WhatsApp Appicon auf einem Handydisplay
Schritte für mehr WhatsApp Sicherheit (Bild: prima91 - stock.adobe.com)

Datensicherheit

Fünf einfache Schritte für mehr WhatsApp Sicherheit

WhatsApp ist weltweit einer der beliebtesten Messenger. 2009 gegründet und 2014 von Facebook übernommen, zeichnet WhatsApp eine beispiellose Erfolgsgeschichte aus. Dabei ist die Anwendung bei weitem nicht unumstritten. Immer wieder ist von Sicherheitslücken die Rede, die für User der App eine potenzielle Gefahr darstellen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Voreinstellungen zum Datenschutz relativ lasch sind. Glücklicherweise haben es WhatsApp Nutzer Teil selbst in der Hand, wie gut ihr Datenschutz ist. Die App bietet eine ganze Reihe von Funktionen, mit denen Sie sich gegen den unautorisierten Zugriff Dritter sowie Hackerangriffe zu Wehr setzen können. Auf den ersten Blick sind diese Features nicht einfach zu finden - es sei denn, man weiß, wo man suchen muss. Wir stellen Ihnen fünf einfache Schritte für mehr WhatsApp Sicherheit vor.

1. Backup aktivieren

Ein einfacher und äußerst effektiver Schritt für mehr WhatsApp Sicherheit, ist das Aktivieren der Backup Funktion. Über dieses Feature werden sämtliche Chatverläufe gesichert und Ihnen für den Fall, dass Sie Ihr Smartphone verlieren oder wechseln, zur Verfügung gestellt. Je nachdem, ob Sie ein Android oder iOS Gerät verwenden, wird Ihr WhatsApp Backup entweder in Google Drive oder iCloud gespeichert. Falls die Funktion auf Ihrem Gerät nicht aktiviert ist, können Sie das in WhatsApp unter Einstellungen > Chats tun. Gute Nachricht für Android Nutzer: Ab November wird Ihnen der Speicherplatz für Ihr Backup nicht mehr in Google Drive abgezogen. Die schlechte Nachricht: Grundsätzlich sind die Google Drive Backups von WhatsApp nicht verschlüsselt – im Gegensatz zu denen in iCloud.

2. Zwei-Faktor-Authentifizierung

Ein weiterer Schritt für zusätzliche WhatsApp Sicherheit ist die sogenannte “Zwei-Faktor-Authentifizierung“. Hierbei handelt es sich um eine zweite Sicherheitsabfrage neben der traditionellen Eingabe von Nutzernamen, Rufnummer und Passwort. Viele andere Apps wie beispielsweise Facebook bieten ebenfalls eine Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Bei WhatsApp wird diese „Verifizierung in zwei Schritten“ genannt und ist unter Einstellungen > Account zu finden. Ist diese Funktion aktiviert, müssen Sie also ein weiteres Mal bestätigen, dass Sie der autorisierte Nutzer der App sind. Dies geschieht über eine sechsstellige Nummer, die Sie künftig hin und wieder vor dem Nutzen der App eingeben müssen.

3. WhatsApp Web

Wolke geht vom Handy aus
(Bild: thayra83 - stock.adobe.com)

Wenn Sie Ihre WhatsApp Sicherheit stärken wollen, müssen Sie nicht nur die App, sondern auch die Desktop-Variante der Anwendung im Auge haben. So ist WhatsApp, neben dem Smartphone, auch auf Ihrem Laptop nutzbar. Sobald Sie einmal die Verbindung per WLAN und QR Code hergestellt haben, ist Ihr Smartphone dauerhaft mit Ihrem Laptop verbunden. In der Folge können alle Personen, die Zugriff zu Ihrem Laptop haben, auch Ihre WhatsApp Nachrichten lesen. Was zu Hause relativ unbedenklich erscheinen mag, kann auf einem anderen Laptop schnell zur Gefahr werden. Wenn Sie Ihr Handy z.B. ausnahmsweise mit einem anderen Laptop über WhatsApp Web verbunden haben, weil Ihr eigener nicht zur Hand war, können künftig alle Nutzer dieses anderen Laptops Ihre Nachrichten lesen, sobald Sie in der Nähe sind. Um dies zu vermeiden, öffnen Sie WhatsApp auf Ihrem Smartphone und gehen auf Einstellungen > WhatsApp Web/Desktop. Dort bekommen Sie eine Übersicht aller Verbindungen, die zwischen Ihrem Smartphone und anderen Laptops oder PCs bestehen - und können diese individuell löschen.

4. Öffentliche Informationen

Eine simple und durchaus sinnvolle Methode für mehr WhatsApp Sicherheit ist die Anzahl der Informationen zu beschränken, die Sie in Ihrem öffentlichen WhatsApp Profil preisgeben. Jeder, der Ihre Rufnummer besitzt, kann theoretisch sehen, wann Sie zuletzt online waren, was für ein Profilbild Sie besitzen, welche Info Sie dazu formuliert haben und was für einen Status Sie momentan haben. Es sei denn, Sie schränken die Preisgabe dieser Informationen in Ihrer App unter Einstellungen > Account > Datenschutz ein. Achten Sie zudem darauf, was für eine Android oder iOS Version Sie haben. Auf älteren Geräten ist WhatsApp nämlich bald nicht mehr nutzbar. Welche das sind, erfahren Sie hier.

5. Skeptisch bleiben

Achten Sie für Ihre WhatsApp Sicherheit zuletzt auch darauf, dass Sie nicht auf Spam-Nachrichten, Phishing-Angriffe und falsche Upgrades hereinfallen. Es ist in der Vergangenheit vorgekommen, dass Kettenbriefe über WhatsApp verschickt wurden, die Sie per Link über einen vermeintlichen Gewinn oder Angaben zu einem bestimmten Thema informieren wollten. Wenn Sie Nachrichten dieser Art, auch von Freunden oder Bekannten, erhalten, bleiben Sie zunächst skeptisch. Rückversichern Sie sich bei Ihren Kontakten, dass es sich bei einem entsprechenden Link auch tatsächlich um eine sichere Verbindung handelt. Achten Sie beim Herunterladen neuer WhatsApp Versionen bzw. Updates darauf, dass diese auch wirklich von der „WhatsApp Inc.“ stammen und nicht von einer anderen Firma. Besonders im Google Play Store kam es dort in der Vergangenheit immer wieder zu Schwindel. Wenn Sie von neuen Funktionen, wie beispielsweise Videotelefonie für Gruppen, hören, informieren Sie sich, ob es sich um eine tatsächlich neue Funktion handelt und ob diese einfach Teil eines automatischen Updates ist bzw. Sie dafür extra eine neue Version herunterladen müssen. Zu Gunsten Ihrer WhatsApp Sicherheit gilt auch hier: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

WhatsApp ist gut, aber nicht perfekt

Trotz der großen Beliebtheit von WhatsApp lohnt es sich bewusst zu machen, dass sie bei weitem nicht die einzige und sicherste Anwendung auf dem Markt ist. Zwar schreibt WhatsApp Sicherheit und Datenschutz groß, WhatsApp-Alternativen wie „Signal“, „Threema“ oder „Telegram“ bieten unterm Strich jedoch mehr Datensicherheit. Regelmäßig werden Meldungen über WhatsApp-Viren laut, die eine potentielle Gefahr für seine User bieten. Einerseits treffen diese Gefahrmeldungen nicht immer zu, es existieren zahlreiche Updates und neue Funktionen. Zudem bietet WhatsApp seinen Nutzern viele Möglichkeiten, um ihre Daten zu sichern - wie beispielsweise das Wiederherstellen gelöschter Nachrichten. Andererseits ist WhatsApp dennoch oft in den Schlagzeilen, wenn es um die Gefahr Ihrer Daten geht. In anderen Teilen der Welt werden überdies alternative Messenger wie der „Facebook Messenger“, „Skype“ oder „WeChat“ bevorzugt. Das bedeutet nicht, dass WhatsApp keine gute Anwendung ist. Es lohnt sich jedoch, vor allem in Bezug auf die WhatsApp Sicherheit, über den Tellerrand zu schauen und sich einen Überblick der anderen Messenger auf dem Markt zu verschaffen. Schließlich geht es beim Verwenden von Messengern um nichts weniger als den Schutz Ihrer persönlichen Daten.