe ihrer Passwörter. Eine bereits 2014 durchgeführte internationale Studie ergab:

Das beliebteste Passwort international ist "123456".

Für den deutschsprachigen Raum erstellte das Hasso-Plattner-Institut (HPI) zwei Jahre später eine Liste, die angeführt wird von "hallo", "passwort" und einer wenig fantasievollen Kombination aus Buchstaben und Ziffern: "hallo123".

Selbstverständlich kennen auch Bösewichte derartige einfache Passwörter und probieren sie immer zuerst aus, wenn sie Zugriff auf fremde Computer, Tablets oder Smartphones erhalten. Daher heißt es bei Passwörtern immer "kreativ sein" und Regeln beachten.

Wer konsequent Buchstaben in Groß- und Kleinschreibung, Ziffern und Sonderzeichen in Passwörtern verwendet und darauf achtet ein Passwort auch nicht mehrmals zu verwenden, hat schon viel getan um sein digitales Leben abzusichern. Wie man sich derartig schwierige Passwörter effektiv merken kann, dazu haben wir im zweiten Teil dieser Serie ein paar nützliche Hinweise.

Wenn Sie keine E-Mail erwarten? Skeptisch sein!

Zerknüllte Dokumente, welche mit "Fake" abgestempelt wurden
(Bild: Ingo Bartussek - stock.adobe.com)

Oft versuchen Angreifer aber gar nicht über das Gerät selbst anzugreifen, sondern aus der Ferne. Am einfachsten geht so etwas per E-Mail. Nach Untersuchungen des Antiviren-Testlabors AV-Test werden täglich über 390.000 neue Schadprogramme auf unbedarfte E-Mail-Nutzer losgelassen.

Was dann in den Eingangskörben der Mailprogramme landet, trägt oft Titel wie "Ihre aktuelle Rechnung" oder tarnt sich als Gewinn- oder Zustellbenachrichtigung großer Unternehmen oder Paketzusteller. Hier gilt:

Wenn Sie eine Nachricht von einem Empfänger bekommen, den Sie nicht kennen oder von dem Sie keine Nachricht erwarten, öffnen Sie diese nicht.

Vor allem sollten Dateien, die an unerwartet erhaltene E-Mails angehängt sind, nicht geöffnet werden. Selbstverständlich gibt es tatsächlich E-Mails zu Gewinnspielen oder auch von seriösen Paketdienstleistern, dann sollten aber die wirklich wichtigen Inhalte im Text der E-Mail enthalten sein, niemals in irgendeiner angehängten Datei.

Meist lassen sich unseriöse E-Mails bereits an den Absenderadressen erkennen. Wenn der Absender vorgibt eine große Firma zu repräsentieren, die E-Mailadresse hinter dem @-Zeichen aber den Namen eines Gratisanbieters zeigt, ist die Sache klar: Dieser Absender ist nicht der, der er vorgibt zu sein.

Aber auch seriös klingende Domainnamen, können gefälscht sein. Große Unternehmen verwenden keine Zusätze hinter ihrem Markennamen, wie zum Beispiel "-Mail" oder "-Contact" etc. Hier gilt auch bei Absendern, die seriös wirkende Domainnamen nutzen wie "unternehmen-mail.com", allergrößte Vorsicht.

Bei Handykameras, Webcams und Mikrofonen hilft eine mechanische Sicherung

"Auf die Kameras oder Mikrofone Ihrer Hardware kann niemand anders als Sie selbst zugreifen", so oder ähnlich antworten die Hersteller von aktueller Hard- und Software auf Nachfragen zur Sicherheit dieser Bauteile. Mit Kamera und Mikrofon haben unsere digitalen Begleiter Funktionen bekommen, die man durchaus als "Augen und Ohren" bezeichnen kann. Und fremde Ohren und Augen möchte man nun wirklich nicht in jeder Lebenssituation bei sich haben.

Im Internet kursieren zahlreiche Fotos und Videos, die zeigen, dass ausgerechnet Facebook-Chef Marc Zuckerberg die Kamera und sogar das Mikrofon seines Laptops mit Klebestreifen unbrauchbar gemacht hat. Und auch vom ehemaligen FBI-Chef James Comey ist bekannt, dass er die Kamera seine Laptops abklebt.

Wie sinnvoll derartige Maßnahmen sind, darüber lässt sich streiten. Auch, ob ein Unternehmensführer wie Marc Zuckerberg und der Chef einer US-Behörde vielleicht attraktivere Ziele darstellen als "normale" PC-Nutzer. Es kann jedoch nicht schaden vorsichtig zu sein.

Dank einer regen Zubehörindustrie ist es auch nicht notwendig Kameras mit Klebebändern zu verkleistern. Manchmal braucht man sie ja doch, vor allem bei Smartphones, und da will man nur ungerne Klebereste auf dem empfindlichen Glasauge haben.

Der Schweizer Hersteller Soomz bietet zum Beispiel für unter 10 Euro spezielle Abdeckungen an, die über Laptop oder Smartphone-Kameras geklebt werden können. Dank eines kleinen Schiebemechanismus können diese Sichtblenden jederzeit vor die Kamera geschoben werden. Eine kleine Investition, die zumindest ein gutes Gefühl von Sicherheit schafft.

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