Smartphone mit Signal-Logo auf Display liegt neben AirPods und Tastatur
Das ist Signal (Bild: ©Chetan Kumar - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Messenger App Signal - Das kann die App

Alternativen zu WhatsApp und Co. sind gefragt wie nie. Denn seit den aktuellen Updates gelten vor allem WhatsApp sowie der Facebook Messenger nicht mehr als wirklich sicher. Obwohl es die App Signal schon länger gibt, ist der kostenlose Messenger erst seit kurzem in aller Munde. Signal ist vor allem aufgrund seiner hohen Vertrauenswürdigkeit beliebt und wird überwiegend von Personen genutzt, die viel Wert auf den Schutz ihrer Privatsphäre legen. Doch wer hat die App ins Leben gerufen und wie hoch ist die Signal Sicherheit tatsächlich? Wir informieren Sie über die wichtigsten Funktionen der Messenger App und erklären Ihnen, wie es um den Datenschutz und die Sicherheit des Messengers Signal steht.

Messenger Signal: Wer steckt hinter der App?

Die App Signal wird bereits seit mehreren Jahren entwickelt. Die Software wurde ursprünglich unter dem Namen TextSecure für Android-Geräte veröffentlicht. Damals, im Jahr 2010, war das Unternehmen Whisper Systems für den Betrieb der Software verantwortlich. Die Firma wurde kurze Zeit später dann von Twitter übernommen. Im Jahr 2014 wurde dann eine iOS-Version veröffentlicht und die bereits bestehende App TextSecure in Signal umbenannt.

Seit dem Jahr 2018 steckt hinter der App die Signal Foundation, eine gemeinnützige Stiftung. Die Server der App werden von einer Tochtergesellschaft der Stiftung betrieben, der Signal Messenger LLC. Signal bietet alles, was moderne Messenger erfordern: Mit dem Programm können Texte, Bilder, Sprachnachrichten und andere Dateien versendet werden sowie Anrufe getätigt werden. Dabei wird jede Kommunikation durch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gesichert.

Die App Signal: Empfohlen von Edward Snowden

Signal ist vor allem durch Edward Snowden bekannt geworden. Der Whistleblower hatte bereits im Jahr 2015 bekannt gegeben, dass auch er die Nachrichten-App nutzt und von der hohen Sicherheit begeistert ist. Damals ließ er auf Twitter verlauten, dass der Messenger Signal ihm am vertrauenswürdigsten erscheint. Der US-Amerikaner lebte zu dieser Zeit im Exil in Russland, nachdem er über Hawaii und Hongkong geflohen war.

Diese Funktionen bietet der Messenger Signal

Während die App Signal vor ein paar Jahren nur mit Basic-Funktionen ausgestattet war, kann sie heute gut mit WhatsApp und Co. mithalten. Zusätzlich dazu besticht die Messenger Alternative mit einer hohen Privatsphäre und einem guten Datenschutz – aber dazu später mehr. Wenn es um die Bedienung von Signal geht, ähnelt diese der von WhatsApp. Es können Nachrichten, Bilder, Videos und andere Dateien versendet werden oder Telefonate über Signal geführt werden. Darüber hinaus haben Sie mit dem Messenger Signal die Möglichkeit, Sprachnachrichten und GIFs zu versenden oder können Ihren Standort sowie Kontakte mit anderen Personen teilen. Des Weiteren haben Sie die Option, ausgewählte Kontakte zu blockieren, Ihr Hintergrundbild zu ändern sowie ein Backup Ihrer Chatverläufe zu erstellen. Der neueste Clou sind selbstlöschende Nachrichten. In diesen Punkten unterscheidet sich die App Signal also kaum von WhatsApp und anderen Messengern.

Worin unterscheidet sich Signal zu anderen Messengern?

Signal App Symbol auf blauem digitalen Hintergrund
Signal hat ein gutes Angebot an die User (Bild: vfhnb12 - stock.adobe.com)

Trotzdem gibt es ein paar entscheidende Unterschiede: Das Posten von Status-Meldungen ist nämlich nicht möglich. Außerdem werden bei Signal niemals automatische Backups vorgenommen. Ebenso neu ist die automatische Gesichtserkennung, die Ihnen die Option gibt, Gesichter zu verpixeln und unkenntlich zu machen. Ein weitere cooles Feature der App: Sie können auf erhaltene Nachrichten mit Emojis reagieren. Dagegen kann es beim Wechsel der Telefonnummer mit Signal ziemlich kompliziert werden, denn anders als bei anderen Messengern werden bei der App Signal nicht automatisch alle Ihre Kontakte über Ihre neue Nummer informiert. Dasselbe gilt für Gruppen. Wenn Sie also in einer bestehenden Gruppe bleiben möchten, müssen Sie den Administrator darüber informieren und darum bitten, Sie erneut hinzuzufügen.

Signal Sicherheit: So sicher ist die App Signal

Die Tatsache, dass Signal von einer Stiftung betrieben wird, gibt der App eine besonders hohe Vertrauenswürdigkeit. Die Stiftung finanziert sich ausschließlich über Spenden und unterscheidet sich damit deutlich von großen Unternehmen. Der Messenger Signal muss also nicht profitabel sein und es werden weder Nutzerdaten gesammelt, noch verkauft. Zusätzlich dazu gibt es viele weitere Faktoren, die die Signal Sicherheit enorm erhöhen. Ein besonders wichtiges Merkmal ist die Tatsache, dass es der Quellcode der App Signal frei zugänglich ist. Das heißt: Jeder kann diesen einsehen und verfolgen, wie Signal funktioniert. Sie können sich also sicher sein, dass es keine verborgenen Möglichkeiten gibt, um Ihre Daten zu klauen und müssen somit keine Einschnitte bei der Privatsphäre machen. Jegliche Kommunikation, die über Signal läuft, ist außerdem Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Somit sind keine Daten für Dritte einsehbar.

Besonders löblich: Ihre Daten werden nur für die Verarbeitung verwendet. Hierfür werden alleine Ihre Telefonnummer sowie Ihre Kontaktdaten genutzt und selbst hierfür muss eine Berechtigung erteilt werden. Ein weiterer Vorteil ist die Option, ein Pseudonym zu verwenden. Sie müssen dann nicht Ihren richtigen Vor- und Nachnamen angeben, sondern können auch unter einem Fantasienamen Ihre Telefonnummer bestätigen. Hierfür reicht sogar ein Emoji. Zusätzlich dazu handelt es sich bei allen Daten, die von Signal gespeichert werden, um zufällig generierte Push- und Authentifizierungstokens. Diese sind bei der Übertragung von Nachrichten und beim Anrufaufbau notwendig. Es gibt also keinen direkten Zusammenhang zwischen Ihnen und Ihren Daten.