Kind schaut erstaunt auf Handy
Ist TikTok kindersicher? In 9 Schritten zu mehr Schutz (Bild: Deagreez - stock.adobe.com)

Datensicherheit Ist TikTok kindersicher? In 9 Schritten zu mehr Schutz

Es gibt keine App, die in den letzten Jahren solch einen Siegeszug hingelegt hat wie TikTok. 2016 entwickelt, hat die Plattform zum Erstellen von Kurzvideos zwei Jahre später und als offizieller Nachfolger von musical.ly riesigen Zuwachs erhalten. Aktuell verzeichnet TikTok mehr als 1,5 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer weltweit. Die meisten davon sind im Jugendalter. Die Plattform besitzt damit großen Einfluss auf Kinder - auch hier in Deutschland, wo die App ebenfalls äußerst populär ist. Bei so viel Macht, die TikTok auf jüngere Userrinnen und User besitzt, kommt unweigerlich die Frage nach der Sicherheit der Plattform auf. Wie sieht es mit dem Schutz von Kindern und Jugendlichen aus? Schließlich ist nicht jeder Content für alle Augen bestimmt, insbesondere wenn die Zielgruppe wie auf TikTok so jung ist. Wie steht es also um die App? Ist TikTok kindersicher? Ja, wenn Sie wissen wie.

Fluch und Segen: TikTok ist kinderleicht zu nutzen

Das Positive und gleichzeitig die Herausforderung an TikTok ist, dass die App im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht zu bedienen ist. Gut, weil sie sich Nutzerinnen und Nutzern relativ schnell erschließt. Zu einem Problem kann die einfache Bedienbarkeit dann werden, wenn Kinder Inhalte angezeigt werden, die sie lieber nicht sehen sollten. Dazu zählen u.a. nicht jugendfreie Videos oder nicht altersangemessene Kommentare zu ihren Clips. Darüber hinaus ist es auf TikTok besonders einfach, persönliche Informationen zu teilen und somit potenziell Millionen von fremden Personen zugänglich zu machen. All das sollte für junge Nutzerinnen und Nutzer möglichst vermieden werden. Wir verraten Ihnen in neun Schritten, wie Sie TikTok für Kinder und Jugendliche sicher machen.

Beginnen Sie bei den allgemeinen Einstellungen

Ist TikTok kindersicher? Ja, wenn Sie sich darum kümmern. Dies können Sie auf zwei Ebenen tun: Zum einen in den allgemeinen Einstellungen und zum anderen in Bezug auf den Datenschutz und die Privatsphäre. Im Folgenden verraten wir Ihnen, wie Sie bereits in den allgemeinen Einstellungen für mehr Sicherheit sorgen können.

1. So legen Sie einen Account an

Das Anlegen eines Accounts ist nicht zwingend notwendig. Möchten Sie Inhalte veröffentlichen bzw. Ihr Kind, Nichte oder Neffe, dann muss jedoch zunächst ein Konto erstellt werden. Dies geht relativ unkompliziert. Laden Sie sich als erstes TikTok aus dem Google Play oder App Store herunter und öffnen die App. Wählen Sie nun unten rechts das Personen Icon „Ich“ aus. Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm. Achten Sie hierbei in jedem Fall darauf, dass Sie das richtige Geburtsjahr des Kindes angeben.

2. Bestimmen Sie das Passwort

Genau wie auf anderen Apps, wird auch auf TikTok ein Passwort abgefragt. Um dieses erstmalig für junge Nutzerinnen und Nutzer einzurichten, gehen Sie wieder aufs „Ich“ Icon und im Anschluss aufs Burger Menü (drei Striche). Wenn Sie ein Android Gerät nutzen, müssen Sie zusätzlich „Einstellungen und Datenschutz“ auswählen. Wählen Sie Konto verwalten > Passwort. Bestätigen Sie Ihre E-Mail-Adresse mittels des mitgesendeten Codes. Ist das geschafft, können Sie Ihr Passwort bestimmen.

3. Nutzen Sie den begleiteten Modus

Der begleitete Modus stellt eine äußerst effektive Möglichkeit dar, die Nutzungszeit sowie Inhalte für Ihr Kind einzuschränken. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie TikTok auch auf Ihrem Smartphone installiert haben. Haben Sie das getan, wählen Sie auf dem Gerät Ihres Kindes Ich > Burger Menü (+ ggf. Einstellungen und Datenschutz) > Inhalt & Aktivität > Begleiteter Modus > Weiter. Definieren Sie nun auf beiden Geräten „Elternteil“ bzw. „Teenager“, folgen Sie den Anweisungen und verbinden schließlich beide Smartphones via QR Code.

Das sollten Sie zum Datenschutz und zur Privatsphäre wissen

Kind schaut glücklich auf Handy
So machen Sie TikTok für Ihr Kind sicherer (Bild: Gorodenkoff Productions OU - stock.adobe.com)

Neben den allgemeinen Einstellungen empfiehlt es sich in jedem Fall auch in Sachen Datenschutz und Privatsphäre nachzusteuern. Besonders hier stehen Ihnen eine Vielzahl an Optionen zur Auswahl, die Ihnen dabei helfen, TikTok sicherer für Ihr Kind zu machen. Wir stellen Ihnen alle wichtigen Schritte vor.

  1. Einschränkungen und Presets nutzen

Beim Einrichten des Accounts wird zunächst das Alter abgefragt. Auf diese Weise soll eine Nutzung erst ab 13 Jahren möglich sein, zudem können damit auch andere Einstellungen zum Jugendschutz greifen. TikTok selbst hat zunächst bestimmte Presets, also Voreinstellungen definiert, wie z.B. das Privatstellen der Konten von Nutzern unter 16 Jahren. Auch eine Veröffentlichung „für Alle“ ist zu Beginn deaktiviert. Wenn Sie den begleiteten Modus (siehe Punkt 3) nutzen, können Sie diese Presets aufrechterhalten und sogar ausweiten.

  1. Verwenden Sie einen privaten Account

Wie eingangs erwähnt, können Sie TikTok auch ohne Konto nutzen und sich Inhalte aller öffentlichen Accounts ansehen. Damit das Konto Ihres Kindes, Nichte oder Cousins geschützt ist und Andere keinen Einblick darin erhalten, sollten Sie den Account auf „privat“ stellen. Dies geht unter Ich > Burger Menü (+ ggf. Einstellungen und Datenschutz) > Datenschutz > Privates Konto. Deaktivieren Sie hier das Feature „Schlage anderen dein Konto vor“. In der Folge ist der Account Ihres Kindes nicht mehr für andere Nutzerinnen und Nutzer sichtbar.

  1. Schränken Sie Anfragen von Fremden ein

Ist TikTok kindersicher? Ja, wenn Sie dafür sorgen. Dies sieht u.a. vor, dass Sie Anfragen durch Dritte einschränken bzw. verhindern. Gehen Sie dazu auf Ich > Burger Menü (+ ggf. Einstellungen und Datenschutz) > Datenschutz > Sicherheit. Unter „Direktnachrichten“ haben Sie nun die Möglichkeit, „Freunde“ oder „Niemand“ auszuwählen. Zudem können Sie die Funktionen „Duett“ und „Stitch“ (beides zum Teilen Ihrer Videos zuständig) mit „Nur ich“ oder „Freunde“ einschränken. Des Weiteren lassen sich auch Kommentare mittels „Freunde“ oder „Niemand“ limitieren.

  1. Filtern Sie eintreffende Kommentare

Sie können die App im Hinblick auf Kommentare noch sicherer machen, indem Sie diese filtern lassen. Gehen Sie hierzu auf Ich > Burger Menü (+ ggf. Einstellungen und Datenschutz) > Datenschutz > Sicherheit > Kommentarfilter > Spam und beleidigende Kommentare filtern. Nun haben Sie unter „Stichwörter filtern“ die Möglichkeit, bestimmte Wörter zu definieren, die in Ihren Kommentaren künftig nicht mehr angezeigt werden sollen. Darüber hinaus lässt sich unter „Alle Kommentare filtern“ einstellen, dass Kommentare von Ihnen grundsätzlich erst genehmigt werden müssen, bevor sie online gehen.

  1. Das müssen Sie zu Erwähnungen wissen

Auf TikTok können Sie zudem auch Erwähnungen einschränken bzw. deaktivieren. Grundsätzlich kann ein TikTok Account, so wie in anderen sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder LinkedIn, von anderen Userinnen und Usern erwähnt bzw. getaggt werden. Um auf die Frage „Ist TikTok kindersicher?“ mit „ja“ zu antworten, sollten Sie dieses Feature jedoch lieber ausschalten bzw. einschränken. Dies geht unter Ich > Burger Menü (+ ggf. Einstellungen und Datenschutz) > Datenschutz > Erwähnungen.

  1. Was ist altersgerecht, was nicht?

Die Frage danach, was altersgerecht ist, lässt sich sicherlich nur schwer pauschal beantworten. Grundsätzlich gilt: TikTok erlaubt die Nutzung seiner App ab 13 Jahren. Unter 16 Jahren müssen Eltern, gemäß DSGVO, der Nutzung durch Ihr Kind zustimmen. Es empfiehlt sich bei der Verwendung der App darauf zu achten, welche Inhalte Ihr Kind zu Gesicht bekommt und welche nicht. Besonders bei sehr jungen Nutzerinnen und Nutzern sollten Sie die Einschränkungen nutzen, die Ihnen TikTok bereitstellt. Und je nach Möglichkeit alle Features zur Sichtbarkeit und zum Teilen deaktivieren oder zumindest beschränken.