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Was ist der Samsung SmartThings Wifi Hub?

21.09.2018

Der Samsung SmartThings Wifi Hub ist ein zentraler Knotenpunkt für die Netzwerkkommunikation im Smart Home. Das Gerät eignet sich für private Haushalte und arbeitet multifunktional. Die Technologie sorgt einerseits für die Optimierung der WLAN-Reichweite. Andererseits ermöglicht sie die intelligente Verteilung der Funkkapazitäten und koordiniert die Interaktion zwischen unterschiedlichen Smart Home-Produkten. Für höchstmöglichen Komfort verbindet Samsung ein Mesh-System mit dem adaptiven Netzwerk-Management von Plume und dem hauseigenen SmartThings Hub in einer Drei-in-eins-Lösung.

 

 Samsung SmartThings Wifi Hub in Weiß

Samsung SmartThings Wifi Hub Bild: Samsung

 

Welche Funktionen erfüllt der Samsung SmartThings Wifi Hub?

Die Smart Home-Zentrale SmartThings Wifi Hub löst die 2017 vorgestellten Systeme Connect Home/Connect Home Pro ab. Die neue Lösung verspricht gegenüber dem Vorgänger ein Plus an Sicherheit und intelligentem Anpassungsvermögen. Die Aufgaben des Systems sind im Vergleich zu den Vorgängermodellen Connect Home/Connect Home Pro unverändert geblieben und umfassen

 

  • die Verbesserung der Flächenabdeckung von lokalen Drahtlosnetzwerken,
  • die Unterstützung der Performance bei gleichzeitigem WLAN-Zugriff von unterschiedlichen Geräten,
  • die Vernetzung im Haus aktiver Smart-Home-Produkte und ihre zentrale Steuerung über eine App für Smartphone oder Tablet.

 

Der SmartThings Wifi Hub basiert auf einem Mesh-System. Für eine optimale, auf die Einsatzumgebung zugeschnittene Verteilung der Netzwerkkapazitäten unterstützt Samsung die Mesh-Technologie durch eine KI-Lösung des Herstellers Plume. Als weitere Komponente integriert das Gerät den SmartThings Hub V2. Der Hub ist für die Verknüpfung der Smart Home-Produkte zuständig und soll als Gerät der zweiten Generation sicherer und leichter handhabbar sein als sein Vorgänger.

 

Technische Plattform

In Bezug auf die Hardware-Spezifikationen hat sich der SmartThings Wifi Hub gegenüber den Connect-Home-Modellen nur geringfügig geändert. Leichte Verbesserungen zeigen sich bei den Prozessor-Eigenschaften. Außerdem hat Samsung die Bluetooth-Schnittstelle aktualisiert und bietet statt der Version 4.1 nun die Ausgabe 4.2 Smart an.

 

Eigenschaften SmartThings Wifi Hub Connect Home Connect Home Pro
Prozessor Qualcomm
Quad-Core Dual-Core
Taktraten 716 MHz 710 MHz 1,7 GHz
Arbeitsspeicher 512 MB
Interner Speicher 4 GB
WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, 2,4 GHz + 5 GHz, 2x2 MU-MIMO 802.11 a/b/g/n/ac, 2,4 GHz + 5 GHz, 4x4 MU-MIMO
Datenübertragungsrate / Geschwindigkeiten AC1300 mit 866 MBit/s auf dem 5-GHz- und 400 MBit/s auf dem 2,4-GHz-Frequenzband AC2600 mit 1.733 Mbit/s auf dem 5-GHz- und 800 MBit/s auf dem 2,4-GHz-Frequenzband
Verbindungen Bluetooth 4.2 Smart Bluetooth 4.1
WLAN, ZigBee, Z-Wave
Energieversorung 100-240 V/AC, 50-60 Hz
Abmessungen / Gewicht 2,95 x 12 x 12 (HxBxT, cm), 210 g
Erhältlich in Deutschland Ja Nein Nein

SmartThings Wifi Hub, Connect Home, Connect Home Pro im Vergleich

 

Große Aufmerksamkeit widmet Samsung der Optimierung einer flächendeckenden Netzwerkleistung. Das Problem ist hinlänglich bekannt: Insbesondere in größeren Wohnungen und Einfamilienhäusern reicht ein einzelner Router in der Regel nicht aus, um gleichbleibend leistungsfähige WLAN-Verbindungen bis in entlegenste Winkel zu gewährleisten. Abhilfe schaffen im einfachsten Fall sogenannte Repeater, die – an strategisch günstigen Positionen platziert – für eine Verbesserung der Reichweite sorgen. Repeater sind günstig zu haben und schnell eingebaut, haben aber einen unangenehmen Nebeneffekt: Jedes zwischengeschaltete Gerät schwächt die Bandbreite. Bei den einfachsten Modellen, die ein und dasselbe Frequenzband sowohl für die Verbindung zum Router, als auch für den Datenaustausch mit den Endgeräten nutzen, ist der Verlust am größten. Aufwendigere Dual- oder Tri-Band-Varianten, die über mehrere Kanäle für die Kommunikation verfügen, gehen deutlich schonender mit der Netzleistung um. Noch mehr Effizienz lässt sich mit Mesh-Systemen erreichen. Sie kommen auf der nächsthöheren Ausbaustufe zum Einsatz und arbeiten mit smarten Technologien, um ein Endgerät in jeder Position bestmöglich mit Netzleistung zu versorgen.

 

Netzwerkabdeckung mit Repeater und intelligentem Mesh-System: Ein Vergleich

WLAN-Abdeckung mit Repeatern und Mesh-System

 

Mesh-Lösungen versprechen eine lückenlose und optimal auf die Einsatzumgebung zugeschnittene Verteilung der Netzwerkleistung. Zu diesem Zweck kommunizieren die einzelnen Komponenten des WLAN-Meshs nicht nur mit dem Modem und dem Endgerät, sondern auch untereinander. Die Technologie stellt sicher, dass jeder Nutzer zu jeder Zeit und an jedem Standort über die bestmögliche WLAN-Bandbreite verfügen kann. Dabei kommen zwei Technologien zum Einsatz:

 

  • Einerseits sorgt das System dafür, dass der Anwender automatisch von einer Funkstation zur nächsten weitergereicht wird, wenn er sich mit einem mobilen Endgerät im Haus bewegt. Ein Mesh-WLAN erkennt die Position aktiver Nutzer und berechnet selbsttätig, welcher Router die bestmögliche Versorgung gewährleisten kann. Von dem Verfahren profitieren auch Smartphones, die sich für den Internetzugriff ins WLAN verbinden. Access Point Steering ist dafür zuständig, dass das Handy stets mit der geeigneten Funkstation kommuniziert und der Nutzer störungsfrei surfen kann, auch wenn er zwischen verschiedenen Räumen und Stockwerken unterwegs ist.
  • Neben Access Point Steering ist Band Steering die zweite Methode, um die WLAN-Kapazität optimal auszunutzen. Dabei bekommt jedes Endgerät diejenige Bandbreite zugewiesen, die es für eine optimale Funktion benötigt

 

Samsung setzt Dual-Band-Router in seinem WLAN-Mesh ein. Sie übertragen Daten auf dem 2,4- und 5-GHz-Band. Im Unterschied zu den Tri-Band-Routern, die über ein zweites 5-GHz-Band verfügen, erfolgt die Datenübertragung etwas langsamer. Im Gegenzug nimmt Samsung aber künstliche Intelligenz zu Hilfe, um die Effizienz zu steigern. Die Funkreichweite eines einzelnen SmartThings Wifi Hubs beträgt 140 Quadratmeter. Ein Set mit drei Stationen deckt eine Fläche von bis zu 430 Quadratmetern ab. In der größtmöglichen Mesh-Konstellation können 32 Geräte miteinander verbunden werden.

 

Samsung integriert eine KI-Basis in seine Mesh-Lösung und kooperiert zu diesem Zweck mit dem Unternehmen Plume. Bei der Plattform von Plume handelt es sich um ein lernfähiges, cloudbasiertes Wi-Fi-Management-System, das die Verteilung der WLAN-Kapazität nutzerbezogen optimiert und dabei auf räumliche Eigenheiten und Lebensgewohnheiten eingeht. Die Technologie stellt sicher, dass jedes Endgerät unterbrechungsfrei mit der bestmöglichen Leistung versorgt ist, selbst wenn alle Familienmitglieder gleichzeitig beim Arbeiten Spielen oder Filmeschauen auf das WLAN zugreifen.

 

SmartThings Mesh-System mit intelligentem WLAN-Management von Plume

SmartThings Mesh-System mit der AI-Basis von Plume. Bild: Samsung

 

Für die Steuerung der im Haus aktiven Smart Home-Produkte integriert Samsung einen SmartThings Hub V2. Das Gerät der zweiten Generation bietet einige Neuerungen gegenüber dem Vorgänger. Wichtige zusätzliche Features sind:

 

  • der Batteriebetrieb als Backup für die Dauer von bis zu zehn Stunden bei Stromausfällen,
  • die Möglichkeit, angeschlossene Smart Home-Geräte auch ohne Zugriff auf die Cloud zu steuern,
  • Unterstützung für Video-Streaming (in der Beta-Phase).
  • Neue Versionen der Verbindungsprotokolle ZigBee, Z-Wave und Bluetooth.

 

In Zusammenhang mit dem SmartThings Hub V2 berichtet die Plattform Threat Post von bedenklichen Sicherheitslücken, die Cybersecurity-Experten von Cisco-Talos aufgedeckt haben. Die Möglichkeit, intelligente Schlösser zu entriegeln, das Deaktivieren von Rauch- und Bewegungsmeldern, das Abschalten von Sicherheitskameras und die Beschädigung von Geräten, die an smarte Stecker angeschlossen sind, gehören zu den möglichen Bedrohungsszenarien. Samsung hat die Probleme erst im Juli 2018 bekannt gemacht – gleichzeitig mit der Veröffentlichung eines Sicherheits-Updates, das die Lücken schließen soll.

 

Marktsituation und Fazit

Nach ersten eigenen Versuchen und der Übernahme des Startups SmartThings im Jahr 2014 ist Samsung dabei, seine Aktivitäten im Bereich Smart Home zu konsolidieren. Die Folge ist eine noch nicht vollständig koordinierte Übergangsphase mit einigen begrifflichen und technischen Verwirrungen. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, hilft es, die einzelnen Produkte gegeneinander abzugrenzen:

 

  • Der SmartThings Wifi Hub ist der Nachfolger der Produkte Connect Home und Connect Home Pro.
  • Der SmartThings Wifi Hub ist kein Hub, sondern ein Mesh-System, das einen Smart Home-Hub integriert. Die Multifunktionalität ist eine besondere Eigenschaft und die eigentliche Stärke des Geräts.
  • Der SmartThings Wifi Hub integriert den SmartThings Hub V2, also die zweite Generation der Smart Home-Steuerzentrale.
  • Für den SmartThings Hub V2 existiert ein Update, das etliche, nach dem Marktstart im Frühjahr 2018 aufgedeckte Sicherheitslücken schließt.
  • Das Sicherheitsupdate steht als Patch zum Download zur Verfügung. Einen SmartThings Hub V3, also eine dritte Produktgeneration hat Samsung (Stand September 2018) noch nicht herausgegeben.
  • Für die Steuerung der Smart Home-Komponenten empfiehlt Samsung die Zusammenarbeit zwischen dem SmartThings Wifi Hub und der App SmartThings Classic (Näheres zu den Smart Home-Apps von Samsung im Artikel Was ist die Samsung SmartThings App?)

 

Gleichzeitig mit dem SmartThings Wifi Hub veröffentlicht Samsung neue Versionen seiner smarten Steckdose, Wasser- und Bewegungsmelder sowie Mehrzwecksensoren. Die Bemühungen um die Vereinheitlichung des Smart Home-Produktportfolios betreffen außerdem die SmartThings App, die ebenfalls eine Umbenennung und Überarbeitung durchmacht.

 

Der SmartThings Wifi Hub ist in den USA seit August 2018 erhältlich und kostet 119 Dollar als Einzelgerät oder 279 Dollar im Dreierpack. Anders als die Vorgänger der Serie Connect Home dürfte das Mesh-System in nächster Zeit auch dem europäischen Markt zur Verfügung stehen. Eine deutsche Produktseite hat Samsung jedenfalls schon ins Netz gestellt.