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Weiße Weihnacht – grüne Geschenke?

09.12.2016

Zu keiner Jahreszeit geht so viel Elektronik über die Ladentheke wie vor Weihnachten. Zum Fest der Liebe werden gerne auch Großgeräte ersetzt, über deren Neuanschaffung unter anderen Umständen vielleicht länger nachgedacht würde. Dabei steht unter anderem die Energieeffizienz im Fokus: Wie „grün“ ist eigentlich der Fernseher, die Waschmaschine oder der Kühlschrank des Begehrens?

 

Auf den ersten Blick fällt sofort das EU-Energielabel ins Auge. Durch das Energieklassensystem in Ampelfarben ist eine schnelle und intuitive Einordnung in „sehr gut“ bis „schlecht“ möglich. Dabei ist allerdings kaum erkenntlich, wie die Bewertung zustande kommt. Was bedeuten also die Farben und was sagt das Label tatsächlich aus?

 

Wer sich einmal näher mit dem EU-Label befasst, merkt schnell, dass eine klare Linie nur eingeschränkt innerhalb einer Geräteart gegeben ist. So gibt es seit 2010 für Fernseher und Kühlgeräte 10 Energieeffizienzklassen (A+++ bis G). Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern sind es jedoch nur 7 Klassen (A+++ bis D). Für jede Geräteart unterscheiden sich auch die Kriterien, nach denen sie klassifiziert wird. In jedem Fall gilt jedoch: der Einordnung liegt ein fiktives Referenzgerät zugrunde. Abhängig davon, wie viel Energie das geprüfte Gerät im Verhältnis zu diesem Maßstab verbraucht, wird es einer Effizienzklasse zugeordnet.

 

Dennoch hat das Label keine eindeutige Aussagekraft. Soll zum Weihnachtsfest beispielsweise ein Fernseher verschenkt werden, wird ein Gerät mit 55 Zoll Bildschirmdiagonale an einem Referenzgerät entsprechender Größe gemessen. Ein Fernseher mit 32 Zoll wird ebenfalls an einem Vergleichsgerät gemessen, das seiner Größe entspricht. Eine direkte Vergleichbarkeit besteht daher nur bei Geräten gleicher Größe.


Selbst wenn solch ein kleinerer Fernseher nur eine Bewertung von C bekommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er am Ende weniger Strom verbraucht als das größere Gerät, das möglicherweise mit A oder besser bewertet wurde.

 

Wer zum Fest „grüne Technik“ verschenken möchte, dem bleibt daher am Ende nur der Blick auf den tatsächlichen Stromverbrauch. In absoluten Zahlen lassen sich auch Geräte vergleichen, die sich in ihren Eigenschaften unterscheiden. Das EU-Label sorgt in dieser Hinsicht leider nicht für Klarheit.