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Sauber bleiben: Tipps für die digitale Hygiene

12.07.2017

Unsere digitalen Begleiter wissen oft mehr von und über uns als wir selbst. Doch wie lassen sich diese Daten auf PC, Tablet oder Smartphone am besten schützen? Im zweiten Teil unserer Serie schauen wir uns an, was Virenprogramme leisten und warum Platz Sicherheit schafft.

 

Warum es nicht allein um Schutz vor Viren geht

 

Geht es darum seinen PC zu "schützen", denken vor allem Besitzer eines Windows PC gleich an Virenschutzprogramme. Grundsätzlich ist dieser erste Gedanke auch richtig. Wie Viren oder Schadprogramme - die "Malware" - zum Beispiel über E-Mailanhänge auf die Festplatte gelangen können, haben wir bereits im ersten Teil dieser Serie beschrieben.

 

Selbstverständlich kann niemand allein durch Vorsicht verhindern, dass nicht doch irgendwie schädliche Software ihr Unwesen treibt, also sind Gegen- und Abwehrmaßnahmen gefragt. Ausgerechnet für Windows PC, die lange Zeit als typisches "Opfer" von Viren und Schadsoftware galten, kann inzwischen so etwas wie Entwarnung gegeben werden.

 

Zwar wird das Internet noch immer von einer schier unzähligen Anzahl von auf Windows spezialisierten Viren überflutet. Das auf die Analyse von Viren spezialisierte Portal virustotal verzeichnet täglich mehr als drei Millionen eingesendete Schad-Dateien.

 

Die neusten PC-"Bedrohungen" im ersten Quartal 2016.

 

"Doch wieso kann dann für Windows PC eine Entwarnung gegeben werden?"

 

Microsoft macht bei Windows 10 Virenschutzprogramme überflüssig

 

Der Windows-Hersteller Microsoft konnte und wollte ganz offensichtlich nicht mitansehen, dass das wichtigste Produkt des Unternehmens nur dann sicher funktioniert, wenn teure Antivirus-Software anderer Hersteller gekauft wird. Was sicher auch eine Rolle spielte, dass die von Drittherstellern produzierte Antivirus-Software für den Anwender nicht nur teuer ist, sondern auch keinerlei Qualitätssicherung durch Microsoft unterliegt.

 

Nach einigen eher kläglichen Versuchen mit einem Programm unter der Bezeichnung "Microsoft Windows AntiSpyware" für inzwischen veraltete Versionen von Microsoft Windows, wird das aktuelle Windows in der Version 10 mit dem Programm "Defender" ausgeliefert. Dieses bordeigene Antivirus-Programm ist so leistungsfähig, dass Experten wie der Ex-Mozilla-Entwickler Robert O'Callahan, der für den Webbrowser Firefox verantwortlich zeichnete, im Januar 2017 seinem Blog die Empfehlung ausgab, sämtliche Antivirus-Software zu deinstallieren und nur auf den Windows Defender zu vertrauen.

 

Wichtig ist allerdings - wie bei jeder Antivirensoftware - immer alle verfügbaren Updates durchzuführen.

 

Passwortmanager machen das Leben leichter - und sicherer

 

Im ersten Teil dieser Serie haben wir auf die Notwendigkeit von individuellen und sicheren Passwörtern hingewiesen. Damit zum Beispiel jedes Shoppingportal sein eigenes sicheres Passwort erhält gibt es nützliche Hilfsprogramme. Diese "Passwortmanager" bieten eine verschlüsselte Verwaltung aller Passwörter an, die gemeinsam mit einem zentralen Passwort gesichert sind. Der Nutzer muss sich also nur noch ein einzelnes Passwort merken, während jedes Onlineportal sein individuelles Passwort erhält.

 

Das Login in die einzelnen Webseiten übernimmt der Passwortmanager, der meist parallel sowohl auf dem PC oder Mac wie auch auf dem Smartphone oder Tablet eingerichtet werden kann. Zu den bekanntesten Vertretern dieser nützlichen Helfer zählt das Programm 1password und das von einem deutschen Softwareentwickler angebotene Passwordsafe.

 

Wer aufräumt schafft Platz und Sicherheit

 

Zur "digitalen Hygiene" gehört auch regelmäßiges Aufräumen. Zu viele unnötige Dateien auf der Festplatte oder im Speicher von Tablet oder Smartphone können so ein Gerät nicht nur ausbremsen, sie machen auch die Arbeit unkomfortabel und könnten potentiellen Schadprogrammen einen Unterschlupf bieten.

 

Ein ganz grundsätzlicher Tipp, für den es keine extra Hilfsprogramme bedarf und der vor allem für Smartphones und Tablets gilt, ist es regelmäßig darüber nachzudenken, ob man wirklich jede irgendwann heruntergeladene App braucht. Eine Faustregel, die man sich aber auch individuell zurechtlegen kann, sind die Fragen, "wann habe ich diese App zuletzt benutzt" und "würde ich diese App vermissen". Wenn beide Fragen auch nur ein Schulterzucken verursachen - wer kennt noch alle Apps auf seinem Smartphone - dann sollte die Antwort lauten: "Runter mit der unbedeutenden App".

 

Auf dem PC oder Mac sieht es da schon etwas schwieriger aus. Hier verstecken sich viele vollkommen unnötige Programme und Dateien irgendwo in den Tiefen der Festplatte und können nur schwer gefunden werden. Auch hier kann Windows 10 wieder positiv überraschen.

 

Die bei Windows 10 im Betriebssystem integrierte "Datenträgerbereinigung" entfernt ohne zusätzliche Kosten zu verursachen allerlei Datenmüll von der Festplatte und schafft es oft mehrere Gigabyte "freizuschaufeln".  Wer einen Mac im Einsatz hat, muss leider auf kostenpflichtige Helfer vertrauen. Von einem deutschen Entwickler stammt die Clean App, die unter MacOS problemlos dafür sorgt, dass ungenutzte Daten da hinwandern wo sie hingehören: In den digitalen Papierkorb.