Smartphone mit Clubhouse App in App Store vor dunklem Hintergrund
Die Clubhouse App ist heiß diskutiert (Bild: boumenjapet - stock.adobe.com)

Neuerscheinungen

Clubhouse - Das steckt hinter der neuen Trend-App

Trends kommen und Trends gehen, das war schon immer so. Gerade im Smartphone-Bereich lässt sich schwer abschätzen, ob aus einem anfänglichen Hype um ein Produkt etwas entsteht, das sich auch längerfristig am Markt behaupten kann - oder es nach einer Weile einfach wieder verpufft. Kein Markt ist so schnelllebig wie die Welt der Smartphones und Apps. Seit einiger Zeit gibt es einen neuen Stern am Handy-Himmel: Clubhouse. Die hippe App aus den USA ist plötzlich in aller Munde. Trend hin oder her. Sie hat es bereits in die deutsche Politik geschafft und dort zumindest kurzweilig für einen kleinen Skandal bei der Ministerpräsidentenkonferenz im Januar 2021 gesorgt. Hinter so viel Wirbel muss doch etwas stecken, oder etwa nicht? Wir stellen Ihnen die Applikation vor, sagen Ihnen wie sie funktioniert, was sie besonders macht und ob sie das Potenzial besitzt, um auch langfristig erfolgreich zu sein.

Was genau ist Clubhouse?

Im Prinzip lässt sich die App in einem Satz beschreiben: Clubhouse ist eine Anwendung zum Chatten. Entgegen gängiger Applikationen, wie WhatsApp, Threema, Signal oder Telegram, geht es bei Clubhouse jedoch nicht ums Texten, Verschicken von Bildern und Sprachnachrichten oder ums Telefonieren per Video. Stattdessen stehen das Hören und Sprechen im Vordergrund. Das Besondere an der Trend-App ist, dass sie über spezielle Audio-Chaträume funktioniert. Ähnlich wie bei einem Hörbuch oder einem Podcast, lässt sich in einzelnen Chats Gesprächen oder Vorträgen lauschen. Das ist jedoch nicht alles. Anstatt nur passiv dabei zu sein, können auch Sie selbst mitreden. Bei Clubhouse geht es also ums Zuhören und Mitdiskutieren. All das geschieht natürlich live. Wie bei einem Zoom Call also – nur ohne Bild.

Seit wann gibt es die App?

In Deutschland ist Clubhouse wie aus dem Nichts im Januar 2021 aufgetaucht. Auf diese Weise ist bei vielen Usern der Eindruck entstanden, dass die Applikation erst einige Wochen alt ist. In Wahrheit existiert Clubhouse jedoch schon seit einem Jahr. Im Frühjahr 2020 ist die Anwendung vom Entwickler Alpha Exploration Co. entwickelt worden. Dass sie plötzlich hierzulande so viel Anklang gefunden hat, ist maßgeblich auf Philipp Klöckner und Philipp Glöckler zurückzuführen. Die beiden haben bereits vor einiger Zeit den sogenannten „Doppelgänger Tech Talk Podcast“ ins Leben gerufen. In diesem und dann über ihre eigene Telegram Gruppe haben sie ihre User dazu aufgefordert, sich bei Clubhouse anzumelden.

Wie melden Sie sich an?

Mit der Anmeldung ist es so eine Sache. Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Sozialen Netzwerken und Messenger Apps, können Sie sich bei Clubhouse nicht einfach registrieren. Stattdessen müssen Sie zunächst eine Einladung erhalten. Nur wer diese bekommt, darf mitmachen. Einladungen können alle User verschicken, die selbst bereits bei Clubhouse sind. Dieses Prinzip haben die beiden Podcaster ihren Hörern erklärt und so zum Anstieg der Userzahlen in Deutschland beigetragen. Binnen weniger Tage haben dutzende Nutzer der App Einladungen an Interessierte verschickt. Diese haben sich wiederum angemeldet und ihrerseits Einladungen versendet. Eine Registrierung ist also möglich, Sie brauchen nur einen befreundeten Clubhouse User, der Sie einlädt.

Woher kommt der Hype?

iPhone Home Bildschirm mit Clubhouse App
Lohnt sich Clubhouse für mich? (Bild: Michael Zwahlen - stock.adobe.com)

Die Frage, weshalb Clubhouse so beliebt ist, lässt sich mit einer Reihe an Faktoren erklären. Zunächst basiert der Anmeldeprozess auf dem Prinzip der künstlichen Verknappung. Die App ist nur für Mitglieder verfügbar. Das macht es automatisch attraktiv, mit dabei zu sein. Hinzu kommt, dass Sie ein iPhone besitzen müssen. Clubhouse läuft aktuell nämlich nur auf dem iOS Betriebssystem. Dadurch gewinnt die ohnehin nur für ausgewählte User existierende App noch mehr an Exklusivität. Der aber vielleicht wichtigste Grund ist, dass sie auf einem äußerst simplen und doch innovativen Prinzip basiert. Smartphones können heutzutage fast alles. Dass sich Clubhouse aufs Zuhören und Mitreden beschränkt, scheint inmitten der Fülle an verschiedenen und bunten Apps mit unzähligen Funktionen und Features eine echte Erholung. „Back to Basic“ sozusagen.

Wer nutzt Clubhouse?

Auf Deutschland bezogen, ist es erstaunlich, wie viele User, insbesondere Politiker und Promis, sich bereits auf der App tummeln. Für gewöhnlich braucht es hierzulande ja etwas länger bis es Klick macht und wir bei einer innovativen App oder einer unkonventionellen Startup Idee mitmachen bzw. uns dafür interessieren. Im Falle von Clubhouse ist dies jedoch anders. Egal ob Christian Lindner oder Thomas Gottschalk, an prominenten Usern mangelt es der Applikation hierzulande nicht. Bodo Ramelow besitzt bekanntlich auch einen Account. Mit Blick auf die USA, ist Elon Musk ein populärer User der App. Aber auch viele „normale“ Nutzer verwenden die Anwendung dort regelmäßig. Das ist nicht verwunderlich, in den USA wurde die Applikation schließlich entwickelt.

Wie ist der Datenschutz?

Wenn Sie Clubhouse verwenden möchten, aber Bedenken wegen der Sicherheit Ihrer Daten haben, dann sollten Sie besser warten. Die App greift nämlich auf das Telefonbuch der Nutzer zu. Zumindest auf die Kontakte der User, die selbst andere Nutzer einladen möchten. Sobald Sie nämlich eine Einladung an einen Ihrer Freunde verschicken wollen, liest die App sämtliche Telefonnummern von Ihnen aus. Diese sendet sie daraufhin an „Alpha Exploration“, die Betreiberfirma von Clubhouse. Der Name heißt übersetzt in etwa: „Größte Erkundung“ – das trifft es ziemlich genau, im Anschluss wird Ihr Telefonbuch nämlich in großem Umfang ausgeforscht. Daraufhin wird Ihnen angezeigt, welche Ihrer Freunde und Bekannten bereits bei Clubhouse sind und welche nicht.

Zudem können Sie ablesen, welcher Ihrer Clubhouse Freunde wie viele weitere Freunde auf der App hat. Das heißt: Clubhouse sammelt auch Daten von den Usern, die selbst gar nicht Clubhouse verwenden. Das Speichern der Namen erfolgt zudem nicht nur einmalig, sondern jedes Mal, wenn Sie eine Einladung verschicken. Sie können der App jedoch den Zugriff (in der Applikation selbst) unter Einstellungen > Datenschutz > Kontakte wieder verwehren. Beim nächsten Einladeversuch müssen Sie Clubhouse den Zugriff aber wieder erlauben. Andernfalls können Sie keine weiteren Kontakte mehr einladen. Unterm Strich stehen der Datenschutz und die Privatsphäre eher unten auf der Prioritätenliste.