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Fitness-Tracker: Es gibt kein Entrinnen

12.12.2017

Wearables sind seit Jahren im Trend und die Absatzzahlen mit diesen zumeist kleinen Geräten steigen von Jahr zu weiter an. Sie verkörpern dabei die Idee des Internet of Things, also der vernetzten, intelligenten Alltagsgegenstände, die den Menschen bei seinen Routineaufgaben unterstützen sollen. Wir haben uns einmal umgeschaut.

 

Gefühlt trägt ihn mittlerweile jeder am Handgelenk: Den Fitness-Tracker. Offiziell wird es noch nicht immer gerne zugegeben, wenn der Grund für ein „Hab‘ ich schon mal von gehört.“ schlicht eigene Erfahrung ist und nicht die Erzählung des nerdigen Kollegen mit Technik-Tick. Wer mit offenen Augen durch die Stadt spaziert, wird sie aber bei erstaunlich vielen unterschiedlichen Personen entdecken.

 

Besonders beliebt sind Fitness-Tracker, die anhand von Messdaten wie Puls und Bewegung ein digitales Abbild unserer körperlichen Aktivitäten erzeugen und so eine Möglichkeit zur Selbstkontrolle der Bewegung im Alltag darstellen. Ihre erfassten Daten schicken sie in der Regel ans gekoppelte Smartphone, für das es zudem ergänzende Apps gibt.

 

Laut den prognostizierten Umsatzzahlen setzt die Branche 2017 in Deutschland knapp 141 Millionen Euro mit Fitness-Trackern um. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Wachstum um knapp 20 Prozent, denn 2016 lag der Umsatz noch bei rund 119 Millionen. Tendenz weiterhin steigend.

 

Ein ähnliches Bild geben Wearables im Allgemeinen ab, zu denen auch Smartwatches zählen. Weltweit wird für 2017 demnach ein Absatz von 310 Millionen Stück prognostiziert. Im Vorjahr waren es insgesamt 265 Millionen verkaufte Exemplare. Neben Wearables sind auch die Nutzung von passenden Apps oder Schrittzählern auf Smartphones stark verbreitet.

 

Überwinden des Inneren Schweinehundes

In vielen Fällen ist der Fitness-Tracker eine Motivationshilfe, um mehr Sport zu treiben, aber auch um sich selbst zu optimieren. Wenn man verschiedene Erfahrungsberichte liest, so ist die Meinung einstimmig. Die kleinen Geräte helfen nicht nur bei der Fitnesseinheit, sondern auch bei der Bewegung im Alltag. Zumindest subjektiv, denn wissenschaftlich ist ein positiver Einfluss wenig erforscht und bislang nicht belegbar.

 

Die Rolle der Wearables dabei ist eindeutig: Sie sollen nicht nur ohnehin ausgeübte Aktivitäten aufzeichnen und mit diesen Daten eine Verbesserung der nächsten Aktivität vorbereiten. Ihnen kommt zudem die Rolle des Motivators zu, der durch seine Präsenz am Handgelenk und Hartnäckigkeit bei der Überwindung des inneren Schweinehunds mitwirken soll. Dabei meldet sich der Fitness-Tracker durch Vibrationen und visuelle Meldungen, wenn sein Nutzer zu lange sitzt oder hinter seinem täglich angestrebten Aktivitätsplan zurückhängt. Er nimmt also die Rolle eines digitalen schlechten Gewissens ein, das zum Ziel höherer Fitness und eines generell verbesserten Gesundheitszustands beitragen soll.

 

Inwiefern diese Erwartung tatsächlich erfüllt wird, ist bisher nicht belegbar. Die Anschaffung eines Fitness-Trackers lässt darauf schließen, dass dem Nutzer bewusst ist, wie wichtig Bewegung ist. Wer es unter diesen Voraussetzungen ohnehin schafft, sich zu körperlicher Aktivität aufzuraffen, wird auch die Vorzüge eines Wearables zu schätzen wissen. Wer von der Anschaffung eines Fitness-Trackers jedoch Wunder erwartet, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit enttäuscht.

 

Mäßiger Anspruch auf Präzision

Trotz fortschreitender Technik können Wearables keine vollständig zuverlässigen Werte ermitteln. Durch die vielseitigen Funktionen, die von den Geräten erwartet werden, sind einzelne Angaben zwar im Großen und Ganzen zuverlässig, aber nicht bis ins letzte Detail präzise. Jede Bewegung, die vom Wearable registriert wird, versucht es richtig zu interpretieren. Da es aber nur Bewegungen des Handgelenks wahrnehmen kann, sind gerade bei der Anzahl der Schritte auch teils deutliche Abweichungen vom tatsächlichen Wert möglich.

 

Aussagekraft über die generelle Aktivität haben die ermittelten Werte dennoch. Vor allem, wenn man sie über einen längeren Zeitraum betrachtet. Denn auch wenn durch bestimmte Verhaltensmuster im Einzelnen Abweichungen auftreten, lässt sich ein genereller Trend im Tages- oder Wochenvergleich erkennen. Dazu ist es wichtig, den Tracker auch regelmäßig zu tragen und „am Ball zu bleiben“. Nicht zuletzt auch, weil die Geräte mitunter recht teuer in der Anschaffung sind.

 

Fitnesstracker gibt es mitlerweile in diversen Ausführungen.

 

Was ist das denn?

Problematisch kann das werden, wenn körperliche Signale einen Strich durch die Rechnung machen. Die meisten Wearables werden mit Armbändern aus Kunststoff ausgeliefert, die im schlimmsten Fall allergische Reaktionen hervorrufen. Bei hochwertigen Geräten lassen sich Armbänder aber häufig austauschen.

 

„Vorsicht bei günstigen Angeboten von Drittanbietern“.

 

Billigem Kunststoff aus dem asiatischen Raum werden immer noch häufig schädliche Weichmacher und andere Stoffe zugesetzt, die zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen führen können.

 

Bei allen Einschränkungen, die bei einem solchen Hype zumindest erwähnt werden sollten, bleibt der Mehrwert für den Nutzer aber unbestritten. Er muss nur die erhaltenen Informationen richtig einzusetzen verstehen. Deshalb lohnt sich in jedem Fall ein Blick auf den Markt, denn in irgendeiner Form ist für fast jeden etwas dabei – zumal ein wenig „Selbstoptimierung“ heute quasi zum guten Ton gehört.

 

Auf der Suche nach dem passenden Wearable kann man schnell den Überblick verlieren. Das Angebot ist mittlerweile einfach zu groß. Zunächst sollte man sich deshalb überlegen, welchem Ziel das Wearable dienen soll. Mit einigen Fragen lässt sich die Auswahl so deutlich einschränken.

 

Ist das vielleicht doch was für mich?

Reine Fitness-Tracker sind die passende Lösung für alle, denen nur Tracking-Funktionen wichtig sind. Einfache Varianten ohne Display lassen zwar ohne den Blick aufs Smartphone nur wenige Rückschlüsse zu, sind aber in der Anschaffung auch mit Abstand am Günstigsten und ihr Akku hält mitunter mehrere Wochen, bis sie wieder aufgeladen werden müssen.

 

Gerade für die Überwachung des eigenen Schlafverhaltens kann das eine Eigenschaft sein, die den entscheidenden Vorteil bringt, da das Gerät nicht sehr häufig an die Steckdose muss. Fitness-Tracker ohne Display sind zudem die kompaktesten Geräte im Wettbewerb und fallen am wenigsten auf. Wer besonderen Wert auf präzise Daten legt, sollte jedoch zu einer professionelleren und damit in der Regel auch teureren Alternative greifen. Zudem zeigen nicht einmal alle dieser Geräte die aktuelle Uhrzeit an.

 

Größere Fitness-Tracker bieten neben einem Display häufig einen erweiterten internen Speicher und mehr Möglichkeiten, externes Zubehör wie Brustgurte oder sogar Kopfhörer zu verbinden. Sie lassen eine präzisere Auswertung direkt am Gerät zu und haben häufig GPS an Bord. Somit können Distanzen und die absolvierte Laufroute präziser nachvollzogen werden, ohne dass das Smartphone als unnötiger Ballast dabei sein muss. Allerdings sind hochwertige Geräte auch dementsprechend teuer.

 

Darf es etwas mehr sein?

Noch mehr Funktionen bieten Smartwatches, allerdings sind hier auch die Prioritäten nicht immer bei den Fitness-Funktionen gesetzt. Sie bieten umfangreiche Funktionen in Zusammenhang mit dem verbundenen Smartphone oder in neueren, eigenständigen Varianten mit eigener Mobilfunkverbindung sogar ganz alleine. So lassen sich Kurznachrichten und E-Mails beantworten, das Smart Home steuern oder individuelle Apps aufspielen, mit denen wiederum das Smartphone oder andere Geräte gesteuert werden können.

 

Der Trend setzt sich fort: Nach dem Smartphone folgt die Smartwatch.

 

Zudem bieten viele Smartwatches die gleichen Funktionen wie Fitness-Tracker. Durch die zahlreichen Funktionen ist die Akkulaufzeit jedoch gegenüber reinen Trackern deutlich kürzer, so müssen sie einige Male pro Woche geladen werden – manche älteren Modelle sogar täglich. Für eine langfristige Überwachung auch über Nacht sind andere Alternativen also besser geeignet.

 

Technik-Verrückten wird die Entscheidung aber vermutlich leicht fallen, wenn sie nicht ohnehin mehrere Wearables nutzen. Schwieriger wird es mittlerweile, wenn das Gerät nach optischen Gesichtspunkten ausgesucht werden soll. Während bis vor einiger Zeit der Fokus eindeutig auf Funktionen lag, steigen mittlerweile immer mehr Unternehmen aus der Modeindustrie in den Wearable-Markt ein und bieten eigene Geräte mit modischem Anspruch an, die sich auf den ersten Blick von klassischen Uhren kaum unterscheiden lassen. Auf den passenden Style zu jedem Outfit müssen Frau und Mann nun also trotz smartem oder sportlichem Begleiter am Handgelenk nicht mehr verzichten.