Menschen mit Maske sitzen in Wartezimmer
Was macht der digitale Impfpass? (Bild: Milan Markovic - stock.adobe.com)

Neuerscheinungen Ihr digitaler Impfpass für die Corona-Impfung

Es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Nach knapp eineinhalb Jahren Coronapandemie, Lockdown, Atemschutzmasken und Abstandhalten zeichnet sich dank der Vakzine von BioNTech & Co. in den vergangenen Monaten allmählich eine Kehrtwende ab. Immer mehr Menschen werden geimpft und der Weg in die Normalität rückt täglich ein bisschen näher. Durch die groß angelegte Impfkampagne ist ein Thema in den politischen Diskurs gerückt, das die letzten Jahre kaum Beachtung fand: Ein digitaler Impfpass. Im Jahre 2021 nutzen wir immer noch ein gelbes Papierheft, um unsere Impfnachweise zu dokumentieren. Das muss doch besser gehen, oder? Ja, in der Tat. Eine der positiven Folgen der Pandemie ist, dass mit ihr viele Prozesse digitalisiert wurden, die zuvor nur analog stattfanden. Hierzu zählt nun endlich auch ein digitaler Impfpass. Wann aber können Sie damit rechnen und wie genau funktioniert er?

Wofür genau ist ein digitaler Impfpass da und wo bekommen Sie ihn?

Eigentlich ist es ganz einfach. Ein digitaler Impfpass ersetzt den analogen Pass, der bislang eingesetzt wurde. Der große Vorteil, den ein digitaler Impfpass mit sich bringt ist, dass Sie ihn immer dabei haben – er ist nämlich auf Ihrem Smartphone. Zudem können dort Daten viel einfacher und schneller geupdatet und ergänzt werden. Das erleichtert nicht nur seine Verwendung, sondern trägt auch zur Aktualität und Datenpflege des Passes bei. Ein Win-Win sozusagen. Sie bekommen ihn, sobald Sie vollständig gegen Corona geimpft sind, entweder in teilnehmenden Apotheken oder im Impfzentrum. Das heißt: Nachdem Sie Ihre Zweitimpfung erhalten haben, wird Ihnen ein digitaler Impfpass gegeben. Dies bedeutet jedoch auch, dass wenn Sie noch nicht geimpft sind oder nur einmal, Sie noch keinen Zugang dazu haben. Sie müssen somit selbst aktiv werden, um ihn zu kriegen.

Wie kommt ein digitaler Impfpass aufs Handy? Welche Apps brauchen Sie?

Ein digitaler Impfpass lässt sich in Form zwei verschiedener Apps auf Ihrem Smartphone abbilden. Zum einem in der Corona Warn App, zum anderen in der neuen CovPass App. Beide Anwendungen sind sowohl für Android als auch für iOS erhältlich und kostenlos. In der Corona Warn App wird Ihr digitaler Impfpass als neues Menüelement angezeigt. Die App CovPass hingegen wurde eigens dafür entwickelt, dass Ihr digitaler Impfpass dargestellt werden kann. Für welche App Sie sich letzten Endes entscheiden, ist egal. Der Vor- oder Nachteil (je nach Sichtweise) der CovPass App ist, dass sie ohne die Kontaktverfolgung wie in der Corona Warn App auskommt. Wie genau funktioniert der neue Pass technisch? Nach jeder Impfung erhalten Sie einen QR-Code ausgedruckt auf einem Papier, das Ihr Zertifikat für Ihre jeweilige Impfung ist. Scannen Sie mit Ihrem Smartphone beide QR-Codes mit der Corona Warn bzw. CovPass App ein. Haben Sie dies getan, erhalten Sie in der App einen dritten QR-Code – das ist Ihr Impfnachweis.

Digitaler Impfpass via Smartphone - was sollten Sie außerdem beachten?

Impfpass in Nahaufnahme mit Covid-Impfstempel und Spritze, die darauf liegt
Digitaler Impfpass statt gelber Kladde? (Bild: Benedikt - stock.adobe.com)

Ein digitaler Impfpass ist hierzulande neu. Entsprechend ist vielen Usern nicht ganz klar, wie genau er funktioniert und was dabei zu beachten ist. Im Folgenden geben wir Ihnen die wichtigsten Infos mit an die Hand:

  • Wenn Sie beide QR-Codes eingescannt haben und Ihr digitaler Impfpass nicht sofort angezeigt wird bzw. Sie mit Ihrem Handy nicht gleich einen Sitzplatz in der Innengastronomie reservieren können, brauchen Sie sich nicht zu wundern. Das ist ganz normal. Ihr digitaler Impfpass wird nicht unmittelbar nach Einscannen beider QR-Codes aktiv, sondern erst zwei Wochen nach der Zweitimpfung. Der Pass ist zunächst für ein Jahr gültig.

  • Sobald Ihr digitaler Impfpass auf dem Smartphone ist, empfiehlt es sich, die ausgedruckten Zertifikate, die Sie dafür verwendet haben, nicht gleich zu entsorgen. Ihr digitaler Impfpass ist nach dem Scannen auf Ihrem Handy. Um diesen jedoch auf einem weiteren Gerät anzeigen zu können, benötigen Sie Ihre Ausdrucke.

  • Sorgen Sie zudem dafür, dass Ihr digitaler Impfpass nicht im Internet auftaucht. Posten Sie ihn nicht auf Social Media. Fotografieren Sie ihn im Bestfall gar nicht oder verschicken ihn an Dritte. Auf diese Weise lässt er sich nämlich ganz leicht missbrauchen. Gehen Sie mit Ihrem Pass vorsichtig um, so wie mit Ihrer Bankkarte.

Digitaler Impfpass & Co. - die Pandemie als Katalysator für Innovation

Es ist schon komisch. Einerseits sprechen wir seit Jahren vom Zeitalter der Digitalisierung, in dem wir leben. Andererseits laufen viele Prozesse noch wie in den 60er Jahren. Klar, inzwischen ist es Standard geworden via Smartphone Flüge zu buchen, Pizzen zu bestellen und Bankgeschäfte zu erledigen. Filme streamen wir über unseren Laptop, auch Hausarbeiten, Aufsätze und Recherche finden hauptsächlich digital statt. Nichtsdestotrotz wurden bis vor kurzem noch viele Abläufe des täglichen Lebens auf ganz altmodische Art erledigt. Arbeitstreffen mit mehreren Personen z.B. wurden in der Regel persönlich abgehalten. Auch eine Anwesenheitspflicht bzw. ortsgebundenes Arbeiten gehörten ganz klar zum Berufsalltag. Die Registrierung beim Betreten von Gastronomie wurde zu Beginn der Pandemie selbstverständlich mit Kugelschreiber und Zettel gemacht. All das hat sich binnen weniger Monate komplett geändert.

Mittlerweile sind Meetings über Zoom, Teams, Skype oder Adobe Connect zum neuen Standard geworden. Genauso wie das Arbeiten im Homeoffice bzw. hybride Arbeitsmodelle mit einer rotierenden Teilbesetzung im Büro. Wenn wir uns mit einem Freund oder Bekannten in einem Café treffen, registrieren wir uns ganz selbstverständlich mit der Luca oder der Corona Warn App. Und nun ein digitaler Impfpass. Seit Jahrzehnten unverändert in der Papierversion vorhanden und fester Bestandteil der Medizin Versorgung hierzulande, wurde er in nur wenigen Monaten digitalisiert – aus der Not heraus. All das, was in den vergangenen Monaten an Digitalisierung stattfand, war auf technischer Ebene selbstverständlich bereits seit Jahren möglich. Erst die Notwendigkeit zu handeln, hat diese Prozesse angestoßen. Die Pandemie kann somit trotz (oder wegen) aller negativen Folgen als Katalysator für Innovation betrachtet werden. Es ist jedoch zu wünschen, dass die nächsten Digitalisierungsschritte keine weitere Pandemie brauchen.