Frau bezahlt am Tisch in einem Café ihren Kaffee mit ihrem iPhone
Neue Regeln für mobiles Bezahlen – so schützen Sie sich vor Abo-Fallen (Bild: bnenin - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Neue Regeln für mobiles Bezahlen – so schützen Sie sich vor Abo-Fallen

Falls Sie nicht schon selbst in eine getappt sind, lauern sie überall: Abo-Fallen. Einmal nicht aufgepasst oder falsch getippt und schon kann es teuer werden. Dabei rechnen Dienste von Drittanbietern oftmals utopisch hohe Summen ab. Da Abo-Fallen immer mehr zum Problem werden und seit längerem eine Lösung gesucht wird, hat nun die Bundesnetzagentur reagiert. Ab Februar 2020 gelten neue Regeln für mobiles Bezahlen. Damit stärkt die Bundesnetzagentur den Rücken von Verbrauchern und legt deutlich strengere Vorgaben für Dienste, die mit dem Handy bezahlt werden sollen, vor. Was genau Sie erwartet und wie das Bezahlen mit Handy überhaupt funktioniert, erklären wir Ihnen hier.

So funktioniert mobiles Bezahlen mit dem Handy

Mobiles Bezahlen erleichtert Smartphone Nutzern das tägliche Leben enorm. Egal, ob an der Kasse oder direkt online, einfach Smartphone raus, ein paar Klicks und schon ist der gewünschte Betrag transferiert. Wer beispielsweise an einem Kassenterminal im Einzelhandel bezahlen möchte, kann hierfür mittlerweile sogar komplett kontaktlos bezahlen. Dafür müssen Sie lediglich das Display Ihres Smartphones an das jeweilige Terminal halten. Dabei findet eine schnelle Datenübertragung via Near Field Communication, kurz NFC, statt. Ein kurzes optisches oder akustisches Signal bestätigt den Zahlvorgang und schon wird das Geld automatisch von Ihren hinterlegten Bankdaten abgebucht. Es handelt sich also um eine normale Kartenzahlung, die via Giro- oder Kreditkartenkonto abgerechnet wird. Ähnlich läuft es beim mobilen Bezahlen online ab. Wer ein Abonnement abschließen möchte oder eine kostenpflichtige App herunterladen möchte, muss lediglich mit einem Klick den Kauf bestätigen. Je nach persönlichen Einstellungen wird für die Authentifizierung des Kaufs eventuell ein Passwort oder der Pin-Code verlangt. So praktisch das Bezahlen mit dem Handy auch ist, umso mehr Risiken birgt es: Ein falscher Handgriff und schon wurde ein Abonnement abgeschlossen oder eine App gekauft, die Sie nicht wollten. Diese Gefahren sollen die neuen Vorgaben zum mobilen Bezahlen nun eindämmen.

Mobilfunkanbieter werden in die Pflicht genommen

Die schnelle Abrechnung vieler Dienste und Produkte über die Mobilfunkrechnung ist bald Geschichte. Auch wenn auf Mobilfunk Rechnungen nicht immer alle Posten einzeln aufgeführt werden müssen, ist es ab dem 1. Februar 2020 vorbei mit Abo-Fallen und heimtückischen Tricks von Drittanbietern. Denn ab jetzt werden vor allem die Mobilfunkanbieter in die Pflicht genommen. Im Detail soll das künftig so zu funktionieren: Falls Sie ein Abonnement abschließen möchten oder mit dem Handy bezahlen wollen, genügt kein einfacher Tipp mit dem Finger. Bevor der Bezahlvorgang abgeschlossen wird, werden Sie via Redirect auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters weitergeleitet. Hier muss nun dem Kauf explizit zugestimmt werden. Dies kann durch das Setzen eines zusätzlichen Häkchens geschehen, durch das Ausfüllen eines Captchas oder andere Sicherheitsmaßnahmen stattfinden. Diese Methode soll überstürzte oder ungewollte In-App-Käufe sowie Abo-Fallen verhindern. Allerdings greift die neue Regelung nicht immer. Bei Einzelkäufen und Zahlungen an vertrauenswürdige Drittanbieter, genügt oftmals ein Login.

Mit dem Handy bezahlen wird deutlich sicherer

Mann hält sein iPhone in der einen und seine Kreditkarte in der anderen Hand
(Bild: Rymden - stock.adobe.com)

Das leicht umsetzbare Kombinationsmodell wird schon bald in die Tat umgesetzt und hat sich bereits bei mehreren Tests als äußerst effizient bewiesen. Lediglich Einzelkäufe und das Einloggen bei vertrauenswürdigen Drittanbietern werden von den neuen Vorgaben befreit. Neben der technischen Lösung soll es ab Februar 2020 außerdem für Smartphone-Nutzer leichter werden, bei möglichen Abonnement-Fallen ihr Geld zurück zu erhalten. Denn künftig haben sie die Möglichkeit, sich bei Abo-Fallen auf den Mobilfunkanbieter zu berufen und eine Geld-zurück-Garantie geltend zu machen. Dies nimmt den Mobilfunkanbieter noch mehr in die Pflicht und schafft Anreize, Drittanbieter und Partner künftig noch genauer zu überprüfen. Die neuen Regeln der Bundesnetzagentur sind vorerst vier Jahre lang gültig. Anschließend soll die Wirksamkeit erneut überprüft werden und die Vorgaben gegebenenfalls angepasst werden. Auch die Mobilfunkanbieter haben die Chance, bei der Umsetzung und an möglichen Änderungen aktiv mitzuwirken. Dasselbe gilt für jeden Mobilfunkkunden. Denn diese haben ebenfalls das Recht, sich bei Problemen mit der Abrechnung von Drittanbietern direkt an die Bundesnetzagentur zu wenden. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, ist stolz auf diese Neuerung und betont: „Technische, administrative und finanzielle Maßnahmen machen das mobile Bezahlen sicherer und transparent, der beste Verbraucherschutz ist dann gegeben, wenn unseriöse Anbieter nicht an die Abrechnungsplattformen der Mobilfunkanbieter angebunden werden. Dazu macht die Bundesnetzagentur in ihrer Entscheidung Vorgaben.“

So gestalten sich die Regeln für mobiles Bezahlen im Detail

Im Detail gestalten sich die neuen Regeln für mobiles Bezahlen wie folgt:

Mobilfunkunternehmen dürfen Dienstleistungen von Drittanbietern nur dann in Rechnung stellen, wenn eine technische Umleitung erfolgt, bei der Kunden während des Bezahlvorgangs für eine Dienstleistung eines Drittanbieters von der Internetseite des eigentlichen Anbieters auf die Internetseite des Mobilfunkanbieters umgeleitet werden oder das Mobilfunkunternehmen andere vorgeschriebene verbraucherschützende Maßnahmen festlegt. Bei der ersten Methode spricht man vom sogenannten Redirect, die zweite Methode ist unter dem Namen Kombinationsmodell bekannt. Diese Vorgaben erhöhen die Sicherheit für Verbraucher deutlich und können schon bald das Ende für Abo-Fallen für iPhone sowie Android Smartphone Besitzer bedeuten. Inwieweit die neuen Regelungen noch angepasst werden, bleibt abzuwarten.