Person fährt auf einem E-Bike Fahrrad
E-Bike und Nachhaltigkeit: Die Fakten sind eindeutig (Bild: Fokke - stock.adobe.com)

Ratgeber Rad & E-Bike E-Bike und Nachhaltigkeit: Die Fakten sind eindeutig

Sie radeln elektrisch? Dann haben Sie nicht nur eine kraftsparende Wahl getroffen und den Spaßfaktor beim Radfahren erhöht, sondern sind auch besonders umweltschonend unterwegs. Aber wie nachhaltig sind E-Bikes wirklich? Es gibt immer wieder Diskussionen, in denen die Nachhaltigkeit von E-Bikes relativieren wird. Dabei belegen zahlreiche Studien den hohen ökologischen Wert des Pedelecs. Wir haben für Sie die wichtigsten Informationen zu diesem Thema zusammengestellt und beantworten auch die häufig gestellte Frage nach der Umweltverträglichkeit der Akku-Herstellung. So haben Sie faktentreue Gewissheit über E-Bikes und ihre Nachhaltigkeit, wenn Sie das nächste Mal in den Sattel steigen und mit Elektrounterstützung Fahrt aufnehmen.

E-Bike Nachhaltigkeit: Auf die Emissionen kommt es an

Bei massenhaft genutzten Technologien wie Fahrrädern oder Autos sind Emissionen einer der wichtigsten Gradmesser, ob und in welchem Umfang ein Produkt wirklich umweltgerecht ist. Unter ihnen kommt dem CO2-Ausstoß die größte Bedeutung zu, handelt es sich dabei doch um ein klimaaktives Gas, das am gravierendsten zum Klimawandel beiträgt. Schauen wir uns einmal an, welche CO2-Emissionen unsere Straßenfahrzeuge haben und was dies bei E-Bikes über Nachhaltigkeit aussagt.

E-Bike Nachhaltigkeit: Nur äußerst geringer CO2-Ausstoß

Das Umweltbundesamt verfügt über das Programm Tremod (Transport Emission Model). Anhand von charakteristischen Basisdaten der gängigen Verkehrsmittel lassen sich mit TREMOD ausgestoßenen Schadstoffmengen ermitteln. Dazu wird parallel das Handbuch für Emissionsfaktoren herangezogen (HBEFA). Das Tremod-Modell bietet einen guten Vergleich zum CO2-Ausstoß. Und der liegt bei Pedelecs bei rund 400 Gramm pro 100 gefahrener Kilometer. Ein durchschnittliches Elektroauto kommt nach Schätzungen des Umweltbundesamts bereits auf 13,6 Kilogramm und Dieselfahrzeug auf um die 20 Kilogramm. Fahrzeuge mit modernen Otto-Motoren liegen etwas darunter. Das bedeutet: Auf vergleichbarer Strecke – etwa im Stadtverkehr – ist ein Pedelec je nach Studienlage bis hin zum Faktor 1:50 schadstoffärmer als ein Auto. Die geringe Durchschnittsemission entsteht lediglich durch die Ladung des Akkus. Für 10 Kilometer Fahrt wird nur eine Energiemenge benötigt, die etwa mit dem Kochen von zwei Tassen Tee vergleichbar ist. Für die Frage E-Bike und Nachhaltigkeit ergibt die Antwort also ein klares Ja.

E-Bike Nachhaltigkeit: Die Sache mit dem Akku

Wenn man sich die Emissionswerte des Öffentlichen Personennahverkehrs ansieht, hat auch hier das Pedelec die Nase vorn: Durchschnittlich laufen bei Bahn, Bus & Co rund 6 Gramm Co2 auf 100 Kilometern auf. Damit ist erwiesen: Nur konventionelles Radfahren und ein Fußmarsch sind noch weniger umweltbelastend. Beim Thema E-Bike und Nachhaltigkeit kommt aber auch auf den Akku an. Denn der Löwenanteil der Treibhausgase, die im Zusammenhang mit einem E-Bike in die Atmosphäre gelangen, entfallen auf die Zeit vor dessen erster Fahrt – bei der Herstellung des Akkus.

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E-Bike Nachhaltigkeit: Ein Ausgleich ist möglich

Nachhaltigkeit eines E-Bikes wird dargestellt
E-Bike Nachhaltigkeit: Ein Ausgleich ist möglich (Bild: calypso77 - stock.adobe.com)

Fast 350 Kilogramm CO2 werden im Herstellungsprozess des Pedelecs freigesetzt. Das meiste davon entfällt auf den Akku. Hinzu kommt die CO2-Bilanz von Zuliefererteilen, die oft einen weiten Seeweg aus Asien hinter sich haben. Das sind rund 80 Prozent der Emissionen im Lebenszyklus des Pedelecs, die nach Angaben des Instituts für Energie und Umweltforschung in Heidelberg (IFEU) schon im Vorfeld entstehen. Je nach Lebensdauer und Nutzungsgrad lässt sich dieser Wert aber ausgleichen. So gibt das Umweltbundesamt an, dass schon nach 100 Kilometern die mit der Akku-Produktion verbundenen CO2-Emissionen wieder ausbalanciert sind. Die Vrije Universiteit Brüssel hat bei der Berechnung der E-Bike-Nachhaltigkeit die Herstellung des Akkus einbezogen und kommt insgesamt auf rund sieben Gramm CO2 pro Kilometer, was sich noch immer sehen lassen kann.

E-Bike Nachhaltigkeit: Und der Feinstaub?

Neben Kohlendioxid erzeugen Fahrzeuge auch Stickoxide und Feinstaub. Dieses Volumen ist beim E-Bike sicher nicht so relevant wie bei Motorfahrzeugen, dennoch lohnt sich ein Blick auch auf diese Werte. Bei den Stickoxiden blasen nach dem TREMOD-Modell Fahrzeuge mit Ottomotoren rund 30 Gramm pro 100 Kilometer aus, Dieselfahrzeuge etwa das Doppelte. E-Bikes emittieren durch den Akku-Ladevorgang nur rund 0,5 Gramm. Ähnlich erfreulich sieht es beim Feinstaub aus. Wieder auf 100 Kilometer bezogen erzeugen Ottomotoren-Pkws 0,36 Gramm Feinstaub, Dieselfahrzeuge ca. 2,7 Gramm – Pedelecs nur 0,02 Gramm. Wer E-Bikes die Nachhaltigkeit absprechen möchte, irrt sich also auch auf diesem Feld.

E-Bike Nachhaltigkeit: Auf die Nutzung kommt es an

Ob ein E-Bike mit Nachhaltigkeit überzeugt, ist aber keine rein technologische Fragestellung. Die angegebenen Emissionswerte sind immer relativ zum Lebensstil und zum Nutzungsverhalten zu sehen. Wenn Sie Ihr E-Bike einmal im Jahr im Sommerurlaub aus dem Keller holen, schlägt sich seine Umweltbilanz natürlich anders nieder als bei der täglichen Fahrt zum Büro. Genauso ausschlaggebend für die Ökobilanz des Elektrofahrrads ist die Rolle, die sie ihm zuweisen. Ist es Bestandteil einer großen Fahrzeugflotte und fristet ein Nischendasein oder ersetzt es das Auto auf vielen Strecken? Ökonomisch wie ökologisch sinnvoll wäre es, ganz oder häufig vom Auto auf das E-Bike umzusteigen. Ist das Pedelec indes nur eine temporäre Erweiterung Ihrer Möglichkeiten, so haben sie zwar einen mehrfachen Nutzen, tragen aber nicht wirklich zu einer Verbesserung der Ökobilanz bei. Denn die lässt sich nur mit einem konsequenten Austausch der Fahrzeuge erreichen.

E-Bike Nachhaltigkeit: Öko-Wende durch Umstieg aufs Rad

Das konsequente Umsteigen aufs E-Bike wäre ein Gewinn für die Umwelt: Die angeführte Studie des Heidelberger IFEU spricht von bis zu 1,5 Millionen Tonnen CO2, die hierzulande bis 2030 eingespart werden könnten. Der Verzicht aufs Auto und die Nutzung eines konventionellen Fahrrads würden noch mehr bringen, doch erhöht der Elektroantrieb den Einsatzradius und minimiert die physische Belastung, was einen Wechsel zum E-Bike für viele ja erst attraktiv macht. Um die prognostizierte CO2-Entlastung zu erreichen, müssten nach Angaben von Verbänden weitere infrastrukturelle Verbesserungen für die Nutzung von E-Bikes realisiert werden. In Städten würde das auch deshalb Sinn machen, weil mit mehr Pedelcs der Ausstoß von Stickoxiden in den Griff zu bekommen wäre. Ein weiterer interessanter Ökofaktor: E-Bike und Nachhaltigkeit bedeutet, dass die ohnehin geringen Emissionen dort entstehen, wo der Akku geladen wird. Die Bezugsgröße 100 Fahrkilometer ist lediglich dem Vergleich zu anderen Fahrzeugen geschuldet. So verteilt sich der Ausstoß an Schadstoffen, statt in viel befahrenen Ballungsräumen wirksam zu werden.

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