Frau sitzt in Wohnzimmer vor Laptop und schaut dort ein Video
Vorsicht bei Streamingportalen (Bild: StockPhotoPro - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Vorsicht bei den Streaming Portalen Kinox & Co.

Wer heute ein Notebook besitzt, nutzt wahrscheinlich auch Streaming Dienste auf seinem Gerät. Spotify, Apple Music, Deezer, Netflix, Amazon Prime und Disney+ gehören inzwischen ganz selbstverständlich zum Entertainment dazu. Es ist noch nicht allzu lange her, als der Wunsch nach Streaming bereits geboren war, die offiziellen Programme dazu aber gefehlt haben. In dieser Phase hatten in einer rechtlichen Grauzone agierende Anbieter wie LimeWire, Napster, The Pirate Bay, Megaupload, Rapidshare und Kinox ihre große Zeit. Hier konnten User Musik und Filme (in meist schlechter Qualität) kostenlos streamen bzw. herunterladen – oft, bevor sie offiziell auf den Markt kamen. Trotz Netflix & Co. existieren auch heute einige dieser halblegalen sowie illegalen Portale. Gerade Streaming Dienste wie Kinox oder Movie4k sind bei Filmfans äußerst beliebt. Hiervon sollten Sie die Finger lassen.

Achtung: Streaming ist nicht gleich Streaming

Kinox, ehemals Kino.to dürfte den meisten von Ihnen ein Begriff sein. Vielleicht haben Sie den Dienst früher bereits selbst genutzt oder verwenden ihn sogar heute. Auf Kinox & Co. werden Filme, die Sie dann streamen können, von in der Regel anonymen Usern hochgeladen. Die Betreiber von Websites wie Movie4k oder Kinox agieren in einer rechtlichen Grauzone. Das Vertreiben von Raubkopien ist strafbar, einen Sharing Dienst anzubieten, auf dem User ihre Dateien hochladen können, jedoch nicht. Durch dieses legale Schlupfloch agieren Betreiber wie Kinox, Movie4k und viele weitere dubiose Dienste seit Jahren erfolgreich am Gesetz vorbei. Neben diesen halblegalen Betreibern gibt es zudem Portale, die mit vermeintlich hochqualitativen Filmen locken, die teilweise sogar noch im Kino laufen, in Wahrheit aber gar keine Inhalte anbieten. Dieses Geschäftsmodell zielt einzig und allein darauf ab, Ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Um diese Dienste nutzen zu können, werden Sie nämlich gebeten, sich zunächst kostenpflichtig zu registrieren. Beide Beispiele (Kinox & Co. sowie illegale Betreiber) werben zwar mit Streaming Angeboten, haben jedoch nichts mit seriösen Anbietern wie Netflix, Amazon Prime oder Disney+ gemeinsam.

Deswegen sollten Sie Netflix & Co. wählen

Egal ob es sich um halblegale Sharehoster wie Kinox oder Movie4k handelt oder um illegale Anbieter, die Ihnen zwar den Anschein einer offiziellen Streaming Plattform vermitteln, in Wahrheit jedoch nur abkassieren wollen – lassen Sie in beiden Fällen die Finger davon. Wenn Sie gerne einen Film schauen wollen bzw. eine Serie oder eine Dokumentation, stehen Ihnen hierfür inzwischen viele namhafte Anbieter wie Netflix, Sky oder DZN zur Verfügung. Diese sind nicht nur legal, sondern bieten Ihnen auch hochqualitative Inhalte; bei allen großen Anbietern lassen sich Filme inzwischen in 4K Qualität schauen. Darüber hinaus brauchen Sie sich beim Streamen auf Disney+ oder Joyn Plus keine Gedanken zu machen, dass das Filmerlebnis durch Verbindungsprobleme abgebrochen wird. Solange Sie über eine stabile Internetverbindung verfügen, laufen die Inhalte ruckelfrei. Zudem kosten die meisten Abonnements im Schnitt lediglich zehn Euro im Monat. Die Gebühren sind also sehr moderat. Des Weiteren verfügen Streaming Portale über ein umfangreiches und stetig wachsendes Angebot an Titeln. Im Vergleich zu Kinox & Co. sind Netflix, Amazon Prime oder Sky damit haushoch überlegen, was Seriosität, Qualität, Preis und Auswahl angeht.

Augen auf bei der Streamingportalwahl

Mann mit Over Ear Kopfhörern sitzt vor Laptop
Streaming Portale sind mit Vorsicht zu betrachten (Bild: mrzivica@gmail.com - stock.adobe.com)

Insbesondere bei den Portalen, die Ihnen nur vorgaukeln, bekannte Filme und TV-Serien im Angebot zu haben, in Wahrheit jedoch ausschließlich an Ihrem Geld interessiert sind, sollten Sie äußerst vorsichtig sein. Führende Verbraucherschützer in Deutschland warnen vor diesen Diensten, die gerade hierzulande stark vertreten sind. Viele dieser Websites ähneln sich untereinander stark, nur die URL und das Logo sind unterschiedlich. Die Masche läuft in den meisten Fällen jedoch nach dem immer gleichen Muster ab: Der User wird zunächst auf die Seite gelockt, auf der er mit einem fünftägigen Probeabo geködert wird. Um das Abonnement abschließen zu können, müssen Adresse, E-Mail und Telefonnummer angegeben werden. Im Anschluss sind Sie zwar „registriert“, erhalten jedoch keinerlei Zugriff auf Filme, Serien oder Dokumentationen. Stattdessen erhalten Sie eine Rechnung über ein angeblich abgeschlossenes Jahresabo. Auf diese Weise versuchen die Betreiber ahnungslosen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein Versuch dieser Anbieter, um ihr illegales Handeln zu kaschieren ist, dass beim zweiten Besuch der Website plötzlich ein Pop-Up Fenster, in dem auf das Jahresabo explizit hingewiesen wird. Beim erstmaligen Besuch der Seite erscheint dieser Hinweis jedoch nicht.

So agieren die Fake Portale deutschlandweit

Bereits im Jahr 2017 wurde das sogenannte „Marktwächter-Team“ der Verbraucherzentrale von Rheinland-Pfalz auf ein großes Netzwerk von Betrügern im Streaming Bereich aufmerksam. Trotz der Tatsache, dass das Netzwerk seit Jahren unter Beobachtung steht, ist es ihm immer wieder gelungen, den Ermittlungsbehörden zu entkommen und neue Streaming Websites zu launchen, die nach demselben Prinzip funktionieren: Mit einem kostenlosen Probeabo locken, um im Nachhinein abzukassieren. Allein das Team in Rheinland-Pfalz hat mehr als 450 betrügerische Seiten ausfindig gemacht. Zusammengerechnet mit den Websites, die von der Polizei in Niedersachsen ermittelt wurden, sind es sogar fast 550 Seiten. Einige davon sind inzwischen jedoch nicht mehr online. Nichtsdestotrotz: Die Verbreitung von kriminell agierenden Fake Portalen in Deutschland ist groß.

Es empfiehlt sich somit bei der Wahl nach einem geeigneten Streaming Portal, nicht auf Kinox, Movie4k oder gar auf Websites betrügerischer Anbieter zu gehen, sondern lieber auf die offiziellen Services von Netflix oder Amazon Prime Video zurückzugreifen. Sollten Sie auf eines der Fake Portale reingefallen sein, überweisen Sie, falls noch nicht geschehen, auf keinen Fall den geforderten Betrag für ein angebliches Jahresabo. Einen formalen Widerspruch einzureichen, z.B. per Post an einen vermeintlichen Firmensitz, bringt in der Regel nicht viel. Machen Sie sich stattdessen die Mühe und zeigen den Vorfall bei der Polizei an. Es ist zwar nicht davon auszugehen, dass die Betreiber unmittelbar zur Rechenschaft gezogen werden. Die Ermittlungsbehörden sind dadurch aber informiert und können Ihren Fall in ihren laufenden Ermittlungen berücksichtigen.