Der Puls wird während des Sport mithilfe einer Fitnessuhr gemessen
Fitnessuhren werden immer leistungsfähiger und smarter. (Bild: SasinParaksa - stock.adobe.com)

Neuerscheinungen

Das sind die neuen Fitnessuhren von Garmin und Fitbit

Fitnessuhren und Smartwatches sind im Trend. Während sich Garmin in der Vergangenheit auf runde, sportliche Uhrendesigns konzentriert hat, hat das Unternehmen nun mit der neuen Venu SQ ein Modell auf den Markt gebracht, das optisch stark an die Apple Watch erinnert. Und auch Fitbit geht mit der Versa 3 diesen Weg, wobei die Versa schon immer eine eckige Form hatte. Doch was können die neuen Sportuhren außer gut aussehen? Wir haben die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

Garmin Venu SQ

2019 wurde mit der Garmin Venu eine neue Fitnessuhr vorgestellt, die sich jedoch optisch kaum von früheren Modellen des Herstellers unterschied – obwohl die Konkurrenz bereits zu anderen Designs übergegangen war. Inzwischen hat Garmin offensichtlich auch bemerkt, dass sich eckige Smartwatches ziemlich gut verkaufen. Das liegt sicher nicht zuletzt daran, dass sie der beliebten Apple Watch ähneln wollen.

Die Garmin Venu hat mit der SQ-Version aber nicht nur ein neues Design bekommen. Sie ist mit knapp 200 Euro UVP rund 150 Euro preiswerter und das schlägt sich auch in der Ausstattung nieder. So wurde für Lünette Aluminium statt Edelstahl verwendet. Eklatanter sind die Unterschiede beim Display. Die Venu SQ nutzt Liquid Crystal, die normale Venu AMOLED. Die Auflösung von 240 x 240 Pixel ist um einiges geringer als bei Fitbit Versa und der aktuellen Apple Watch. So wird vielen Nutzern auffallen, dass die Anzeige weniger modern und detailreich ist als bei der Konkurrenz. Immerhin hat Garmin Always-On integriert.

Den Trend, Fitnessuhren in mehreren Größen anzubieten, geht Garmin nicht mit. Nach wie gibt es die Venu nur in 40 mm und für einen Handgelenksumfang bis 19 cm. Das dürfte den meisten Männern zu klein sein. Allerdings lässt sich das Silikon-Armband auswechseln.

Die Gesundheits- und Fitnessfunktionen der Garmin Venu SQ

Beim Blick auf die Funktionen der Garmin Venu SQ ist schnell klar, dass es sich hierbei um eine Fitnessuhr für Sportfanatiker handelt. Ob Laufen, Radfahren, Schwimmen oder Yoga – damit lässt sich alles aufzeichnen und über Garmin Connect auswerten. GPS, GLONASS und Galileo sorgen für ein fast lückenloses Satelliten-Tracking. Die Herzfrequenz kann über das Handgelenk oder alternativ über einen ANT+-Brustgurt kontrolliert werden. Über ANT+ lassen sich auch Trittfrequenzsensoren koppeln.

Soweit nichts Neues, doch an einer Stelle hat Garmin tatsächlich einen Schritt nach vorn gemacht: Wie bei der Apple Watch 6 überwacht die Venu SQ die Sauerstoffsättigung des Blutes. Diese Pulse Ox-Funktion hat auch die normale Venu. Erfreulicherweise wurde sie nicht wegrationalisiert. Standardmäßig erfolgt eine permanente Kontrolle im Hintergrund, auf Wunsch kann aber auf eine Stichproben umgestellt werden.

Ebenfalls mit an Bord sind Stress-Level-Tracking, Schlafüberwachung, Menstruationszyklus, Entspannungstimer und Aufzeichnung der Flüssigkeitsaufnahme. So soll der Sportler seine Gesundheit ganzheitlich im Auge behalten können – auch abseits der Sporteinheiten. Tatsächlich sind viele Funktionen durchaus brauchbar. An hektischen Tagen etwa schlägt die Uhr Alarm, mahnt das hohe Stresslevel an und bietet Entspannungsübungen an. Als Summe aus allem (Aktivitäten, Schlaf, Puls etc.) kumuliert Garmin die Body Battery. Bei der maximalen Punktzahl von 100 sind sie sehr ausgeruht, bei weniger als 40 Punkten sollten Sie sich der Erholung widmen. Bei all diesen Funktionen unterscheiden sich die Venu-Modelle nicht voneinander.

Musik- und Smartwatchfunktionen

Eine Frau schaut auf Ihre Fitnessuhr
Fitnessuhren im Vergleich (Bild: leszekglasner - stock.adobe.com)

Was der SQ hingegen fehlt, sind ein barometrischer Höhenmesser und die animierten Workouts. Beides ist für viele Nutzer sicher verzichtbar. Anders mag es bei der Musikfunktion aussehen. Wer darauf Wert legt, sollte für rund 50 Euro Aufpreis zur SQ Music greifen, die über einen Speicher für bis zu 500 Titel verfügt. Sie arbeitet mit den Streamingdiensten Spotify, Amazon Music und Deezer zusammen. Die Musik lässt sich dann ganz ohne Smartphone über drahtlose Kopfhörer genießen.

Durch die Nutzung der Musikfunktion reduziert sich natürlich die Akkulaufzeit. Garmin gibt sie mit bis zu sechs Tagen im Smartwatch-Modus, mit bis zu 14 Stunden bei GPS-Nutzung und mit bis zu sechs Stunden bei Musik an. Damit hebt sich die Venu positiv von der Konkurrenz ab. Boden verliert sie hingegen beim App-Angebot. Die Sammlung an Zifferblättern ist noch dürftiger als bei Fitbit und meilenweit entfernt vom Apple Store.

Kaum Unterschiede gibt es bei den Smartwatchfunktionen. Über Garmin Pay kann auch die Venu für kontaktloses Zahlen genutzt werden (vorausgesetzt, Ihre Bank spielt mit). Kalender, Uhr wiederfinden, Wetter, Benachrichtigungen – alles dabei. Die Garmin Venu SQ ist also eine runde Sache mit Ecken und Kanten. Da stellt sich die Frage, ob die Fitbit Versa 3 die bessere Wahl ist.

Fitbit Versa 3

Wer nicht auf Garmin festgelegt ist, etwa weil er andere Gadgets dieses Herstellers nutzt, der sollte einen Blick auf die Fitbit Versa 3 werfen, die ebenfalls neu auf dem Markt ist. Wie die Venu SQ ist auch sie nur in 40 mm erhältlich. Allerdings liefert der Hersteller zwei Armbänder mit (S = 14 bis 18 cm Handgelenksumfang, L = 18 bis 22 cm). Trotz ähnlich großem Uhrengehäuse, ist das AMOLED-Display mit 1,58 Zoll größer und hat eine bessere Auflösung von 336 x 336 Pixeln. Always-On ist verfügbar und die Darstellung auf dem Display ist kristallklar. Die Fitbit Versa 3 muss sich hier nicht hinter der Apple Watch verstecken. Auch das Metallgehäuse (selbstverständlich wasserdicht) ähnelt dem Branchenprimus, während Garmin „nur“ faserverstärktes Polymer verwendet.

Anders als das Vorgängermodell verfügt die Versa 3 nun auch über integriertes GPS. Dieser Schritt war überfällig. Darüber hinaus bietet sie Sprachsteuerung (Amazon und Google), Lautsprecher, mobiles Bezahlen über Fitbit Pay und eine Antwort-Funktion auf Nachrichten während der Kopplung mit einem Android-Smartphone. Wie bei der Venu SQ sind rund 20 Sportarten vorinstalliert und zahlreiche Gesundheitsfunktionen integriert. Einige Werte lassen sich jedoch nur mit einem kostenpflichtigen Fitbit Premium Abo auswerten.

Wer nun denkt, die Fitbit Versa 3 wäre durch hochwertigere Materialien und Funktionen wie Sprachsteuerung viel teurer als die Garmin Venu SQ, der irrt. Die Uhr kostet knapp 230 Euro. Damit liegt der Preis trotz Musikoption (allerdings ohne Amazon) unter dem der SQ Music und ist eine echte Alternative. Bei der Versa 3 muss der User auf kaum etwas verzichten, profitiert im Gegenzug aber von einem brillanten Display, einem großen Sortiment an Ersatzarmbändern direkt vom Hersteller und Sprachassistenz.