Android Maskottchen liegt auf dem Boden
Android Virus (Bild: stock.adobe.com)

Schäden vorbeugen

Neuer Android Virus aufgetaucht - Das ist zu tun

Trotz der großen Vielfalt an Smartphones lassen sich alle Geräte im Wesentlichen in zwei Gruppen einteilen: iOS und Android. Während alle iPhone User Apples hauseigenes Betriebssystem iOS nutzen, ist auf beinahe allen anderen Handys Googles Android installiert. Es gibt seit Jahren Diskussionen darüber, welches System das bessere ist. Dabei steht oft der Datenschutz im Mittelpunkt, der im direkten Vergleich bei iOS etwas besser abschneidet. Ein kürzlich entdeckter Android Virus bestätigt diese Annahme nun ein weiteres Mal. In den letzten Wochen hat Google verlauten lassen, dass ein neuer Android Virus existiert und die User vorsichtig im Umgang damit sein sollen. In welchen Dateien verbirgt sich die Schadsoftware? Was können Sie dagegen unternehmen? Was gibt es sonst noch bei der Android Datensicherheit zu beachten? Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen.

In welchen Dateien versteckt sich der Android Virus?

Der kürzlich entdeckte Android Virus verbirgt sich in einer ganz bestimmten Art von Dateityp, nämlich in denen mit der Endung „PNG“. Die Buchstabenfolge steht für „Portable Network Graphics“ (zu Deutsch: „portable Netzwerkgrafik“ und ist ein Dateiformat speziell für Grafiken. Das können Fotos sein, aber auch Schriftzüge oder Logos. Das Dateiformat erfreut sich vor allem bei Grafikern großer Beliebtheit, da es sich hervorragend für die Bildbearbeitung eignet. JPGs z.B. stellen einen transparenten Hintergrund immer weiß dar, eine PNG-Datei ist in der Lage, leere Flächen auch wirklich durchsichtig anzuzeigen. In der Folge verwenden viele Grafiker dieses Format und eine ganze Reihe an Bilddateien, die Sie im Internet zum Herunterladen finden, haben eine PNG Endung. Auch Screenshots werden häufig als PNG gespeichert. Unterm Strich handelt es sich bei PNG also um einen stark genutzten Dateityp - das macht den aktuellen Virus in Bezug auf Ihre Android Datensicherheit so gefährlich.

Was für Android Geräte sind im Einzelnen betroffen?

Leider besteht aktuell für sämtliche Geräte mit Googles Betriebssystem die Gefahr, dass der Virus sich darauf breit machen könnte. Das heißt, egal ob Sie ein Samsung Galaxy S10, ein Huawei Mate 10 Pro oder ein OnePlus 5T besitzen, der Android Virus kann auf allen Geräten mit Googles OS auftreten. Es gibt eine Fülle an unterschiedlichen Herstellern, die Android verwenden. Durch die Tatsache, dass sich Sony, Samsung & Co. alle dasselbe Betriebssystem teilen, ist die Android Sicherheitslücke für alle diese Geräte eine potenzielle Gefahr. Glücklicherweise lässt sich etwas gegen die Malware unternehmen – wenn auch nicht auf allen Smartphones.

Um was für einen Android Virus handelt es sich?

Bei der im Februar 2019 entdeckten Android Sicherheitslücke handelt es sich um klassische Malware, Schadsoftware also, die es auf Ihre persönlichen Daten abgesehen hat. Die Schäden, die der Android Virus anrichten kann, sind somit vielfältiger Natur. Wenn der Virus einmal auf Ihr Gerät Zugriff bekommen hat, können beispielsweise einzelne oder im Schlimmstfall all Ihre Daten gelöscht werden. Zudem besteht die Gefahr, dass sich Dritte Zugriff auf die Informationen Ihres Smartphones verschaffen. Das ist besonders heikel, wenn es sich dabei um vertrauliche Daten handelt. Der Android Virus kann unter Umständen auch dazu führen, dass Sie die Kontrolle über Ihr Handy verlieren und stattdessen Hacker die Navigation übernehmen.

Das können Sie für Ihre Android Datensicherheit unternehmen

Computercode
(Bild: stock.adobe.com)

Die gute Nachricht in Bezug auf den Android Virus lautet, dass ein Update existiert, mit dem Sie die Schadsoftware bekämpfen können. Die schlechte Nachricht ist, dass dies nur für Google Pixel Smartphones gilt. Für Geräte von Samsung, Huawei oder HTC besteht aktuell leider keine Möglichkeit, die Malware loszuwerden. Für Anwender von Google Pixel Geräten wurde der Sicherheitspatch „2019-02-05“ entwickelt, den Google rät, zu installieren. Alles, was Sie als Google Pixel Nutzer tun müssen, ist die aktuelle Android-Version herunterzuladen bzw. auf diese upzudaten. Dass es ein entsprechendes Update augenblicklich nur für Google Pixel gibt, ist damit zu erklären, dass diese Geräte von Google selbst entwickelt sind. Ein Sicherheitsupdate gegen den Android Virus zu programmieren ist für Geräte, die sowohl Google Software besitzen als auch selbst Google Phones sind, wesentlich einfacher. Andere Smartphones von Samsung oder HTC verwenden zwar ebenfalls Android, jedoch in einer für sie angepassten Version. Eine Samsung Galaxy Benutzeroberfläche sieht unter Umständen anders aus als ein User Interface von Huawei. Diese individuellen Unterschiede machen es für Google schwierig, für alle Hersteller einen funktionierenden Sicherheitspatch zu entwickeln. Wenn Sie also über ein Android Smartphone verfügen, das kein Google Pixel Phone ist, müssen Sie sich zunächst gedulden. Was Sie aber auf jeden Fall tun können, ist keine Bilddateien zu öffnen bzw. herunterzuladen, die eine PNG-Endung besitzen. Wenn Sie sich bei manchen Bildern nicht sicher sind, welches Dateiformat sie haben, empfiehlt es sich, diese ungeöffnet zu lassen oder besser gleich zu löschen. Das gilt für sämtliche Bilder, die Sie im Internet finden oder die Ihnen per Mail bzw. WhatsApp zugeschickt werden. Vorsicht ist in diesem Fall besser als Nachsicht. Zwar gibt es viele nützliche Maßnahmen, die Sie grundsätzlich gegen Malware einleiten können, eine konkrete Lösung im aktuellen Fall ist aber leider noch nicht in Sicht. Glücklicherweise sind bislang aber noch keine Fälle bekannt, bei denen Geräte von Nutzern Schaden genommen haben.

Wie wurde die Android Sicherheitslücke bekannt?

Der kürzlich entdeckte Android Virus wurde von Google selbst öffentlich gemacht. Das Unternehmen publiziert monatlich einen Sicherheitsbericht (in Englisch: „Android Security Bulletin“), der User auf neue Gefahren in Bezug auf die Android Datensicherheit hinweist. Die Schadsoftware wurde in der Februarausgabe des Berichts thematisiert. Dass ein Unternehmen selbst auf eine entsprechende Lücke hinweist, ist nicht unbedingt die Regel. In vielen Fällen sind diejenigen, die auf einen Virus oder Schadsoftware aufmerksam machen, nicht die Hersteller bzw. Entwickler der betroffenen Software, sondern die User. Nicht selten gehen Meldungen über iOS oder Android Sicherheitslücken Foreneinträge von Nutzern voraus, die ihr Problem zunächst öffentlich gemacht haben. Prominentes Beispiel in der jüngeren Vergangenheit war das iOS Softwareupdate 10.2.1, das die Prozessoren älterer iPhones absichtlich langsamer gemacht hat. Nur durch einen US-Schüler wurde der Umstand öffentlich und mithilfe zahlreicher weiterer Updates versucht zu beheben. Zwar handelte es sich diesem Fall um keine Malware, der Fall macht aber deutlich, dass der Anstoß zur Lösung eines Softwareproblems oft von den Usern selbst kommt und nicht von den Unternehmen. Mehr zu diesem Fall können Sie im Artikel iOS Akkuproblem taucht erneut auf iPhones auf nachlesen.