Smartphone mit Luca App auf Schreibtisch
Was bringt die Luca App? (Bild: Postmodern Studio - stock.adobe.com)

Neuerscheinungen

Das sind die wichtigsten Fakten zur neuen Luca App

Über ein Jahr ist der Ausbruch der Corona-Pandemie her. Seitdem ist viel passiert und eine ganze Reihe an unterschiedlichen Maßnahmen wurde ergriffen, um dem Geschehen Herr zu werden. Von politischen Entschlüssen auf Bundes- und Länderebene, über medizinische Forschung nach Impfstoffen bis hin zu technischen Entwicklungen wie der Corona Warn App. Zu Beginn einem regelrechten Hype ausgesetzt und von der Bundesregierung zur obersten Priorität für Bürger erklärt, fristet die Corona Warn App inzwischen eher ein Schattendasein, trotz kontinuierlicher Weiterentwicklungen und Verbesserungen. In den letzten Monaten erfährt dafür eine andere Applikation in der Pandemie Zuspruch und wird von immer mehr Usern verwendet: Die Luca App. Von der Musikgruppe Die Fantastischen Vier mitentwickelt, hilft die Anwendung bei der schnellen Kontaktverfolgung. Wir verraten Ihnen, was hinter der Luca App steckt.

Wie genau funktioniert die Luca App?

Die Berliner Startups Nexenio und Culture4life haben mit Unterstützung der Popgruppe Die Fantastischen Vier die Luca App entwickelt, deren Ziel es ist, Kontaktvervolgung leicht zu machen. Aber wie genau funktioniert die App? Im Prinzip ist es schnell erklärt. Statt bei Besuchen öffentlicher Plätze die Kontaktverfolgung, also die Erfassung von Namen, Adresse und Ankunftszeit per Stift und Zettel vorzunehmen, wird der Vorgang mit der Luca App digitalisiert. Der Vorteil: Das Hinterlegen der Daten geht viel schneller und ist zudem auch gegen Fälschungen, wie z.B. das Nennen von Fantasienamen, sicherer. Erfasst werden die Informationen per vom Gastronomen bzw. Veranstalter erstellten QR-Code. Sie halten beim Betreten einfach Ihr Smartphone an den QR-Code. In der Folge sind Ihre persönlichen Informationen gespeichert und können im Falle eines positiven Corona-Tests vom Gesundheitsamt eingesehen werden. Unterm Strich wird die bisherige Kontaktverfolgung damit also deutlich schneller.

Luca App vs. Corona Warn App

Wenn von der Luca App die Rede ist, wird schnell von einer Konkurrenz zur Corona Warn App gesprochen. Auf den ersten Blick wirkt die Luca App tatsächlich wie das frischere Pendant zur Corona Warn App, das im Gegensatz zur staatlichen Applikation, von privater Hand gefördert und entwickelt wurde. Beim genaueren Hinsehen handelt es sich bei der Luca App jedoch nicht um eine Neuauflage der Corona Warn App, sondern um eine sinnvolle Ergänzung. Die Luca App funktioniert nämlich anders und dient darüber hinaus auch einem anderen Zweck: Der Kontaktnachverfolgung. Während sich die Corona Warn App vor allem auf das “Warnen” konzentriert, sprich das Bescheid geben, dass sich in Ihrem Umfeld eine Person mit Corona aufgehalten hat, verfolgt die Luca App einen anderen Weg. Letzterer geht es vor allem darum, eine Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten, wann eine Person an einem bestimmten Ort war und für wie lange. Einfach ausgedrückt, ist die Hauptaufgabe der Luca App nicht das Warnen, sondern das schnelle Nachverfolgen von Kontakten.

Die Corona Warn App rüstet nach

Luca App mit QR Code liegt neben Maske
Die Luca App im Überblick (Bild: Wirestock - stock.adobe.com)

Luca App vs. Corona Warn App - alles gut also? Nicht unbedingt. Die funktionalen Unterschiede beider Anwendungen lösen sich nämlich langsam auf. Genau wie alle anderen Apps, wird auch die Corona Warn App in regelmäßigen Abständen kleineren Updates unterzogen. Software-Aktualisierungen sorgen für dafür, dass Apps um neue Funktionen erweitert, kleinere Bugs beseitigt oder Designs überarbeitet werden. Besonders bei einer App mit hoher Relevanz für das Gesundheitssystem sind kontinuierliche Updates essenziell. Neben Fehlerbehebungen und zusätzlichen Features, wurde die Corona Warn App kürzlich um eine wichtige Funktion erweitert. Die neueste Version der Anwendung verfügt über das sogenannte Check-In Feature. Mit diesem lässt sich in Zukunft - genau wie bei der Luca App - eine Kontaktverfolgung vornehmen. Der große Erfolg der Luca App und das Potenzial, das die App in Hinblick auf zukünftige Öffnungsschritte in einzelnen Kommunen, Regionen und Städten birgt, wurde nun auch von der Bundesregierung erkannt. Ab sofort verfügt die Corona Warn App damit über ein ähnliches Feature zur Kontaktverfolgung wie die Luca App.

Uneinigkeit bei Ministerpräsidenten

Wann immer die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer zusammenkommen, um über aktuelle Corona-Maßnahmen zu sprechen, sind unterschiedliche Meinungen vorprogrammiert. Egal ob es um strengere Maßnahmen geht, um teilweise Lockerungen in Regionen mit weniger Inzidenz oder um den Einsatz von Test- und Impfzentren - in den seltensten Fällen sind sich alle 16 Länder einig. So ist es auch im Falle der Luca App. Manche Ministerpräsidenten sprechen sich klar für den Einsatz der Applikation aus. So z.B. Bodo Ramelow (Die Linke) aus Thüringen. Dieser wünscht sich eine flächendeckende Anwendung der App in seinem Bundesland. Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich positiv über den Einsatz der Luca App geäußert. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält sich in Bezug auf eine groß angelegte Nutzung der Luca App hingegen zurück. Das liegt mitunter daran, dass die Luca App in gewisser Weise eine Konkurrenz “seiner” Corona Warn App darstellt, die kürzlich um das Check-In Feature zur Kontaktverfolgung erweitert wurde. Außerdem wurde herausgefunden, dass sich die Luca App leicht täuschen lässt.

Einsatz der Luca App schafft Sicherheit

Mit dem Prinzip der Kontaktverfolgung bietet die Luca App großes Potenzial für künftige Debatten um Öffnungsschritte und Lockerungen. Durch die Möglichkeit einzelne Personen schneller tracken zu können, sprich zu erfassen, an welchem Ort sie sich aufgehalten haben, zu welcher Zeit und wie lange, ließen sich Besuche in Gastronomie oder öffentlichen Einrichtungen wie Kinos oder Theater viel besser nachverfolgen als bisher. Obwohl Bars, Cafés, Restaurants, Kinos und Schauspielhäuser zu den Orten zählen, die ein vergleichsweise geringes Infektionsrisiko bieten (im Gegensatz zu z.B. Großraumbüros), sind diese Branchen den stärksten Restriktionen unterworfen und in Zeiten des Lockdowns komplett geschlossen. Nur die Gastronomie darf Speisen und Getränke außer Haus anbieten. Durch Einsatz der Luca App ließen sich die Restriktionen in Bezug auf Gastronomie und Kulturbranche zumindest stückweise lockern. In manchen Cafés und Restaurants fand die Luca App übrigens schon Anwendung. So haben einige Gastronomen (als das Betreten der Lokalität noch erlaubt war) die Nutzung der App bereits zur Pflicht für ihre Gäste erklärt.